Olten

«Da kannst du ja richtig rennen!»: Neues Schulhaus «Zementi» wird in Beschlag genommen

Am Montag nahmen einstige Schülerinnen und Schüler aus dem Hübeli das neue Oltner Schulhaus «Zementi» in Beschlag. Die Freude auf den grossen Pausenplatz ist gross.

Urs Huber
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Schulhaus Zementi wird in Beschlag genommen
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Eine Foto zum Schulstart; im Hintergrund das Schulhaus "Zementi"
Das Schulhaus füllt sich langsam.
Mit dem Trottinett auf dem Schulweg

Schulhaus Zementi wird in Beschlag genommen

Bruno Kissling

Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen hin zu ihrem neuen Schulhaus drunten in Olten SüdWest. Mal führte ihr Weg zwischen wuchernden Pflanzen vorbei zum Ziel, andern fanden auf einen Flickenteppich aus Asphalt und Beton die «Zementi», Dritte überwanden steile Kiesborde, um den taufrischen Bildungstempel zu erreichen. Für die kommenden vier, fünf Jahre wird das Übergangsschulhaus auf dem Areal Olten SüdWest ihr neues Bildungszuhause sein.

Was viele Kinder mit besonderer Spannung erwarten: Die Antwort auf die Frage, was ihnen der grosse Pausenplatz bietet. Denn verwöhnt sind die Hübelischulkinder diesbezüglich nicht. Sie sind mit eher beengten Platzverhältnissen aus der Innenstadt bestens vertraut. «Da kannst du ja richtig rennen!», rief einer knapp vor 7.45 Uhr begeistert aus. Kurz darauf wurden die rund 80 Kinder der dritten, vierten, fünften und sechsten Klasse von Schulleiterin Patricia Stutzmann begrüsst. In Schriftdeutsch, wie man hier zu reden pflegt.

Leider war keine Besichtigung möglich

«Wir hätten euch das Schulhaus gerne vorher gezeigt», so die Schulleiterin an die Kinder gewandt. Aber eben: Die Umbauarbeiten dauerten bis am Freitag, als beim Eingang die letzten Netze, die als Fallschutz dienen, montiert wurden. Sicherheit geht über alles. Wie hatte Architekt Florian Rickenbacher vom Büro rba Architekten aus Olten am Tag der offiziellen Einweihung letzte Woche gesagt: «Die grösste Herausforderung bei der ‹Zementi› war, mit Budget und Zeithorizont hinsichtlich Funktionalität und Gestaltung das Optimum herauszuholen.»

Das Zementischulhaus ist fertig.
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Die Einweihung.
Alles glänzt.
Noch sind die Räume leer.
Rote Zimmernummern zieren die Wände.
Auch Ordner und Bücher sind ordentlich eingetischelt.
Alles ist sorgsam eingerichtet...
...die Unterlagen bereit.
Zementischulhaus10
Das kleine Küchlein muss auch sein.
Auch online ist das neue Schulhaus gerüstet.
Die kleine Entspannungsoase.

Das Zementischulhaus ist fertig.

Patrick Lüthy

Dazu gehörten eben auch Sicherheitsaspekte. So musste etwa das Treppengeländer erhöht und dessen Seitenwände mit einem montierten Netz gesichert werden, weil die Streben den maximal zugelassenen Abstand teilweise überschritten. «Wir haben auch versucht, dem Haus den gewissen Industriehauch zu lassen», so Rickenbacher weiter. Das zeige sich zum einem in der Namensgebung «Zementi», zum andern auch in der Signaletik. Und natürlich gings auch darum, die Räume möglichst gross zu halten. Diese sind in der «Zementi» etwas kleiner als die Standards bei einem Neubau.

Aber: «Wir können hinter dem Resultat stehen», meinte Rickenbacher. Im Untergeschoss liegt die Garderobe, im Erdgeschoss (1) sind die Werkräume untergebracht, im 2. Stock finden sich die Klassen- und Gruppenräume und der Dachstock ist derzeit in Wartestellung. Dessen Nutzung ist offen.
Doch zurück zu den eigentlichen Hauptakteuren des Tages: den Schulkindern. Sie nämlich konnten der Zügelete noch weitere Vorteile abgewinnen. «Mein Schulweg ist jetzt doch etwas kürzer geworden», so der 10-jährige Osaetin Asamago. Und Klassenkollege Dimitri Brechet meint: «Ich finde gut, dass die Grösseren jetzt zusammen sind.»

Draussen bleiben als momentane Devise

Natürlich waren vereinzelt auch Eltern vor der «Zementi» erschienen, was sicher mit der grundsätzlich neuen Situation zu tun hatte. Der Schulweg ist für jene Kinder, die via Rötzmatttunnel in die «Zementi» gelangen, zwar sicherer geworden. Die Stadtverantwortlichen hatten etwa ein ausschliessliches Fussgängergrün an der Rötzmattkreuzung erreicht. Dennoch zogen ein knappes Dutzend Mütter oder Väter die Begleitung ihres Schützlings vor. «Jedenfalls zu Beginn des Schuljahres», wie sich eine Begleitperson äusserte.

«Leider können wir Sie nicht hereinbitten» gab Schulleiterin Patricia Stutzmann am Schluss der Begrüssung zu verstehen. Die Coronasituation schaffte diesbezüglich Klarheit. Auch für die Presse.