Wangen bei Olten

Beliebte Aktion am Nationalfeiertag: 223 Namen werden jetzt in den Wind gehängt

Die spezielle Aktion von Kultur Wangen, zum 1. August eine Schweizer Fahne zu signieren, fand viele Sympathisanten. Während sechs Stunden konnten sich alle interessierten Wangnerinnen und Wangner verewigen.

Urs Huber
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Fahne unterschreiben in Wangen bei Olten
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223 Unterschriften waren am 1. August auf der grossen Schweizer Fahne zu zählen.

Fahne unterschreiben in Wangen bei Olten

Patrick Lüthy

Verhinderte traditionelle 1.-August-Feiern lassen mitunter Fantasien spriessen, die schliesslich auch Sache werden. Während in Egerkingen heuer etwa Röstipakete verteilt wurden (wir berichteten), hatte die Arbeitsgruppe Kultur Wangen eine ganz andere Idee: Während sechs Stunden konnten Wangnerinnen und Wangner rund um den Nationalfeiertag eine Schweizer Fahne signieren; «als Zeichen der Solidarität, der Verbundenheit» wie die Arbeitsgruppe die Aktion begründete.

«Der 31. Juli war nicht speziell gut frequentiert», meinte Silvan Hof von der organisierenden Arbeitsgruppe, «ist wohl zu heiss gewesen. Selbst die Filzstifte mussten wir in den Schatten legen, weil deren Hülsen sonst zu heiss geworden wären.» Hof lacht. 60 Unterschriften kamen zusammen.

Gut 160 Signaturen am Nationalfeiertag

Dafür war der eigentliche Nationalfeiertag am Samstag ein Renner. Weitere gut 160 Signaturen kamen innert vier Stunden hinzu und schliesslich zierten 223 Unterschriften die grossmächtige Schweizer Fahne aus solidem Stoffwerk. Die gut 12 Quadratmeter waren kurz nach 14 Uhr, zum Ende der Aktion, ordentlich bestückt, die Unterschriften gut verteilt. Detail am Rande: Die erste Unterzeichung am 1. August lieferte Anna Maria Bucher, ein Geburtstagskind. Vier Stunden später stand fest: Dass die Aktion haarscharf an der doch hübschen Schnapszahl 222 vorbeischrammte, lag einzig daran, dass kurz nach Torschluss noch einer seine Signatur nachlieferte.

Wenn die Gemeinde was macht, ist man dabei

Es gibt viele Gründe, weshalb der eine oder die andere die Fahne zeichnen mochte. Für Pia von Arx gilt allein schon die Losung, dass «me drby isch, wenn d’Gmein scho öppis macht», wie sie sagt. «Zudem ist es eine gute Idee», reicht sie nach. Gatte René nickt wortlos. «Ich gebe zu, ich hab’ ihn mitgschleipft», lacht sie.

Dem Paar aus Kleinwangen, quasi dem Dorf im Dorf, sticht einzig die Wangner Praxis, den 1. August jeweils am 31. Juli zu begehen, in die Nase. «Deshalb sind wir dort nie dabei», sagt Pia von Arx. Eine zweite Auflage der Fahnenaktion würde sie übrigens sehr begrüssen. Kein Wunder, denn nicht nur Wangnerinnen und Wangner machten der Fahne ihre Aufwartung. «Auch Besucher aus Rickenbach und Hägendorf kamen vorbei, weil ihnen die Idee sympathisch war», sagt Hof.

Es gab vor der Gemeindekanzlei, wo die sympathische Idee in aufgeräumter Stimmung ihre Umsetzung fand, auch sehr heitere Momente. So gab der eine Besucher etwa vor, seine Unterschrift auf der Fahne in besonders guter Nachbarschaft wissen zu wollen, während ein anderer bewusst auf dem roten Feld und nicht etwa auf den weissen Kreuzbalken signierte. «Das musste jetzt sein», kommentierte der sein Tun trocken.

Die gross dimensionierte Fahne bekommt ihren Platz übrigens nicht an einem Mast, wie das üblicherweise der Fall ist. Sie wird für die nächste Zeit die Südfassade des Alpschulhauses zieren «und dort sehr gut zu sehen sein», ist sich Hof sicher.

Sicherheitsdispositiv: Anforderungen erfüllt

Dass in Coronazeiten strenge offizielle Kontrollen zur Tauglichkeit des Schutzkonzeptes an der Tagesordnung sind, haben auch die Wangner Organisatoren erfahren. Zwei Herren überprüften die Sicherheitsvorkehrungen. Zu deren vollster Zufriedenheit übrigens. So liessen die beiden denn auch ihr Plazet zurück. Und natürlich auch ihre Signaturen auf der Schweizer Fahne.