BELLAWERDE

Rettungsübung im Eppenbergtunnel fand statt — eine Figurantin wurde dabei verletzt

Wenn der Eppenbergtunnel am 13. Dezember von den SBB in Betrieb genommen wird soll nichts dem Zufall überlassen werden. Schon gar nicht die Sicherheit. Zu diesem Zweck veranstalteten die SBB am Mittwoch eine gross angelegte Übung.

Noël Binetti
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Am Mittwoch hat die Rettungsübung «Bellawerde» im Eppenbergtunnel stattgefunden.
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Rettungsübung Eppenbergtunnel «BELLAWERDE»

Am Mittwoch hat die Rettungsübung «Bellawerde» im Eppenbergtunnel stattgefunden.

GAETAN BALLY / SBB CFF FFS

Beteiligt waren an der Aktion zum einen 350 Figurantinnen und Figuranten. Die SBB hat im Vorfeld Freiwillige dazu aufgerufen, sich zu melden. Innert kurzer Zeit waren die Plätze für die Übung belegt. Wegen der epidemiologischen Lage wurde die Notfallübung kleiner ausgetragen als ursprünglich geplant war. Auf der anderen Seite waren mehrere Blaulichtorganisationen und der lokale Zivilschutz vor Ort. Geübt wurden verschieden Abläufe, die Kommunikation zwischen Einsatzleitung und Rettungskräften, gemäss einem ausgearbeiteten Einsatzhandbuch. Die Verantwortlichkeiten für den Ereignisfall sind dafür klar definiert worden.

Wie die Staatskanzlei in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreibt, ist die Strecke zwischen Olten und Aarau ein «Flaschenhals» im Schweizerischen Eisenbahnnetz. Mit der Eröffnung des Eppenbergtunnels werde diese Situation entschärft: «Mit dem zweispurigen 3114 Meter langen Tunnel verdoppelt sich die Zahl der durchgängig befahrbaren Gleise zwischen Olten und Aarau.» Die Übung dauerte rund vier Stunden. Beteiligt waren die Polizei, Feuerwehr, der Rettungsdienst und die SBB-Interventionskräfte. Laut Mitteilung stand dabei die Zusammenarbeit im Fokus.

Auf Anfrage sagt Urs Schmid, Chef Regionenpolizei der Kantonspolizei Solothurn: «Die Rettungsübung hat gut funktioniert.» Einzelne Punkte seien erkannt worden, die einer Verbesserung bedurften. «Dazu gehört Funk und Kommunikation», sagt Schmid. Die Prozesse seien ansonsten gut eingespielt gewesen. Speziell an der Übung seien zwei Notausstiege gewesen: «Der Tunnel hat in Gretzenbach und Schönenwerd je einen Notausstieg.» Dort galt es für die Einsatzkräfte, «Passagiere» zu evakuieren. Der Ausstieg in Gretzenbach weise eine Höhe von 20, jener in Schönenwerd 61 Metern vor. Dort gelangten die Personen über Nottreppen ins Freie.

Figurantin verletzt sich

Die Beweggründe der Statisten für ihre Teilnahme an der Aktion waren unterschiedlich. Nach der Übung wurden die Freiwilligen in Bussen zurück zur Stadthalle Olten gefahren. Dort sagte Michael Klötzli aus Solothurn: «Ich arbeite selbst bei den SBB. Für mich war es ein Blick hinter die Kulissen.» Den Ablauf habe er als «ruhig und gut organisiert» empfunden. Eine Andere Teilnehmerin, die aus Gränichen angereist ist, erklärte: «Am Anfang war es merkwürdig, es gab irgendein Problem und ging eine Weile nicht weiter.» Den Grund kenne sie nicht, auch habe es kein Personal gehabt. Eine andere Figurantin die in Bern wohnt, meinte: «Es lief sehr professionell ab.» Sie sei aus dem Gedanken heraus gekommen, möglichen Opfern in der Zukunft einen Dienst zu leisten: «Es ist ein Solidaritätsgedanke.»

Bei einem Zwischenfall während der Übung hat sich eine Frau verletzt. Nach ersten Erkenntnissen sei eine Figurantin in ihrem Rollstuhl zu Fall gekommen. Sie wurde mit Verletzungen ins Spital gebracht. Auf Anfrage sagt Urs Schmid von der Kantonspolizei: «Wir können noch nichts genaueres zum Unfallhergang sagen, wir werden das abklären.» Nach jetzigen Erkenntnissen sei die Frau bei der Evakuierung aus dem Zug gestürzt.

Während der gesamten Aktion seien Schutzmassnahmen aufgrund von COVID-19 umgesetzt worden, damit das Risiko einer Virus-Übertragung minimiert wurde.