Däniken

Rettungssanitäter Markus von Arx: «Zum Auftanken gehe ich in die Berge»

Der ehemalige Dulliker Markus von Arx erzählte im Pfarrsaal Däniken von seinen Erlebnissen als Rettungssanitäter im In- und Ausland.

Rahel Bühler
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Markus Müller

35 Jahre hat Markus von Arx für den Rettungsdienst im Kanton Solothurn gearbeitet. 30 davon als Rettungssanitäter, die letzten fünf in der Kantonalen Alarmzentrale in Solothurn als Disponent. So hat er denn auch viel zu berichten während seinem knapp zweistündigen Vortrag im reformierten Pfarrsaal, welcher vom Pastoralraum Niederamt organisiert wurde.

Gekonnt und routiniert erzählt von Arx von einem seiner ersten Einsätze als junger Rettungssanitäter, als sich ein am Telefon als Bauchschmerzen beschriebenes Leiden als Geburt in einer Waschküche entpuppte. «Da war ich noch jung, dynamisch und hatte keine Ahnung, was zu tun ist.» Nachdem über Funk eine Hebamme angefordert wurde, verlief die Hausgeburt dann ohne grössere Komplikationen, so von Arx.

«Im Leben trifft man sich immer zwei Mal», so lautet ein bekanntes Sprichwort. Dies trifft auch auf eine junge Mutter zu, die sich beim Fensterputzen ein Bein brach und Markus von Arx im Anschluss der Rettung versprach, beim nächsten Mal kein Taburettli mehr zu verwenden, sondern eine kleine Leiter zu kaufen. «Einige Zeit später habe ich sie im Gäupark angetroffen, ihr Mann mit der Leiter und sie an Krücken», erzählt der 58-Jährige und lächelt.

An Bord von Air Zermatt

Nebst Einsätzen im Kanton Solothurn war Markus von Arx auch im Ausland als Rettungssanitäter unterwegs: Venedig, Zypern und Australien gehören zu seinen ehemaligen Arbeitsorten – und Zermatt. Dort war er nämlich bei der Air Zermatt, dem Walliser Pendant zur Rega, als technischer und medizinischer Flughelfer tätig.

Auch Fotos werden während des Vortrages präsentiert: Von Unfallstellen, Helikoptern und der alten Ambulanzflotte des Kantonsspitals Olten – worauf unter den zirka 30 anwesenden Zuhörern ob der veralteten Ausstattung einige in spontane Lacher ausbrechen.

Nicht nur schöne Erfahrungen

Doch Markus von Arx, der in Dulliken aufgewachsen und heute in der Region Solothurn wohnhaft ist, hat hie und da auch weniger schöne Erfahrungen gemacht. Mehrfach konnte bei der Ankunft an der Unfallstelle nur noch der Tod des Patienten festgestellt werden. So war von Arx im März 1994 vor Ort, als in Däniken ein ausschwenkender Schienenkran drei Wagen eines Schnellzuges aufschlitzte, 19 Menschen verletzte und neun das Leben nahm.

Wie er nach solchen Einsätzen wieder zu Kräften kommt oder sich davon abgrenzen kann, fragt sich der Zuhörer unweigerlich. Doch bevor Letzterer die Frage stellen kann, beantwortet sie von Arx gleich selber: «Ich gehe in meine geliebten Berge, dort kann ich abschalten und neue Kraft tanken.»