Niedergösgen

Gemeinde unterstützt Pfadi Gösgen und zahlt 180'000 Franken an neues Heim

An einer rekordverdächtig schnellen Gemeindeversammlung in Niedergösgen wurden alle gestellten Anträge angenommen. Die Gemeinde beteiligt sich mit 180'000 Franken an einem neuen Heim für die Pfadi Gösgen.

Fabio Baranzini
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Fabio Baranzini

Es war ein Bild mit Seltenheitswert: An der Gemeindeversammlung in der Aula der Schule Niedergösgen hatte es tatsächlich zu wenig Stühle, sodass kurz vor Versammlungsbeginn noch zwei Bänke und zusätzliche Stühle aufgetrieben werden mussten.

Grund dafür waren die zahlreichen, vorwiegend jungen Vertreter der Pfadi Gösgen, die sich an der Gemeindeversammlung eingefunden hatten. Dass die Pfadi mit einer grossen Delegation – es dürften gegen 30 Personen gewesen sein – anwesend war, hatte einen guten Grund: Es wurde darüber abgestimmt, ob sich die Gemeinde Niedergösgen mit 180'000 Franken am neuen Pfadiheim beteiligt oder nicht.

Als dann das Traktandum «Pfadiheim» an der Reihe war, schilderte Gemeindepräsident Kurt Henzmann die Ausgangslage: «Das 30 Jahre alt Pfadiheim ist wegen Schimmel und Parasitenbefall seit längerem nicht mehr bewohnbar. Deshalb braucht es eine Alternative.»

Der Pfadiheim-Verein schätzt die Kosten für das neue Heim auf 600'000 Franken und hat den Antrag gestellt, dass sich die Gemeinde Niedergösgen mit 180'000 Franken daran beteiligt. Die restlichen Gelder sollen mit Eigenmitteln, Beiträgen aus dem Sport-Toto-Fonds, sowie Spenden aufgetrieben werden.

Erleichterung bei der Pfadi

«Wir nehmen ehrliche und gut organisierte Jugendarbeit ernst und sind daher bereit, diesen Vorschlag der Gemeinde zu präsentieren», so Henzmann. Im Gegenzug möchte die Gemeinde Einsitz nehmen in der Heimkommission, um bei den Vermietungen mitreden zu können.

In der Folge wandte sich Markus Spielmann, Finanzchef des Pfadiheim-Vereins, mit weiteren Detailerklärungen an die anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Er betonte, dass das neue Heim nicht nur von der Pfadi Gösgen genutzt werden solle. «Es steht auch der Öffentlichkeit für Familien-, Firmen- und Vereinsanlässe zur Verfügung», so Spielmann.

Der Antrag für die 180'000 Franken wurde von der Gemeindeversammlung mit grosser Mehrheit angenommen. «Ich bin froh, dass es so reibungslos geklappt hat. Ich hätte gedacht, dass es mehr Diskussionen gibt», zeigte sich Markus Spielmann erleichtert.

Er weiss aber auch, dass damit erst der Anfang gemacht ist. «Die 600'000 Franken aufzutreiben, ist wie ein Marathon. Und bei einem Marathon ist die zweite Hälfte immer die anstrengendere. Wir haben eine gute Grundlage, aber jetzt müssen wir weitermachen.»

Verlust budgetiert

Genauso reibungslos, wie die Abstimmung zum Pfadiheim über die Bühne ging, verlief auch der Rest der rekordverdächtig schnellen Gemeindeversammlung, die nach einer Stunde und 15 Minuten bereits zu Ende war. Der Investitionskredit für die Kanalsanierungen an der Jurastrasse, der Rainstrasse, der Möslistrasse und dem Friedhofsweg über 171'000 Franken wurde ohne Gegenstimme angenommen. Genauso derjenige über 1,18 Millionen für die Sanierung der Schachenstrasse.

Auch der Antrag zur Genehmigung der neuen Vereinbarung der Sekundarschule Unteres Niederamt ab 2018 wurde klar angenommen, genauso wie der Ausbau des Pensums der Stelle «Bausekretariat» von 40 auf 80 Stellenprozente bewilligt wurde.

Zum Abschluss präsentierte Beat Fuchs das Budget für das kommende Jahr. Geplant ist ein Defizit von 468 724 Franken bei einem Ertrag von 16,07 Millionen und einem Nettoinvestitionsvolumen von 1,896 Millionen. «Das Defizit sieht schlimmer aus, als es ist», so Fuchs. «Denn es kommt vor allem dadurch zustande, dass wir auf der Ertragsseite wie gewohnt sehr vorsichtig budgetiert haben.»

Oder wie es Gemeindepräsident Kurt Henzmann formulierte: «Niedergösgen geht traditionell mit roten Zahlen ins Jahr und mit schwarzen Zahlen aus dem Jahr.» Das scheinen auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger so zu sehen. Sie stimmten dem Budget ohne Diskussionen zu.