Lostorf

Einwohner fordern Tempo 30 Zonen – das Anliegen fand grossen Anklang

In Lostorf wurde dem Gemeinderat eine Petition mit der Forderung nach Tempo-30-Zonen eingereicht. Initiiert wurde die Unterschriftensammlung am 14. Januar 2020.

Jacqueline Schreier
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Tempo 30-Zonen

Tempo 30-Zonen

Bruno Kissling

Es ist immer wieder mal Thema: die Einführung von Tempo- 30-Zonen. Auch in Lostorf ist diese Diskussion nicht neu. Erst im Herbst vergangenen Jahres hat der Gemeinderat darüber entschieden, den Antrag zu Tempo 30 in Mahren weiterzuverfolgen. Dies nachdem knapp ein Jahr zuvor von den Einwohnern des Weilers die Initiative ergriffen und Unterschriften für eine Tempo-30-Zone gesammelt wurden. Nun wird von den Einwohnern der Gemeinde Lostorf erneut die Forderung nach Tempo-30-Zonen laut.

Michel Grimm hat zusammen mit seiner Frau am 14. Januar 2020 eine Unterschriftensammlung gestartet betreffend der Verkehrssicherheit in Lostorf. Um für ihr Anliegen genug Unterstützung zu erhalten, bedienten sie sich des Online-Portals «Petitio» dieser Zeitung. Während dreissig Tagen konnte man die Forderung Grimms bequem per Mausklick unterstützen. Dadurch schloss man sich der Forderung an den Gemeinderat an , dass auf dem Gemeindegebiet von Lostorf zeitnah mehrheitlich Tempo-30-Zonen eingeführt werden sollen. Hierbei sollen besonders Strassen in Wohnquartieren und entlang von Schulwegen berücksichtigt werden. Grimm schlägt vor, für eine grobe Kostenschätzung beispielsweise Informationen aus der Gemeinde Dulliken – die während der letzten Jahre in allen Quartieren Tempo-30-Zonen eingeführt hat – einzuholen und mit dem Strassennetz von Lostorf abzugleichen. So würde man sich bei einer ersten Evaluation teure und lange dauernde Gutachten ersparen. Weiter fordert Grimm, dass der Gemeinderat vor einem definitiven Entscheid die Einwohner dazu befragt und die Ergebnisse berücksichtigt.

Wie aus der Forderung hervorgeht, wurde diese aufgrund des Bedürfnisses von zahlreichen Einwohnern nach mehr Sicherheit gestartet. Persönliche Erfahrungen oder Beobachtungen hätten vermehrt die Notwendigkeit von Tempo-30-Zonen in den Quartieren gezeigt. Nebst der Anwesenheit von Kindern und unübersichtlichen Stellen werden hier insbesondere auch Verkehrsteilnehmer genannt, die ihr Tempo nicht den Gegebenheiten anpassen. Dies alles werde aus Sicht der Einwohner «zwangsläufig zu einem Unfall führen» und zeige, dass Tempo 50 in Quartieren zu schnell sei.

Das Anliegen Grimms fand grossen Anklang. «Ich habe viele Reaktionen – und zwar ausschliesslich positive – erhalten», bestätigt Grimm. Zahlreiche Einwohner, die seine Forderung unterstützen, hätten sich auch persönlich bei ihm gemeldet.

Innerhalb der Frist ist die Forderung von 335 Personen unterschrieben worden. Ab einer Zahl von Hundert Unterstützern wird von «Petitio» ein offizieller Brief an die verantwortliche politische Behörde auf kommunaler Ebene geschrieben. Gemeindepräsident Thomas Müller wurde durch besagten Brief auf die Forderung der Einwohner aufmerksam gemacht. Er hat bereits eine offizielle Antwort auf der Plattform veröffentlicht und das persönliche Gespräch mit Grimm gesucht, um über dessen Anliegen zu diskutieren.

Tempo 30 ist alle paar Jahre wieder Thema

Auch Müller sieht in der Forderung nach Tempo-30-Zonen ein grosses Anliegen der Bevölkerung. So werde es auch immer wieder aufgegriffen. «Tempo 30 ist ein Thema, dass alle paar Jahre wieder aufkommt», sagt Müller. Er fügt an: «Man hat schon früher über das Thema diskutiert, Abklärungen machen und Gutachten erstellen lassen. Aber bisher wurde es stets abgelehnt, nicht zuletzt auch aus Kostengründen.» Müller erklärt, dass das Projekt Tempo 30 aufwendiger, zeitintensiver und teurer sei, als häufig angenommen wird. Es müssten im Voraus etliche Fragen geklärt werden, bis überhaupt die Baukommission mit weiteren Schritten beauftragt werden kann. «Die Abklärungen dauern lange und die Einführung kostet sicher mehrere Hunderttausend Franken. Das Ganze ist nicht zu unterschätzen», so Müller.

Grimms Petition hat gute Chancen

Wie Müller in der offiziellen Antwort auf der Plattform schreibt, rechnet er damit – ohne allerdings einen Entscheid vorwegnehmen zu wollen – dass der Gemeinderat auf die Forderung eingehen wird. Auch Grimm zeigt sich guter Dinge. «Die Petition wurde unter anderem auch von vier Gemeinderäten unterschrieben, deswegen habe ich grosse Hoffnungen», so Grimm. Seines Wissens sei das Thema immer noch auf der Pendenzenliste des Gemeinderates und werde demnächst behandelt. Müller bestätigt, dass sich der Gemeinderat wahrscheinlich in der übernächsten Sitzung mit dem Forderung nach Tempo- 30-Zonen in den Quartieren befassen werde.