Erlinsbach

Ein Fahrradtrikot und Zustupf ans Elektrovelo zum Abschied

An der vergangenen Gemeindeversammlung wurde der langjährige Gemeindepräsident von Erlinsbach, Markus von Arx, verabschiedet. Von Arx war 12 Jahre lang Präsident und 23 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats.

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Fabio Baranzini

Nur einmal erhitzten sich die Gemüter im Erlinsbacher Gemeindehaus. Zumindest ein wenig. Dann nämlich, als es gegen Ende der Gemeindeversammlung um die Neuausrichtung des Forstbetriebs ging. Gemeinderat Philipp Zaugg hatte erläutert, dass die Forstbetriebsgemeinschaft Gösgeramt, zu der auch Erlinsbach SO gehört, nach dem Ausscheiden von Niedergösgen nicht mehr in dieser Form weitergeführt werden könne. Deswegen strebe man ein Zusammenschluss mit dem Forstbetrieb Werderamt zum neuen öffentlich-rechtlichen Unternehmen «Forstbetrieb Niederamt» an.

Angepasste Entschädigung

In Erlinsbach erhält der Inhaber des Gemeindepräsidiums (50%-Pensum) neu 45'000 Franken pro Jahr. Die bisherige Entschädigung lag bei 33'000 Franken. Die übrigen Gemeinderäte erhalten neu 8000 Franken, zuvor waren es 7800. Diese Anpassung ist ab der neuen Amtsperiode gültig, die am 1. Oktober begonnen hat. (fba)

Markus von Felten, Vorsitzender der Finanzkommission der Gemeinde, stellte daraufhin die kontroverse Frage, ob man denn den Wald nicht einfach für mehrere Jahre sich selber überlassen könne, um Kosten zu sparen. «Der Wald war ja schon vor uns da und wird auch ohne unsere Pflege weiterwachsen», so von Felten.

Mit diesem Vorschlag stiess er auf vehementen Widerstand seines Namensvetters und ehemaligen Gemeinderates Markus von Felten, der an der Aufgleisung des Projekts «Forstbetrieb Niederamt» beteiligt war. «Den Wald kann man selbstverständlich nicht sich selber überlassen. Die Pflege – insbesondere diejenige der Jungbäume – ist ausserordentlich wichtig. Deshalb rate ich euch, diesen Anträgen zuzustimmen», so von Felten.

Verpflichtungskredite bewilligt

Genau das taten die Stimmberechtigten nach dem kurzen verbalen Schlagabtausch der beiden dann auch. Sie stimmten den neuen Statuten sowie dem Investitionsbeitrag über 127'500 Franken zur Bildung des Eigenkapitals des «Forstbetriebs Niederamt» und der Auflösung des aktuellen Vertrags der Forstbetriebsgemeinschaft Gösgeramt klar zu.

Zuvor war die Gemeindeversammlung in den gewohnten Bahnen verlaufen. Die drei Verpflichtungskredite für den Ersatz der Wasserleitungen in der Langmattstrasse (200'000 Franken), für den Wasserleitungsersatz in der Hornstrasse (196'000 Franken) und für die Sanierung dieser (340'000 Franken) wurden alle ohne Gegenstimme angenommen. Ebenfalls einstimmig genehmigt wurde der Vertrag zur Bildung eines Friedensrichterkreises mit der Gemeinde Kienberg ab 2018.

51'843 Franken Überschuss

Auch das Budget für das kommende Jahr gab kaum Anlass zu Diskussionen und wurde einstimmig angenommen, genauso wie der Antrag, den Steuerfuss bei 98 Prozent zu belassen.

Und das mit gutem Grund: Die Gemeinde budgetiert für da nächste Jahr einen Ertragsüberschuss von 51'843 Franken bei Ausgaben in der Höhe von 13'189 837 Franken. «Es freut mich natürlich, dass ich ein so tolles Budget präsentieren kann», sagte Hans Jörg Müller, der für das Ressort Finanzen zuständig ist. Fürs kommende Jahr sind Investitionen in der Höhe von 2,139 Millionen Franken geplant. Die grössten Posten sind dabei die Sanierung des Sportplatzes Breite (564'000 Franken) und das dazugehörige Klubhaus (426'000 Franken) sowie die drei Projekte für die neuen Wasserleitungen und die Strassensanierung.

Markus von Arx verabschiedet

Am Ende der Gemeindeversammlung wurde Markus von Arx verabschiedet, der 23 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats gewesen war – die letzten zwölf als Gemeindepräsident. «Es geht eine Ära zu Ende», sagte Madeleine Neumann, die ihre erste Gemeindeversammlung als Präsidentin geleitet hatte. «Ganz herzlichen Dank für deinen Einsatz in den letzten Jahren und ein grosses Dankeschön an deine Frau, die oft auf dich verzichten musste.»

Als Abschiedsgeschenk erhielt von Arx ein Fahrradtrikot und einen Zustupf an ein neues Elektrovelo. In seiner kurzen Ansprache bedankte er sich für die Unterstützung des Gemeinderates und der Verwaltung während seiner Amtszeit. «Ohne sie wäre vieles von dem, was wir erreicht haben, nicht möglich gewesen.»