Schönenwerd

Das Waldbüro soll auch Waldwellness vermitteln

Das neue «Waldbüro», initiiert von einem Schönenwerder, engagiert sich für sinnvolle, zukunftsorientierte Nutzung des Schweizer Waldes.

Noel Binetti
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Peter Fibich (links) und Roland Lüthi verstehen sich als Botschafter des Waldes.

Peter Fibich (links) und Roland Lüthi verstehen sich als Botschafter des Waldes.

Bruno Kissling

«Engagement für sinnvolle, zukunftsorientierte Nutzung des Schweizer Waldes»: So lautet das erklärte Ziel vom Initianten des Schweizer Waldbüros, Peter Fibich aus Schönenwerd. Unterstützt wird er bei diesen Anliegen von Roland Lüthi.

Ein Drittel der Schweiz sei bedeckt mit Wald. Wenn es nach den beiden Waldbotschaftern geht, sollen der Bevölkerung die vielseitigen Möglichkeiten dieses wertvollen Naturraumes in einem neuen Kontext näher gebracht werden. Denn, so erklärt Peter Fibich, der Schweizer Wald kämpfe gegen unterschiedlichste Umwelteinflüsse. Sein enormer Wert für unsere Gesellschaft würde zu wenig erkannt. Fibich verbringt praktisch jeden Tag Zeit im Wald.

Er sagt: «Wir wollen unsere Kräfte einsetzen für den Schweizer Wald.» Es gehe darum, verschiedene Akteure zusammenzubringen. So soll das Waldbüro eine Plattform sein für unterschiedlichste Anspruchsgruppen rund um den Wald. Unternehmen und Institutionen würden vom Waldbüro beraten, Kurse sollen vermittelt, aber auch selber organisiert und angeboten werden. Ob für Firmen, Schulen oder Private: Das Thema Wald betreffe alle.

Es gibt einen Knigge für den Waldbesuch

Der Kinofilm «Das geheime Leben der Bäume» nach dem gleichnamigen Bestseller von Peter Wohlleben (D) trifft den Nerv der Zeit. Begriffe wie Achtsamkeit, Schutz der Umwelt und Entschleunigung sind in aller Munde. Passend also, dass sich auch in der Schweiz jemand für die Giganten in Grün starkmacht. Wälder sind die Lunge der Erde, beide gilt es zu schützen. Wo unterschiedliche Gruppen Ansprüche anmelden, seien Regeln unerlässlich. Fibich dazu: «Für den Aufenthalt im Wald gibt es einen Knigge. Klar ist, für Abfall habe es im Wald überhaupt keinen Platz. Aber man soll zum Beispiel auch kein Wild aufschrecken, keine Pflanzen ausreissen oder eigenmächtig Bäume fällen.» Auch gelte es, Ruhezonen und Gebotsschilder strikt zu respektieren.

Licht- und Schattenspiele, frische Luft, die nach Harz, Rinde oder feuchter Erde riecht – ein Aufenthalt im Wald könne alle unsere Sinne anregen. Die Gründe, um Zeit im Wald zu verbringen, scheinen unbegrenzt: Ob Orientierungslauf, Waldlesung, Spaziergang auf versteckten Pfaden, das Beobachten von Tieren, eine Yoga-Stunde unter Nadelbäumen, Bräteln an der Feuerstelle, Stille und Raum
für Gedanken, der Besuch einer Waldkita: Alles wird irgendwie aufregender und kurzweiliger zwischen den Stämmen. Doch welche Geschichten weiss der Wald uns eigentlich zu erzählen? Fibich und Lüthi vom Waldbüro gehen dieser Frage nach und zeigen Antworten auf. Sie wollen Waldbesitzer und Waldbesucherinnen und Waldbesucher näher zusammenbringen, ihnen einen Austausch ermöglichen.

Neue Nutzungskonzepte fürs Unterholz

Fibich ist Marketingspezialist. Dieses Know-how will er jetzt in den Dienst des Waldes stellen. Er sagt: «Wenn Menschen durch ihren Alltag gestresst sind, kann der Wald mit seinen naturbezogenen Möglichkeiten durchaus helfen.»

Der Wald habe eine beruhigende Wirkung auf unser vegetatives Nervensystem. Warum das so sei und welche anderen für uns wichtigen und auch interessanten Funktionen der Wald innehat, das wollen Fibich und Lüthi mit ihrem Projekt vom Waldbüro vermitteln. «Denn der Wald ist im Wandel, die Holzwirtschaft ist unter Druck und der Klimawandel ist auch im Wald spürbar», so Fibich. Der Fokus vom Waldbüro liege auf drei Hauptbereichen: Waldmarketing, Walderlebnisse und Waldwellness. «Wir wollen Ansprechpartner sein für alle Belange rund um den Wald. Wer Fragen hat oder sich zum Thema einbringen will, ist eingeladen sich mit uns in Verbindung zu setzen», fordert Fibich auf. Es gelte auch neue Nutzungskonzepte zu erschliessen, welche sich mit der Zukunft des wertvollen Lebensraumes Wald beschäftigen. Finanziert werden soll das Projekt laut den Initianten aus den Erlösen der angebotenen Kurse sowie Beratungen für Firmen und Private.