Däniken
Die letzte Landparzelle wird veräussert – Souverän behält sich Rückkaufsrecht vor

Der Souverän in Däniken sagt Ja zum Verkaufserlös von rund 725'000 Franken und heisst die Jahresrechnung 2020 gut.

Urs Amacher
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Landverkauf spült der Gemeinde Däniken rund 725'000 Franken in die Kasse.

Landverkauf spült der Gemeinde Däniken rund 725'000 Franken in die Kasse.

Bruno Kissling

Die Landsgemeinde fand nicht wie vorgesehen unter freiem Himmel statt. Ein Sommergewitter mit heftigem Wolkenbruch zwang die Rechnungsgemeindeversammlung der Einwohnergemeinde Däniken am vergangenen Montagabend ins Innere der Erlimatthalle. Dort eröffnete Gemeindepräsident Matthias Suter pünktlich auf den Achtuhr-Glockenschlag der nahen Josef-Kirche die Versammlung.

Landverkauf zwecks Überbauung zugestimmt

Als gewichtigstes Sachgeschäft stand der Verkauf einer Baulandparzelle zuoberst auf der Traktandenliste. Die Gemeinde Däniken war im Gebiet Lören Eigentümerin eines erschlossenen Grundstücks von rund 24'000 Quadratmetern. Das Areal wurde in fünf Parzellen aufgeteilt, um diese an kleinere und mittlere Unternehmen zu verkaufen. Inzwischen sind vier Teile vergeben worden. Nun beantragt der Gemeinderat, auch die letzte Tranche zu veräussern. Das betreffende Stück Industrieland misst rund 2800 Quadratmeter. Der Quadratmeterpreis beträgt 252 Franken, so dass die Gemeinde einen Erlös von total 723'492 Franken erzielen wird. Am Kauf interessiert ist die Bluhm Systeme GmbH. Das auf die Etikettierung und Beschriftung spezialisierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Rheinbreitbach im Norden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und kann am bisherigen Schweizer Standort in Gretzenbach nicht wachsen. Aktuell beschäftigt die Firma Bluhm elf Mitarbeitende. Die Käuferin verpflichtet sich, das Areal innert drei Jahren zu überbauen. Andernfalls wird die Gemeinde vom Rückkaufsrecht Gebrauch machen. Die Bluhm Systeme GmbH wird auch den Firmensitz nach Däniken verlegen. Die 35 anwesenden Stimmberechtigten stimmten dem Verkauf ohne Diskussion einstimmig zu.

Einstimmigkeit auch bei anderen Traktanden

Eine Formsache war auch die Behandlung der beiden Reglemente zum schulärztlichen Dienst und zur Schulzahnpflege, welche vom Gemeinderätin Erika Schranz vorgestellt wurden. Mit den Änderungen wird übergeordnetes kantonales Recht vollzogen. Neu werden die finanziellen Beiträge nicht mehr pauschal, sondern entsprechend dem steuerbaren Einkommen und Vermögen der Eltern geleistet. Auch diese Vorlagen wurden diskussionslos und ohne Gegenstimmen verabschiedet.

Überschuss beim Ertrag statt bei Aufwänden

Dasselbe traf auch auf die Jahresrechnung 2020 zu, die von Ressortleiterin Gabi Stiegeler vorgestellt und von Finanzverwalter Martin Suter im Detail erläutert wurde. Bei Einnahmen von rund 15,4 Millionen Franken und Aufwendungen von rund 14,3 Millionen Franken resultierte im vergangenen Jahr ein Ertragsüberschuss von rund 1,1 Millionen Franken. Im Budget hatte man noch mit einem Aufwandüberschuss von 300'000 Franken gerechnet. Wegen der Pandemie waren von der Gemeinde nicht alle geplanten Projekte realisiert worden.

Bei den Steuereinnahmen blieben die Erträge von den natürlichen Personen hinter den Erwartungen zurück; die Erträge von den juristischen Personen machten dieses Minus jedoch mehr als wett. Der doch flotte Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen und soll helfen, allenfalls zukünftige magere Jahre abzufedern.

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