Amtsgericht Olten-Gösgen
Vier Männer wegen Drogenhandels in Lostorf verurteilt

Das Gericht spricht vier Männer aus dem albanischen Kulturkreis schuldig, in Lostorf einen Drogendeal mit 650 Gramm Kokain durchgeführt zu haben. Sie wurden zu Freiheitsstrafen zwischen 18 und 38 Monaten verurteilt.

Hans Peter Schläfli
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Amtsgericht Olten-Gösgen.

Amtsgericht Olten-Gösgen.

Bruno Kissling (Archiv)

Es war ein ungewöhnlicher Indizienprozess, der auf den unbeteiligten Beobachter manchmal wirkte, als würde die Staatsanwältin «Luftgitarre» spielen. Von der Herkunft bis zu Verbleib des Kokains konnte nämlich nie eine physische Spur der Droge sichergestellt werden. Trotzdem hörte das Gericht die Musik laut und deutlich – um bei der Metapher zu bleiben – und verurteilte alle Beschuldigten als Mittäter des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetzes mit Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen.

Die Anklage basierte auf den Aussagen des in der Region Olten lebenden Mannes, der den Deal vermittelt hat, den Chat-Verläufen im Internet sowie den Handy-Ortungen der vier Männer. Demnach muss sich die Geschichte ungefähr so abgespielt haben: Ein Solothurner und ein Thurgauer lernen sich in Liestal beim illegalen Pokerspiel kennen.

Sie beschliessen, einen Drogendeal durchzuziehen. Drei Tage später vermittelt der Solothurner ein Treffen zwischen den Verkäufern, zwei Brüdern aus Albanien, die der Thurgauer Käufer noch nie gesehen hatte. Einen Test der Qualität der Droge gab es nicht. Bei der Übergabe in Lostorf hat der Verkäufer ein Paket mit 650 Gramm Kokain in das Auto geworfen. Eine Übergabe der vereinbarten 26'000 Franken gab es nicht.

«Es ist nicht möglich, eine Geschichte derart zu konstruieren, dass sie sich sowohl mit den Aussagen in den Chatprotokollen als auch mit den ermittelten Standorten deckt»,

heisst es in der Urteilsbegründung.

Zudem habe sich der Denunziant mit seinen Aussagen selber schwer belastet und es gebe dazu keinen anderer Beweggrund, als die Angst vor dem Verkäufer der Drogen, der von ihm Geld erpressen wollte.

Hinzu kommt Erpressung

Der Verkäufer wurde zusätzlich zum Drogendelikt auch noch wegen Erpressung schuldig gesprochen. Er hatte dem Vermittler Drohungen wie «ich werde dir den Kopf mit dem Schraubenzieher öffnen» geschrieben. Er wurde mit einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten und einem Landesverweis von 6 Jahren belegt.

Der jüngere Bruder des Verkäufers wurde zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges für 14 Monate sowie einem Landesverweisung von 5 Jahren verurteilt. Der im Thurgau lebende Verkäufer wurde zu 34 Monaten unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges für 22 Monate verurteilt.

Da er als einziger den Schweizer Pass besitzt, gab es für ihn keinen Landesverweis. Der Solothurner Denunziant wurde zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt, die auf Bewährung ausgesetzt wird. Er wird für 5 Jahre des Landes verwiesen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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