Zuchwil
Geschenk an der letzten Gemeindeversammlung von Stefan Hug: Alles durchgebracht

Die Strombeschaffung ist in Zuchwil immer noch umstritten. Eine Mehrheit der Stimmberechtigten möchte, dass die Regio Energie Solothurn ab 1. Januar 2022 Stromlieferantin wird. Alle anderen Traktanden passierten mit einem grossen Mehr.

Rahel Meier
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Stefan Hug verabschiedete sich mit einem Lied von Udo Jürgens, vielen Bildern aus den letzten acht Jahren und Dankesworten, die eingeblendet wurden.

Stefan Hug verabschiedete sich mit einem Lied von Udo Jürgens, vielen Bildern aus den letzten acht Jahren und Dankesworten, die eingeblendet wurden.

Rahel Meier

Zehn Traktanden standen an der letzten Gemeindeversammlung von Stefan Hug in Zuchwil an. Umstritten war nur eines: Wie soll die Strombeschaffung künftig aussehen? Der Gemeinderat hat der Gemeindeversammlung – mit 8 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung – vorgeschlagen, ab 1. Januar 2022 von der AEK Energie AG zur Regio Energie Solothurn (RES) zu wechseln und das Reglement über die Abgabe elektrischer Energie aus dem Jahr 1975 zu revidieren und im nächsten Dezember an die Gemeindeversammlung zu bringen.

Regio Energie Solothurn ist keine Unbekannte

Patrick Marti (Präsident Arbeitsgruppe Strom) erklärte an der Gemeindeversammlung, dass das Angebot der Regio Energie finanziell für Zuchwil das Interessanteste sei. Nicht nur seien die Strompreise bei der RES besser, auch die Vergütung für alle diejenigen, die selber Strom produzieren seien höher. Die AEK Energie AG habe zudem auf Anfrage verlauten lassen, dass ihr ursprüngliches Angebot nicht mehr gültig sei.

«Die Regio Energie Solothurn ist keine Unbekannte für uns. Wir arbeiten in der gemeinsamen Wasserversorgung bereits eng zusammen», so Marti weiter. Zurzeit sei Zuchwil in einem vertragslosen Zustand. Das möchte man ändern.

Zuerst das Reglement anpassen

Anderer Meinung war Ulrich Bucher. Er stellte den Antrag auf Rückweisung des Geschäftes. Zuerst solle das Reglement angepasst werden. Zudem sei unklar, welche Folgekosten die Vergabe an die Regio Energie Solothurn habe, weil die Gemeinde noch ins Netz und in die neuen Smartmeter investieren müsste.

Dem Antrag von Ulrich Bucher folgten allerdings nur 30 anwesende Stimmberechtigte, 65 wollten auf das Geschäft eintreten. 74 Personen stimmte anschliessend der neuen Zusammenarbeit mit der RES zu, 22 sagten nein und 21 enthielten sich der Stimme.

Erweiterungsbau für das Kijuzu im Unterfeld

Deutlich angenommen wurde auch der Kredit für den Erweiterungsbau für das Kijuzu (Kinder und Jugend Zuchwil). Im heutigen Kijuzu können total 48 Kinder gleichzeitig betreut werden. Im Erweiterungsbau, der auf dem heutigen Robinsonspielplatz im Unterfeld erstellt werden soll, könnten weitere 24 Kinder aufgenommen werden.

Das Kijuzu sei heutzutage vollkommen ausgelastet und es gebe Wartelisten, machte Stiftungsratspräsident Stephan Hug klar. Gleichzeitig werde in Zuchwil weiter gebaut und es würden Familien zuziehen. Tatsächlich war die Eröffnung ursprünglich bereits für den Sommer 2021 vorgesehen, musste aber wegen der Coronapandemie verschoben werden. «Wenn alles gut läuft können wir im Sommer 2022 aufmachen», erklärte Reto Vescovi, der die Planung als Experte begleitet hat.

Der Neubau werde gut in die Landschaft und den nahen Wald eingebettet meinte Peter Baumann (Leiter Bau und Planung). Das Gebäude sei so konzipiert, dass es später aufgestockt werden könnte. Der bestehende Spielplatz bleibe bestehen und werde gemeinsam mit der Bürgergemeinde saniert.

Auch hier gab es einen Rückweisungsantrag. Er wurde von Silvio Auderset eingebracht, der abwarten möchte, wie sich die finanzielle Situation der Gemeinde wegen der Coronakrise entwickelt. Eine grosse Mehrheit war aber für Eintreten und stimmte dem Kredit und damit dem Neubau zu.

Postulat abgeschrieben

Vorher wurde bereits ein Postulat abgeschrieben, das forderte das neue Kijuzu an einem anderen Ort zu bauen. Postulant Michael Marti machte dabei darauf aufmerksam, dass das Grundstück mit dem Neubau vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen überführt werde und damit die Rechnung der Gemeinde zusätzlich mit Abschreibungen belaste. Der Grossteil der Anwesenden folgte aber dem Antrag des Gemeinderates. «Zuchwil hat ein stattliches Eigenkapital. Die Investition lohnt sich», meinte auch Gemeindepräsident Stefan Hug.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Zuchwil

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 55'831 57'157
Gesamtertrag 58'140 57'700
Jahresergebnis 2'309 543
Steuereinnahmen nat- Pers. 22'383 22'220
Steuereinnahmen jur. Pers. 10'406 6'289
übrige Steuereinnahmen 575 856
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 2'375 2'201
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 13'670 7'654
Investitionseinnahmen 979 503
Nettoinvestitionen 12'691 7'151
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 120% 120%
Steuerfuss jur. Pers. 120% 120%
Selbstfinanzierungsgrad 38.67% 46.32%
Eigenkapitaldeckungsgrad 42.12% 41.14%
Netto-Vermögen pro Kopf
Netto-Schulden pro Kopf 678 1'096

Weitere Traktanden durchgewinkt

Mit einer grossen Mehrheit wurde weiter dem neuen Leistungsvertrag mit der Sportzentrum Zuchwil AG für die Jahre 2021 bis 2025 zugestimmt. Auch das Reglement für die Schulzahnpflege, das Reglement für die Besuche beim Schularzt, der Kredit für die Autodrehleiter der Feuerwehr und die Rechnung 2020 wurden genehmigt

Zuchwil hat sich verändert unter Stefan Hug

Abschliessend verabschiedete sich Stefan Hug. Bereits am 1. Juli werden der neu gewählte Gemeinderat und der neue Gemeindepräsident ihre Arbeit aufnehmen. Für Hug war es die letzte Sitzung als Gemeindepräsident.

Er hatte eine Präsentation mit Bildern aus den acht Jahren seiner Amtszeit vorbereitet. Dazu bedankte er sich in einem Lauftext bei allen, mit denen er zusammengearbeitet hat in dieser Zeit.

«Ich blicke auf acht bewegte Jahre als Chefdienstleister in Zuchwil zurück»,

meinte er. Das Dorf habe sich stark verändert in dieser Zeit. Unterlegt wurde die Präsentation mit dem Lied «Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient» von Udo Jürgens.

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