Zuchwil
Attraktion Aareplatz im Riverside-Quartier erfordert ökologischen Ersatz

Die Ausnahmebewilligung für den Aareplatz im Zuchwiler Riverside erfordert Ausgleichsmassnahmen entlang der Aare. Sie dienen der Entflechtung von Natur und Nutzung.

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Die ersten Wohnungen sind im Bau.

Die ersten Wohnungen sind im Bau.

Urs Byland

Im Quartier Riverside entstehen aktuell die ersten fünf Gebäude mit insgesamt 140 Wohnungen, darunter ein Hochhaus als Abschluss im Westen. Diesem vorgelagert bis zur Aare soll der Aareplatz mit einem direkten Treppenzugang zur Aare entstehen. Der Name des neuen Platzes wurde vom Zuchwiler Gemeinderat erst kürzlich bestätigt. Er wird nicht nur den Bewohnern des Riverside, sondern auch allen Nutzern des Areals zur Verfügung stehen.

Der 40 Meter lange Platz ist als Aufenthalts- und Zugangsort am Fluss geplant und dient als Scharnier für den Langsamverkehr zwischen öffentlichem Aareuferweg und dem inneren Wegnetz im Riversidequartier. Dabei ist vom Parterre des Hochhauses bis zur Aare hinunter ein Höhenunterschied von vier Metern zu bewältigen.

Dieser Höhenunterschied wird mit Gefälle im Platzbereich und Abtreppungen erreicht. Rampen ermöglichen einen behindertengerechten Zugang zur Aare. Geplant ist ein Anlegesteg für das Öufiboot, Stand-up-Paddler und Kanuten, nicht aber private Boote. Gerechnet wird mit 1,5 Mio. Franken Kosten.

Ökologischer Ersatz muss geleistet werden

Die öffentlich aufgelegte Baupublikation beinhaltet die Umgebungsgestaltung des Aareplatzes sowie die Ausgleichsmassnahmen. Der Bau der Treppe erfolgt im Gewässerraum der Aare, der kommunalen Uferschutzzone und führt zu einem Eingriff in die Ufervegetation. Deshalb kann die Bewilligungsfähigkeit für den Bau des Aareplatzes nur sichergestellt werden, wenn für diesen Eingriff angemessener ökologischer Ersatz geleistet wird.

Letztlich wird der Kanton über das Bauvorhaben entscheiden, befindet sich das Areal für den Platz doch ausserhalb der Bauzone. Nötig wird eine Ausnahmebewilligung, zumal der Projektperimeter innerhalb des westlichen Teilgebietes des an der Aare ausgeschiedenen Wasser- und Zugvogelreservats Aare Solothurn und Naturschutzreservat Flumenthal liegt. Das Gebiet soll als Überwinterungsplatz für Wasservögel, insbesondere für den Zwergtaucher, erhalten werden.

Uferweg wird verschoben

Als Ausgleichs- und Ersatzmassnahme ist die ökologische Aufwertung des rechten, unmittelbar an die Aaretreppe vorgelagerten Aareufers vorgesehen. Auf einer Länge von 110 Metern wird der Uferweg zu Gunsten einer Verbreiterung des Uferbereiches um bis zu drei Meter landeinwärts verschoben. Dieser Bereich dient als Lebensraum für Wassertiere, Vögel und Insekten.

Die Ausgleichsmassnahme zielt darauf ab, Natur und Nutzung in einem Gebiet, das heute stark von Menschen beansprucht wird, zu entflechten. Die Nutzung durch Menschen wird von der Land- wie von der Wasserseite durch geeignete Massnahmen verhindert. Der damit gewonnene Raum wird zudem für das Anlegen von drei buchtenartig ausgebildeten Flachwasserzonen genutzt. Diese dienen als Brut- und Lebensraum für Wasservögel, aber auch Kleinfische, Amphibien und Kleintiere. Für die Ausgleichsmassnahmen ist zusätzlich eine Viertelmillion Franken budgetiert. (uby)

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