Deitingen

Zu hohe Investitionen, deshalb gibts kein Schulmobiliar

Der Gemeinderat von Deitingen diskutierte das Investitionsprogramm im nächsten Jahr. Um die Kosten zu senken wurde das neue Schulhausmobiliar gestrichen.

Patric Schild
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Für die Schule gibts kein neues Mobiliar. (Archiv)

Für die Schule gibts kein neues Mobiliar. (Archiv)

Keystone

Die Faustregel in Deitingen lautet, rund eine halbe Million Franken jährlich zu investieren. «Gemäss der alten Rechnungslegung hat dies in etwa der Selbstfinanzierung entsprochen», erklärt Michael Tüfer, Ressortchef Finanzen, im Rahmen der Vorstellung des Investitionsprogrammes.

Auch heute hält die Gemeinde noch immer an diesem Grundsatz fest. Gewisse Vorhaben, die in diesem Jahr hätten stattfinden sollen, wurden aufs kommende Jahr verschoben. Somit sind die vorgesehenen Investitionskosten in Höhe von 500'000 Franken im 2021 allein durch die bereits beschlossenen Projekte schon fast erreicht. Werden die geplanten und offenen Projekte noch hinzugezählt, so belaufen sich die Kosten, ohne Spezialfinanzierungen, auf über 800'000 Franken. «Wir müssen einen Weg finden, damit wir im nächsten Jahr nicht überborden.»

Fotovoltaikanlage bleibt vorläufig im Programm

Über einen grossen Handlungsspielraum verfügt die Gemeinde indes nicht. Viele Bauvorhaben sind schon in der Pipeline. Als einziger Puffer kristallisierte sich letztlich das neue Schulzimmermobiliar heraus. Dadurch können die Investitionskosten um rund 180'000 Franken verringert werden. Sabine Scheidegger, Ressortchefin Bildung, signalisierte Bereitschaft, das Unterfangen notgedrungen erst im 2022 in Angriff zu nehmen. Sie appellierte aber auch an ihre Ratskollegen, die Neubeschaffungen im kommenden Jahr nicht erneut hinauszuschieben. «Die Stühle fallen auseinander, irgendwann muss es sein», erklärte die Ressortchefin Bildung und machte dabei deutlich, dass eine weitere Verzögerung nicht akzeptabel wäre.

Der zweite Posten, der theoretisch ohne grössere Schwierigkeiten verschoben werden könnte, betrifft die Fotovoltaikanlage bei der Zweienhalle, deren Kosten sich auf 230'000 Franken belaufen. Mit einem Entscheid tat sich der Rat allerdings schwer. Einerseits, weil die Umsetzung der Anlage zum Legislaturziel gehört und andererseits birgt sie für die Gemeinde ein grosses Sparpotenzial. So rechnete Gemeinderat Jan Binzegger vor, dass Deitingen mit der Inbetriebnahme jährlich rund 10'000 Franken sparen würde.

«Ich bin hin und her gerissen.» Finanzpolitisch müsste er «Nein» sagen, strategisch gesehen mit ein bisschen Weitsicht müsste man jedoch «Ja» sagen, so Tüfer. Dieses Dilemma sahen auch die anderen Ratsmitglieder. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, den Posten vorläufig noch nicht aus dem Investitionsprogramm zu streichen. Ein definitiver Entscheid betreffend der Fotovoltaikanlage auf der Zweienhalle soll somit im Verlauf des weiteren Budgetprozesses erfolgen.

Was, wenn der Lastwagen plötzlich feststeckt?

Im Budget 2020 wurde für die Oeschbachstrasse ein Investitionskredit für die Absenkung der SBB-Unterführung von 120000 Franken genehmigt. Die Sondierungen der Fundation wurden im April durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass in der Vergangenheit mehrere Strassenschichten aufeinandergelegt wurden. Das hat letztlich dazu geführt, dass ein Lastwagen mit 4 Metern Ladehöhe an der Brücke anstehen würde.

Wird nun im Rahmen von Sanierungsarbeiten die zuletzt eingebaute Belagsschicht entfernt, erfolgt eine Absenkung im Bereich der Brücke von rund 10 bis 20 Zentimeter. Die Grundtragschicht der Strasse würde dadurch nicht tangiert und auch an der Brücke würde sich nichts verändern. «Würden wir mehr absenken, dann käme es zu Problemen mit der Fundation sowohl von der Strasse als auch der SBB-Brücke», erklärt Gemeinderat Jürg Schärli.

Bei gleichbleibender Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer müsste die Absenkung unterhalb der Brücke jedoch 28 Zentimeter betragen. Dies ergibt sich aus dem Lichtraumprofil, da bei erhöhter Geschwindigkeit der sogenannte Bewegungsspielraum zusätzlich nachgewiesen werden muss. Das heisst, je schneller der Verkehrsteilnehmer ist, desto mehr Platz benötigt er.
Bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde ist eine Durchfahrtshöhe für die Lastwagen von 4,4 Meter erforderlich, während bei Tempo 30 lediglich eine Höhe von 4,2 Meter notwendig ist. Um eine Anpassung der Unterführung zu verhindern, wurde die Temporeduktion im Gemeinderat allgemein als die bessere Massnahme erachtet.

Das neue Tempo-30-Regime soll für den Abschnitt Oeschbachstrasse zwischen den Einmündungen Untere Neumattstrasse und Industriestrasse gelten. (psg)