Derendingen/Luterbach
Wildwarner: Obwohl sie zum Schutz dienen, werden sie demoliert

Vorrichtungen an Strassenrändern sollen für weniger Wildunfälle sorgen. Auch die regionalen Jagdgesellschaften installieren diese Wildwarner. In letzter Zeit kam es aber zu Diebstahl oder Beschädigung dieser angebrachten Geräte.

Noëlle Karpf
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Dank Wildwarner werden Rehe abgeschreckt, bevor sie eine Strasse überqueren. (Themenbild)

Dank Wildwarner werden Rehe abgeschreckt, bevor sie eine Strasse überqueren. (Themenbild)

Walter Schwager

Wildwarner dienen zum Schutz von Wild und Verkehrsteilnehmer. Durch Vorrichtungen an Strassenrändern soll es zu weniger Unfällen aufgrund von Wild, das die Strasse überquert, kommen. Solche Warner gibt es auch im Gebiet Derendingen/Luterbach. Von diesen Installationen wurden einige jedoch beschädigt oder ganz entfernt, wie die Jagdgesellschaft Revier 19 Eichholz mitteilt. «In den letzten ein bis zwei Monaten, gab es drei bis vier Fälle, in denen Vorrichtungen zerstört oder ganz entfernt wurden», berichtet der Aktuar der Jagdgesellschaft Eichholz auf Anfrage.

Zwei Warn-Methoden

Die regionale Jägerschaft benutzt zur Abschreckung von Wild zwei Methoden. Einerseits werden Wildwarner an Strassenrändern angebracht. «Diese Geräte erzeugen einen Pfeifton, sobald ein Lichtkegel eines Autos darauf auftrifft», erklärt Roland Büchler von der Jagdgesellschaft Eichholz. «Das Wild schreckt vor dem Überkehren der Strasse zurück und der Autofahrer hat genügend Zeit vorsichtig vorbeizufahren.»

Sobald der Lichtkegel eines Autos diesen Wildwarner erfasst, erzeugt das Gerät einen für das Wild abschreckenden Ton.

Sobald der Lichtkegel eines Autos diesen Wildwarner erfasst, erzeugt das Gerät einen für das Wild abschreckenden Ton.

zvg

Danach sollte der Fahrer aber aufmerksam bleiben, denn laut Büchler gilt: «Ein Reh kommt selten allein». Rehe überqueren die Strasse in einem sogenannten «Rehsprung». In dieser Art Rudel befinden sich ungefähr drei Rehe. Sollte ein Verkehrsteilnehmer also ein Reh am Strassenrand oder sogar auf der Strasse selbst bemerken, muss er damit rechnen, dass noch ein bis zwei Rehe folgen könnten.

Bei der zweiten Methode, die an gefährdeten Stellen der Strassen in der Region angewendet werden, handelt es sich um CD's, die aufgehängt werden. Diese reflektieren Scheinwerferlicht in alle Richtungen und dadurch entsteht der gleiche Effekt wie durch Wildwarner: Das Wild zögert vor dem Überqueren der Strasse.

CD's reflektieren das Licht der Fahrzeuge - so zögert das Wild vor dem Überqueren der Strasse.

CD's reflektieren das Licht der Fahrzeuge - so zögert das Wild vor dem Überqueren der Strasse.

zvg

Wegen Beschädigungen teurer Ersatz benötigt

Die aufgehängten CD's sind durch das Lösen einer einzigen Schraube zu entfernen. Aber auch montierte Geräte kamen im Bericht des Jagdrevier 19 vor: «Wildwarner wurden entweder vollständig abmontiert und gestohlen, oder mit einem schweren Gegenstand zertrümmert», so Büchler. Solch ein Gerät kostet je nach Modell zwischen 200 und 400 Franken. Ist ein Wildwarner auch nur teilweise beschädigt ist er unbrauchbar und es muss eine komplett neue Installation angeschafft werden.

Die Jagdgesellschaft Eichholz teilt deshalb mit: «Wir bitten die Bevölkerung, solche Wildwarner nicht zu entfernen, zu zerstören oder sonst wie in der Funktion zu beinträchtigen. Wildwarner schützen sowohl Wild als auch Verkehrsteilnehmer.»

Zahlen von Fallwild aufgrund von Strassenverkehr

Derendingen

Der Jagdverwalter vom Kanton Solothurn Marcel Tschan teilt mit: Im Jahr 2014 starben in Derendingen 5 Rehe, 4 Füchse und 2 Dachse aufgrund von Verkehrsunfällen.

Kanton Solothurn

Der eidgenössischen Jagdstatistik des Bundesamt für Umwelt sind folgende Zahlen von Fallwild aus dem Jahr 2013 zu entnehmen: Im Kanton Solothurn gab es insgesamt 384 Vorfälle in denen Rehe betroffen waren. In weiteren 198 Fällen waren es Rotfüchse und in 118 Fällen Dachse.

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