Biberist

Wildschwein über Nacht zu Besuch im Giriz

Ein Wildschwein hat einen Garten im Biberister Quartier Giriz umgegraben. Vermutlich war es ein Einzeltier auf der Suche nach Wasser und Nahrung.

Rahel Meier
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Ein Wildschwein hat in Biberist einen Garten umgepflügt.
8 Bilder
Wildschwein gräbt in Privatgarten
 So sieht ein Fussabdruck eines Wildschweines aus.
 Weil die Erde trocken ist, sind die Spuren des Wildschweines im Garten in Biberist nur schlecht zu erkennen.
 Bevor der Rasen neu angesät wird, wurden so viele Engerlinge wie möglich entfernt.
 Engerlinge sind ein Festmahl für Wildschweine.
 Engerlinge sind ein Festmahl für Wildschweine.
 Der Rasen, wieder einigermassen instand gestellt und frisch angesät.

Ein Wildschwein hat in Biberist einen Garten umgepflügt.

Rahel Meier

Vermutlich war das Tierchen auf Wanderschaft. Unterwegs hat es Hunger bekommen und Halt gemacht. Ausgerechnet in unserem Garten. Ach so. Sie wissen nicht, wovon ich spreche? Von einem Wildschwein. Auf der Suche nach Engerlingen hat es bei uns eine Rasenfläche von fünf mal vier Meter regelrecht umgepflügt. Es muss ein wahres Festmahl gewesen sein!

«In Biberist hatten wir schon länger keine Meldung über Wildschweine mehr.» Marcel Tschan (Jagd- und Fischereiverwalter, Kanton Solothurn) ist interessiert und sieht sich die Fotos der umgepflügten Rasenfläche an, die er per Mail erhalten hat. Auf den ersten Blick denke er auch an ein Wildschwein, meint er danach. «Es könnte aber auch ein Dachs sein.» Nur den Bildern nach, sei es schwierig, dies zu beurteilen.

Wildschwein wühlen gerne nach Futter im Boden. (Symbolbild) Das Amt für Wald, Jagd, und Fischerei führt eine Statistik über die Schäden, die Wildschweine in landwirtschaftlichen Kulturen anrichten. 2015 wurden Schäden im Wert von 62 000 Franken bezahlt; 2015 waren es 120 000 Franken; 2016 227 000 Franken und 2017 105 000 Franken. Schäden im Bucheggberg oder im Wasseramt waren keine zu vermelden, wie Marcel Tschan (Jagd- und Fischereiverwalter) auf Anfrage bestätigt. Schäden in Privatgärten werden nicht erfasst und auch nicht bezahlt. Wildschweine zu zählen ist fast unmöglich, es gibt darum auch keine Bestandszahlen. Was aber erfasst wird, sind die Abschusszahlen. 2014 wurden im Kanton Solothurn 318 Wildschweine erlegt; 2015 waren es 742 Schweine, 2016 446 und 2017 758 Tiere. Auch hier gab es keine Abschüsse im Bucheggberg oder im Wasseramt.

Wildschwein wühlen gerne nach Futter im Boden. (Symbolbild) Das Amt für Wald, Jagd, und Fischerei führt eine Statistik über die Schäden, die Wildschweine in landwirtschaftlichen Kulturen anrichten. 2015 wurden Schäden im Wert von 62 000 Franken bezahlt; 2015 waren es 120 000 Franken; 2016 227 000 Franken und 2017 105 000 Franken. Schäden im Bucheggberg oder im Wasseramt waren keine zu vermelden, wie Marcel Tschan (Jagd- und Fischereiverwalter) auf Anfrage bestätigt. Schäden in Privatgärten werden nicht erfasst und auch nicht bezahlt. Wildschweine zu zählen ist fast unmöglich, es gibt darum auch keine Bestandszahlen. Was aber erfasst wird, sind die Abschusszahlen. 2014 wurden im Kanton Solothurn 318 Wildschweine erlegt; 2015 waren es 742 Schweine, 2016 446 und 2017 758 Tiere. Auch hier gab es keine Abschüsse im Bucheggberg oder im Wasseramt.

UNBEKANNT

«Das war ein Wildschwein»

Georg Begert (Jagdaufseher Revier 17) ist zu 99 Prozent sicher. «Das war ein Wildschwein.» Begert steht im Garten, direkt vor der verwüsteten Fläche und vor Ort ist es einfacher, die Spuren zu deuten. Er tippt auf ein einzelnes Tier, eher klein, nur rund 40 Kilogramm schwer. «Ein grösseres und stärkeres Tier hätte etwas tiefer gegraben», meint er. Auch für Jerome Kallen (Jagdaufseher Revier 18) ist sofort klar: «Das waren Wildschweine.» Dachse, so erklärt Kallen, würden eher tiefere Löcher graben, Wildschweine reissen ganze Grasfetzen weg.

Woher das Tier kam, darüber können alle nur rätseln. «Es ist sehr trocken und die Wildschweine suchen Wasser. Ich kann mir gut vorstellen, dass es von der Emme her kam», meint Kallen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Wildschweine der Emme entlang ziehen und dabei gesichtet werden. Sowohl im Leberberg, als auch im Bucheggberg gebe es kleine Wildschweinbestände. In den Revieren 17 und 18 gebe es aber keine fixen Rotten. Die beiden Reviere und die Wälder seien zu klein. «Wenn wir Wildschweine feststellen, sind es immer Überläufer. Einzelne Keiler, oder ab und zu Sauen, die mit ihren Frischlingen unterwegs sind.»

Keine Spuren zu finden

Kallen sucht mit seinem Hund entlang des Gartens und entlang des Dorfbaches nach Spuren, findet aber keine. Auch das spreche eher für ein Einzeltier. «Wären Frischlinge dabei gewesen, hätte man das gehört und man würde Spuren finden», ist er überzeugt.

Vor zwei Jahren, erinnert sich Kallen, gab es einen ähnlichen Fall in Obergerlafingen. Dort hat ein Wildschwein einen Privatgarten bei einer Liegenschaft, die nahe am Wald liegt, verwüstet. Auch dort ist das Tier danach weitergezogen und man konnte es nicht mehr finden. Ebenfalls vor rund zwei Jahren wurden Wildschweine beim Scheibenstand in Zuchwil gesichtet. Dass ein Wildschwein in der Region geschossen wurde, ist aber schon rund 20 Jahre her. Wildschweine zu jagen sei sehr aufwendig. «Es sind intelligente Tiere.»

Die Rasenfläche ist in der Zwischenzeit umgestochen, geharkt und frisch angesät. Das Wildschwein ist nicht wieder gekommen. Eigentlich schade. Wir wollten schon immer einmal Wildschweinbraten essen und die Knochen in den Garten schmeissen, wie das Asterix und Obelix zu tun pflegen.

* Die Autorin und ihr Partner haben leider beide den nächtlichen Besuch im Garten nicht gesehen, wohl aber die Schäden zur Kenntnis genommen und den Wildhüter gerufen.