Hubersdorf

Wasserversorgung der Gemeinde: Alleingang oder Zusammenschluss?

In der Gemeinde muss man sich entscheiden, wie die Wasserversorgung künftig organisiert wird. An der Gemeindeversammlung im Dezember werden dann die Weichen für die Zukunft gestellt.

Rahel Meier
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Das Reservoir der Gemeinde Hubersdorf steht in Kammersrohr, die Quelle liegt in Attiswil.

Das Reservoir der Gemeinde Hubersdorf steht in Kammersrohr, die Quelle liegt in Attiswil.

Zur Verfügung gestellt

Soll Hubersdorf ein neues Wasserreservoir bauen und weiterhin eine eigenständige Wasserversorgung aufrecht erhalten oder soll sich die Gemeinde der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL) anschliessen? Dem Gemeinderat war die Frage wichtig genug, einen Informationsabend abzuhalten. «Wir fällen heute Abend keinen Beschluss», so Gemeindepräsident Gregor Schneiter. Die Bevölkerung solle so sachlich als möglich informiert werden und sich ihre Gedanken machen. An der Gemeindeversammlung im Dezember werden dann die Weichen für die Zukunft gestellt.

Der Wasserverbrauch war in den letzten Jahren in Hubersdorf relativ stabil und lag zwischen 39 252 und 43 344 Kubikmeter Wasser. Ausser im Jahr 2015, in dem Verunreinigungen im Wasser festgestellt wurden, wurde der Bedarf grösstenteils aus der Alpfelenquelle gedeckt. Man musste deshalb nur zwischen 193 und 2486 Kubikmeter von der GWUL beziehen. Seit 2015 eine Entkeimungsanlage eingebaut wurde, entsprachen die Wasserproben immer den gesetzlichen Anforderungen. Schneiter machte an der Informationsveranstaltung auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam. Die Wissenschaft habe festgestellt, dass die Quellschüttungen in der Regel nicht rückläufig seien. Es sei aber so, dass Quellen, die eher lokal gespeist werden und rasch auf Niederschläge reagieren, künftig durch den Klimawandel im Sommer spürbar weniger Wasser führen werden. «Das ist ein Fakt, den wir in unsere Überlegungen mit einbeziehen müssen.»

Verändert habe sich auch die Situation bei der GWUL. Diese überlege sich eine Restrukturierung und den Zusammenschluss mit Wareso (Wasserverbund Region Solothurn). Rainer Hug (Präsident Zweckverband GWUL) erklärte die Beweggründe für die Restrukturierung gleich selbst. Einerseits sei die GWUL ein Gebilde mit unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen und unterschiedlichen Interessen der Mitglieder. «Es ist keine echte Partnerschaft.» Die GWUL beziehe ihr Wasser aus dem Brunnen XI auf dem Attisholz-Areal. «Das Wasser entspricht allen Anforderungen. Es dürfte aber schwierig werden, die Schutzzone auch künftig aufrecht zu erhalten.» Wareso beziehe das Wasser aus dem Dörnischlag (Luterbach), und es gebe dort genug, um den Unteren Leberberg mitzuversorgen.
Noch nicht einig sind sich die sieben Gemeinden der GWUL, in welcher Form der Zweckverband weitergeführt werden soll und wie eine Zusammenarbeit oder ein Zusammenschluss mit Wareso effektiv aussehen soll.

Wasserpreis müsste erhöht werden

In den letzten drei Jahren wurde in Hubersdorf immer Geld aus dem Eigenkapital entnommen, um die Wasserrechnung ausgeglichen zu gestalten. «Eigentlich müsste der Wasserpreis von heute 1 auf neu 1.57 Franken angehoben werden», so Dominik Feier (Ressortleiter Finanzen). In den letzten Jahren bezahlte man durchschnittlich um die 25 000 Franken an die GWUL für das Wasser und an die Gemeinde Riedholz für das Durchleitungsrecht. Baut man in Hubersdorf ein neues Reservoir, dann müsste der Wasserpreis um einen Franken auf 2.07 Franken pro Kubikliter erhöht werden. Würde man sich der GWUL anschliessen, dann wäre die Erhöhung des Wasserpreises geringer und würde zurzeit bei rund 35 Rappen liegen. «Unser Wasserpreis ist im Vergleich mit anderen Gemeinden eher tief», so Feier weiter. So zahle man in Balm bei Günsberg 3.50 Franken, in Oberdorf 3 Franken und in Günsberg 2.50 Franken. In Selzach liege der Preis allerdings bei 70 Rappen und in Flumenthal bei 95 Rappen. Teilweise kämen noch Grundgebühren dazu.

Reservoir muss ersetzt werden

Hubersdorf bezieht sein Wasser grösstenteils aus der Alpfelen-Quelle, deren Brunnstube in Attiswil liegt. Das Reservoir liegt unterhalb des Mattenhofes in Kammersrohr. Es wurde 1908 gebaut und hat zwei Kammern, eine für Trink- und eine für Löschwasser. Die beiden Kammern fassen je 75 Kubikmeter (75 000 Liter) Wasser. Die genehmigte Generelle Wasserversorgungsplanung (GWP) verlangt, dass das Leitungsnetz der Gemeinde optimiert und das Wasserreservoir ersetzt wird. Laut den neuen Vorschriften der Gebäudeversicherung muss das Reservoir künftig 200 Kubikmeter Brauchwasser und 300 Kubikmeter Löschwasserreserve fassen. Fällt das Reservoir aus, oder schüttet die Quelle zu wenig Wasser, dann kann Hubersdorf auf Wasser der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL) zurückgreifen. (rm)