Derendingen

Wasserämter Dorf erhält neues Mehrzweckgebäude als Mitte

An der Gemeindeversammlung hat eine klare Mehrheit dem neuen 36,5-Millionen-Mehrzweckgebäude zugestimmt, welches Derendingen in Zukunft als Dorfzentrum dienen wird.

Urs Byland
Drucken
Teilen
Béatrice Müller, Leiterin Administration, Roger Spichiger, Leiter Bau und Planung, und Kuno Tschumi (alle stehend) besprechen sich kurz vor Versammlungsstart.

Béatrice Müller, Leiterin Administration, Roger Spichiger, Leiter Bau und Planung, und Kuno Tschumi (alle stehend) besprechen sich kurz vor Versammlungsstart.

Urs Byland

Eine klare Mehrheit hat an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung dem 36,5-Millionen-Mehrzweckgebäude zugestimmt. Von den 282 anwesenden Stimmberechtigten sprachen sich 255 für das Projekt aus. 20 waren dagegen. Kaum hatte Gemeindepräsident Kuno Tschumi das Verdikt bekannt gegeben, schallten laut zustimmende Rufe durch die zügige Turnhalle. Applaus brandete auf. Das «anspruchsvollste Geschäft» in seinen neun Jahren als Gemeindepräsident, so Tschumi, ging glatt über die Bühne. Mitverantwortlich dürfte der parteiübergreifende Wille gewesen sein, endlich eine Mitte für Derendingen zu schaffen.

Er betrachte sich nicht als Vater der «neuen Mitte» im Dorf, wie ihn ein Derendinger in einer E-Mail nannte, erklärte Kuno Tschumi zu Beginn. An erster Stelle stand vor sechs Jahre eine Arbeitsgruppe, die mehrere Problembereiche nebeneinander behandelte und plötzlich habe die Idee eines Dorfzentrums im Raum geschwebt. «Ich habe seither fast Tag und Nacht diese Frage gewälzt», erklärte Tschumi.

Bitte um Vertrauen

Angesichts der 36,5 Millionen Franken, die in das Mehrzweckgebäude fliessen, konnte Kuno Tschumi kaum anders, als um Vertrauen in die Fachleute und Behörden zu bitten, die das Projekt entwickelten. «Ihr dürft Vertrauen in uns haben. Dafür stehe ich mit meinem Wort.»

Das Vertrauen wurde Behörden und Fachleuten geschenkt. Mitgeholfen hat der Blick auf die finanziellen Auswirkungen. Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission, verglich die Situation mit dem 2006 erstellten Schulhaus Steinmatt, das 6,5 Millionen Franken kostete. Betrugen damals die Folgekosten (Zins und Abschreibung) 780 000 Franken jährlich, sind es für Derendingens Mitte 1,16 Millionen Franken. Weiter habe die Gemeinde, nachdem man sich auf das Ziel eines neuen Dorfzentrums einigte, konsequent auf Investitionen verzichtet und Schulden abgebaut. Die Gemeinde gehe also finanziell fit in das 36,5 Millionen-Abenteuer.

Kein Ersatz für Spielplatz

Die Fragen in der Diskussion zum Projekt betrafen in erster Linie das Schulhaus Oberdorf, das für die neue Mitte aufgehoben und verkauft werden soll. So wurde ein Ersatz im Quartier für den bestehenden Schulspielplatz gefordert. Das konnte nicht versprochen werden. Quartierspielplätze seien aber ein Thema in den Kommissionen.

Gefragt wurde auch, ob genug Schulraum für die nächsten zehn Jahre vorhanden sei. Tschumi konnte beruhigen, dass mit dem Schultrakt im neuen Mehrzweckgebäude und den Reserven, die vorderhand gewerblich vermietet werden, Platz für Schulkinder von 7000 Einwohnern vorhanden sei. Derendingen zählt aktuell 6437 Einwohner, Tendenz stark steigend.

Auch die Hauptstrasse war ein Thema. Hier musste allerdings am Dienstagabend der Hinweis genügen, dass der Kanton die ihm gehörende Strasse 2017/18 sanieren und auch den Verkehr beruhigen will.

Das neue Zentrum werde eine gefreute Sache, verabschiedete Tschumi die Anwesenden, und sagte: «Das ist ein historischer Schritt, wir sind eine wirklich coole Gemeinde.»