Gemeinde Riedholz

Trotz viel Fleissarbeit resultiert ein Defizit — neues Konzept mit Betreuungsgutscheinen wurde entwickelt

Gemeinderat Riedholz verabschiedete das Budget 2021 einstimmig und will Eltern, die ihre Kinder auswärts betreuen lassen, unterstützen.

Gundi Klemm
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Auch die Gemeinde Riedholz will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. (Archivbild)

Auch die Gemeinde Riedholz will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. (Archivbild)

Annika Buetschi / AZ

Die Finanzkommission (Fiko), Martin Reber (Ressortleiter Finanzen und Soziale Wohlfahrt) und Gemeindeverwalterin Susanna Meister hatten im Vorfeld grosse Arbeit geleistet, damit die Budgetdebatte im Gemeinderat in geraffter Form über die Bühne gehen konnte. Die Zusammenarbeit mit allen Kommissionen, die sich an die Vorgaben gehalten hätten, habe bestens funktioniert, bestätigte Michael Feier (Fiko).

Ihre Eingaben lagen rund drei Prozent unter den letztjährigen Zahlen. Dennoch gelang es nicht, ein ausgeglichenes Budget vorzulegen. Zu vielfältig sind die Aufgaben, die bei einem Ertrag von 10,1 Mio. und einem Aufwand von 10,6 Mio ein Defizit von 540'734 Franken verursachen.

Gemeinde hat noch ein Eigenkapital

Martin Reber analysierte die Hauptkostentreiber, deren Kostenentwicklung er begründete. Wichtig zu wissen sei, dass Riedholz nur noch rund 15 Prozent seines Haushalts direkt beeinflussen kann. Der überwiegende «Kostenblock» wird durch Institutionen und gesetzliche Regelungen verursacht.

Kaum angestiegen mit 4,3 Mio. Franken ist der Aufwand für die Bildung. Höhere Ausgaben in der Verwaltung entstehen durch die Auslagerung der Bauverwaltung. Riedholz, das gesamthaft betrachtet mit prognostizierten 8,14 Mio. Franken über ein gutes Steuersubstrat verfügt, ist nicht mehr Empfänger, sondern mit 35'000 Franken Einzahler im Kantonalen Finanz- und Lastenausgleich. «Ich mache mir Sorgen über die Gemeindefinanzen, weil die negativen Covid- Effekte uns im nächsten Jahr treffen werden», gab Martin Reber zu bedenken.

Investiert werden soll für netto 4,2 Mio. Franken, die den Ersatz des Feuerwehr-Tanklöschfahrzeugs, Strassen- und Leitungssanierungen, einen A-fonds-perdu-Beitrag an das neue Klubhaus des FC Riedholz, den Umbau des Zivilschutzpostens in öffentliche Schutzräume, Landerwerbe und die Planung zur Sanierung gemeindeeigener Gebäude sowie «Weiteres» umfassen. Sehr gut gepolstert sind die nur zweckgebunden einsetzbaren Kapitalien der Spezialfinanzierungen.

Noch besitzt die Gemeinde zudem ein Eigenkapital von 3,5 Mio. Franken. Der Steuerfuss von 115 Prozent wird belassen, könnte aber gemäss Diskussion im Gemeinderat schon im kommenden Herbst zum Thema werden.

Neues System mit Betreuungsgutscheinen

Viele Gemeinden wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Auch Riedholz sieht damit «gute Effekte im eigenen Dorf», in dem viele erwerbstätige Pendler wohnen, die auf eine gute Betreuung ihrer Kinder ab vollendetem dritten Lebensmonat in einer Kindertagesstätte (Kita) angewiesen sind.

Entwickelt worden ist ein Konzept mit Betreuungsgutscheinen, die Antragsteller bis zu einer Einkommensbegrenzung von 100'000 Franken erhalten. Das Vorgehen für den Erhalt ist genau geregelt. Wenn die kommende Gemeindeversammlung zustimmt, wird das Reglement dem Kanton zur Prüfung vorgelegt.

Baurechtsvertrag mit dem FC wird verlängert

Seit 1991 besteht für das FC-Gelände ein Baurechtsvertrag zwischen Gemeinde und Verein, der im kommenden Herbst ausläuft. Da der Verein wie schon gemeldet pünktlich zum Jubiläum im nächsten Jahr einen Neubau seines Klubhauses für rund 900'000 Franken plant, wird dieser Vertrag auf 30 Jahre mit intensiv diskutierten, zeitgemässen Anpassungen verlängert.

Der FC zahlt jährlich eine unveränderte, symbolische Pacht von 200 Franken. Eine Änderung aber lautet: Die Gemeinde wird gegenüber dem Verein nicht entschädigungspflichtig, sofern irgendwann einmal aus vereinsinternen Gründen die gesamte Liegenschaft an sie zurückfallen sollte. Aufgrund einer Einsprache kann die Baubewilligung zurzeit aber nicht erteilt werden.