Balm bei Messen

So schwere Maschinen kommen sonst in den Bergen zum Einsatz

Damit der bewaldete Hang bei der Lüterswil- und Balmstrasse wieder stabiler wird, müssen Bäume weichen. Dazu braucht es schwere Seilkräne –für diese Region unübliche Geräte.

Caroline Beck
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In Signalfarben gekleidet und mit Helm ausgestattet
9 Bilder
Nur markierte Bäume werden gefällt.
Eine grosse Kerbe im Baum
Welcher Baum kommt als nächster dran?
Grund für die Sicherheitsholzerei sind die Hanglage und die Bodeninstabilität.
Sicherheitsholzerei im Bucheggberg 2017
Bis zu fünf Tonnen kann die grössere der beiden im Einsatz stehenden Maschinen hieven.
Gekennzeichnetes Holz

In Signalfarben gekleidet und mit Helm ausgestattet

Ein dickes Seil zieht sich oberhalb der Kantonsstrasse zwischen Balm bei Messen und Lüterswil-Gächliwil wie eine Schneise durch den Wald. An diesem Seil ist ein Seilzug befestigt. In diesem Waldabschnitt, der als Schutzwald deklariert ist, wird noch bis zum 20. Februar Sicherheitsholzerei durchgeführt.

Da es sich um ein steiles Gelände handelt und die Kantonsstrasse mit einem Maximalgewicht von rund 20 Tonnen befahren werden darf, kann ein Grossteil der Bäume nicht auf normalem Wege abtransportiert werden. Aufgrund dessen werden Seilkräne eingesetzt, um die gefällten Bäume nach oben an die Waldstrasse zu ziehen. Von dort aus können sie dann abtransportiert werden.

Schwerster Seilkran der Schweiz

Die Arbeit mit Seilzügen sei eine bodenschonende und wetterunabhängige Variante, sagt Daniela Gurtner (Kreisförsterin des Forstkreises Bucheggberg/Lebern). Sie sei jedoch aufwendiger und kostspieliger. Rund eineinhalb Mal so viel koste der Einsatz von Seilzügen im Vergleich zu Einsätzen ohne Seilbahn. Vorteil der Seilzug-Variante ist, dass auch bei nassem Boden gearbeitet werden könne, ohne dass es zu viele Schäden verursacht, sagt Gurtner. Die tiefen Temperaturen kommen der Forstequipe daher entgegen.

Bis zu fünf Tonnen kann die grössere der beiden im Einsatz stehenden Maschinen hieven. Der Einsatz dieser schweren Gerätschaft ist für diese Region ungewöhnlich und wird normalerweise eher in den Bergen verwendet. Dieser Seilkran musste sogar aus dem Bündnerland beschafft werden und ist einer der grössten in der Schweiz. Sein Aufbau dauert rund einen Tag, wobei der kleinere Seilzug innerhalb von zwei Stunden umgestellt werden kann. Unterstützt wird der Forstbetrieb Bucheggberg von einem Forstunternehmen aus Ersigen bei Burgdorf, welches für die Holzerei und den Einsatz der Maschinen zuständig ist.

Instabile Bäume müssen weg

Mit dem rund vier Hektaren grossen Waldstück, das zurzeit bewirtschaftet wird, ist ein fünfjähriges Gesamtprojekt des Forstbetriebs Bucheggberg und des Kantonalen Amtes für Wald, Jagd und Fischerei angelaufen. Innerhalb dieses Zeitraums soll jährlich eine Fläche des Schutzwaldes gepflegt werden.

Grund für die Sicherheitsholzerei sind die Hanglage und die Bodeninstabilität. Aufgrund dessen ist die Gefahr für Hang-Rutschungen gross. In der Vergangenheit ist es bereits zu solchen Vorkommnissen gekommen. Durch die Holzerei will man den Wald verjüngen und so den Boden stärken. Es werden daher eher ältere oder instabile Bäume gefällt, damit diese, falls sie umstürzen, den Boden nicht aufreissen. «Je älter der Baum ist, desto instabiler ist er in der Regel, das ist wie beim Menschen», sagt Gurtner.