Biberist

Rasches Wachstum: Die hiesige Pflanzenwelt ist vielfältig und lässt auch staunen

Die Dämme, die in Biberist für den Hochwasserschutz gebaut wurden, sind bereits komplett bewachsen. Die Vegetation entwickelt sich wie gewünscht.

Rahel Meier
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Vegetation am Emmendamm
16 Bilder
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Zwischen der Bogenbrücke und der Emmebrücke ist die Vegetation vielfältig.
Im Herbst 2018 wurde hier angesät und von den Narben ist nichts mehr zu sehen.
Es wird mit dem Balkenmäher gemäht. Das ist schonender.
Die Resten werden zusammengerecht.
Zum Wald hin bleibt ein Teil stehen.
Zum Wald hin bleibt ein Teil stehen.
Zum Wald hin bleibt ein Teil stehen.
Zum Wald hin bleibt ein Teil stehen.
Zum Wald hin bleibt ein Teil stehen.

Vegetation am Emmendamm

Hanspeter Bärtschi

Roger Dürrenmatt ist Projektleiter Wasserbau und begleitet die Baustellen an der Emme eng. Auch wenn die Pflanzen auf und entlang des Hochwasserschutzdammes möglichst natürlich wachsen sollen, muss die Vegetation gepflegt werden. «Insbesondere Neophyten sind ein Thema», so Dürrenmatt. In den ersten Jahren werden diese gezielt ausgerissen. Je besser sich die heimische Vegetation entwickelt, desto weniger haben Neophyten eine Chance, sich anzusiedeln. Treffe man trotzdem eine solche Pflanze an, werde sie auch weiterhin ausgerissen und entsorgt.

Die Dammkrone ist gewollt bestockungsfrei. Das heisst, dass nur Gräser und Blumen erwünscht sind. «Würden hier Sträucher oder gar Bäume wachsen, könnten diese den Damm langfristig destabilisieren», so Dürrenmatt. Im unteren Böschungsbereich des Dammes sind Sträucher und kleinere Bäume aber gerne gesehen, weil sie aldlebensraum bieten. Die Sträucher und Bäume werden allerdings beobachtet und wenn es nötig ist, ausgelichtet. «Wir möchten nicht, dass auf den Hochwasserschutzdämmen ein undurchdringlicher und sehr hoher Wald entsteht, wie er vor den Wasserbauarbeiten entlang der Emme stand», erklärt Dürrenmatt.

Im Herbst sind die Arbeiten abgeschlossen

Die Wasserbauarbeiten an der Emme zwischen dem Wehr in Biberist und der Aare sind auf der Zielgraden. In diesen Tagen werden zwei weitere Teilabschnitte durch die Behörden abgenommen. Im Herbst sind die Arbeiten für den Hochwasserschutz abgeschlossen. «Danach sollte es nur noch kleinere Nachbesserungen geben», erklärt Projektleiter Roger Dürrenmatt (Amt für Umwelt). Bereits im Jahr 2012 wurde der Abschnitt zwischen Gerlafingen und dem Wehr Biberist gegen Hochwasser gesichert.

Das Unterhaltskonzept ist noch in Arbeit

Oberhalb des Wehrs in Biberist hat sich der Unterhalt des Dammes eingependelt. Für den Bereich ab Wehr in Biberist bis zur Aare wird das Unterhaltskonzept im kommenden Jahr entstehen. Vorgesehen ist laut Dürrenmatt die Dammkrone einmal pro Jahr zu mähen. «Die Pflanzen müssen absamen können. Wir möchten, dass sich die Vegetation möglichst natürlich entwickelt.» Zudem müssen die Dämme auf einer Länge von rund vier Kilometern wo möglich mit einem Balkenmäher gemäht werden. «Es ist auch eine Kostenfrage, wie häufig wir das machen.»

Nicht alle Anstösser haben Freude an diesem Konzept. «Wir hatten auch schon Reklamationen, weil sich Anwohner am der Wildnis auf dem Damm gestört haben», so Dürrenmatt. Es sei tatsächlich so, dass im Biberister Neuquartier und im Giriz, wo die Gärten der Anwohner teilweise direkt an den Damm anstossen manchmal auch zwei Welten aufeinander treffen würden. Auf der einen Seite der Damm, auf dem standortgerecht Pflanzen recht wild wachsen dürfen, auf der anderen Seite Privatgärten, die zum Teil konventionell bepflanzt sind. «Möglicherweise müssen wir die Vegetation am Dammfuss entlang der Gärten auf einem schmalen Streifen mehr als einmal pro Jahr heruntermähen und einen Kompromiss mit den Nachbarn eingehen.»

Von den einstigen Narben ist nichts mehr zu sehen


Ein Spaziergang von der Bogenbrücke zwischen Biberist und Gerlafingen bis hinunter zu Kantonsstrasse entlang der Emme führt in aller Regel über den Damm für den Hochwasserschutz, der von 2010 bis 2012 erstellt wurde. Der Damm auf der Nordseite ist komplett bewachsen. Von den Hochwasserschutzarbeiten, die deutliche Narben hinterliessen, ist nichts mehr zu sehen. Nachdem die Arbeiten für den Hochwasserschutz beendet waren, wurde eine spezielle Pflanzenmischung angesät. Seither hat sich die Flora fast von selbst entwickelt. Auf der Dammkrone, neben dem Spazierweg, herrschen Mitte Juli neben grün die Farben weiss, blau und violett vor: Schafgarbe, Malve, wilde Möhre, wilder Majoran, Wegwarte, diverse Klee- und Nelkenarten sind auf die Schnelle zu erkennen. Dazwischen immer mal wieder eine Königskerze. Im Uferbereich angrenzend an den Damm sind die Sträucher und Bäume bereits so hoch, dass der Blick auf die Emme nur noch teilweise frei ist. Auch hier wächst nur, was einheimisch und standortgerecht ist: Hartriegel, Schwarzdorn, eine kleine Birke, Weiden natürlich oder Feldahorn.

Komplett anderer Anblick weiter nach Osten

Etwas anders präsentiert sich der Anblick des Dammes auf der Nordseite der Emme vom Wehr Biberist bis auf die Höhe der ehemaligen Deponie Schwarzweg. Auf Biberister Boden führt der Damm ein gutes Stück direkt neben Privatgärten durch. Teilweise ist er eingeklemmt zwischen Gärten und Wald. Die Emme ist dort bis zu 50 Meter vom Damm entfernt. Auf der Dammkrone soll nicht spaziert werden und es gibt deshalb auch keinen Weg. Nach Abschluss der Arbeiten im Herbst 2018 wurden auch hier standortgerechte Pflanzen angesät. Und auch hier ist kaum mehr etwas zu sehen von der Rodung und den Arbeiten mit schwerem mechanischen Gerät. Bis zu einem Meter hoch wachsen die verschiedenen Gräser, Distelarten, Königskerzen, aber auch Mohn.