Luterbach/Zuchwil

Pro Natura und VCS bringen Ideen für den Ersatz der Emmebrücke ein

Die Mitwirkung zum Ersatz der Emmebrücke zwischen Luterbach und Zuchwil ist abgeschlossen. Laut Mitwirkungsbericht haben sich zwei Organisationen – Pro Natura und VCS – beteiligt.

Urs Byland
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Die Emmebrücke zwischen Luterbach und Zuchwil soll ersetzt werden.

Die Emmebrücke zwischen Luterbach und Zuchwil soll ersetzt werden.

Urs Byland

Pro Natura Solothurn bestreitet die Notwendigkeit des Brückenersatzes und des neuen Werkleitungsstegs nicht. Brücke und Werkleitungssteg liegen aber in einem Auengebiet von nationaler Bedeutung und in einem kantonalen Naturreservat. Der Neubau der Brücken werde daher zwangsläufig dazu führen, dass die geschützten Naturflächen minimal verkleinert und bedrängt werden.

Dafür fordert Pro Natura Solothurn ökologische Ersatzmassnahmen und schlägt eine Aufwertung des mittlerweile trockengelegten Überlaufkanals des nahen Kleinwasserkraftwerks vor. Dazu seien bestehende Sedimentablagerungen so weit zu entfernen, dass der Graben auch bei Niedrigwasser der Emme mit Wasser gefüllt ist.

Durch diese Massnahme würde das Auengebiet qualitativ deutlich aufgewertet, ohne dass zusätzliche Flächen beansprucht würden. Der Grundsatz, dass in geeigneter Form ökologischer Ersatz zu leisten ist, wird laut Mitwirkungsbericht vom Bau- und Justizdepartement (BJD) anerkannt. Die vorgeschlagene Ersatzmassnahme werde geprüft.

Neuer Werkleitungssteg geplant

Der Kanton will die zweiteilige Kantonsstrassenbrücke über die Emme zwischen Luterbach und Zuchwil ersetzen. Vom Brückenersatz betroffen sind auch verschiedene Werkleitungen von regionaler Bedeutung. Aus Variantenstudien resultierte als wirtschaftlichster Vorschlag die Erstellung eines separaten und dauerhaften Werkleitungsstegs nördlich der neuen Kantonsstrassenbrücke.

Weiter soll auf dem neu erstellten Werkleitungssteg die zweite Etappe einer Prozessabwasserleitung vom Areal der Firma Biogen in Luterbach über den neu zu erstellenden Werkleitungssteg ins Areal des ZASE auf dem Emmenspitz geführt werden. (uby)

Auch die zweite Mitwirkung von Pro Natura Solothurn findet beim Kanton Gehör. Der gesamte Emmenschachen hat die Funktion eines Nord-Süd-Korridors für Wildtiere. Den Tieren soll die gefahrlose Querung der Strasse ermöglicht werden. Der Korridor ist hauptsächlich auf Luterbacher Seite von Bedeutung, etwas weniger in Zuchwil.

Deshalb sei der Durchlass am Emmeufer unter der Brücke wildtierfreundlich auszugestalten (Verzicht auf Ausleuchtung, ausreichende Dimensionierung). Weil bestätigt ist, dass das Wild auch auf dem Niveau der Brücke über die Strasse wechselt, ist entlang der Strasse auf eine Abzäunung zu verzichten.

Der VCS Solothurn stellt sich gegen das Luterbacher Ansinnen, den Werkleitungssteg für den Langsamverkehr (LV) auszubauen. Der LV soll einseitig über die neue Brücke geführt werden. Dies entspreche den Absichten des BJD, so die Antwort im Mitwirkungsbericht. Der LV werde auf der Nordseite der neuen Brücke geführt. Auf der Südseite ist im Endzustand nur ein Gehweg vorgesehen.

Ein Queren des Langsamverkehrs über die Kantonsstrasse vor und nach der neuen Brücke sei aus Gründen der Unfallgefahr unbedingt zu vermeiden, fordert der VCS Solothurn weiter. Die Separierung der Verkehrsführung von Langsam- und Autoverkehr sei beidseits der Brücke weiterzuführen.

Im Osten bis zur Nordstrasse, ab dort besteht bereits eine derartige Führung des Langsamverkehrs im Gegenverkehr bis zum Kreisel südlich des Bahnhofes Luterbach-Attisholz. Und im Westen soll der abgetrennte Langsam-Verkehrsweg bis zum Aarmattkreisel in Zuchwil geführt werden. Dies sei vorgesehen, so die Antwort des BJD, im Westen aber nur bis zum Amselweg eingangs Zuchwil.

Emmesteg umstritten

Uneinigkeit zeigt sich bei den beiden Umweltorganisationen beim Emmesteg, der geplanten Veloverbindung über die Emme beim Emmenspitz. Dieser Steg ist nicht Gegenstand des laufenden Verfahrens zum Emmebrückenersatz. Aber beide Organisationen äussern sich dazu. Pro Natura Solothurn ablehnend, der VCS Solothurn zustimmend.

Die Antwort des BJD ist klar. Die Veloverbindung entlang der Kantonsstrasse, welche dem Alltags- und Pendlerverkehr dient, ersetze nicht eine allfällige spätere Langsamverkehrsverbindung am Emmenspitz. Diese verbinde auch als Freizeitroute den Aareuferpark im Osten mit dem westlich der Emme gelegenen Aareufer bis nach Solothurn.