Bucheggberg

«Nordkoreanische Verhältnisse»: Mit Ausrichtung des Alterssitzes sind nicht alle einverstanden

Die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten des Buecheggberges sind nicht einverstanden mit dem Vorgehen des Vorstandes des Zweckverbandes Alterssitz Buechibärg. Das Mandat der Heimleitung soll 2025 vom Vater an die Tochter übergehen.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Daniel Burkhalter im Rohbau der Dependance im "Chronehof" in Schnottwil.

Daniel Burkhalter im Rohbau der Dependance im "Chronehof" in Schnottwil.

Thomas Ulrich

Der Alterssitz Buechibärg ist ein Zweckverband, dem die Bucheggberger Gemeinden angehören. Franz Müller (Präsident Vorstand Zweckverband) orientierte darum die Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und Präsidenten an ihrer Versammlung (VGGB) über die letzten Entscheide des Vorstandes und die zukünftige strategische Ausrichtung des Alterssitzes.

Heute werde die strategische Führung des Alterssitzes grösstenteils von Geschäftsführer Daniel Burkhalter wahrgenommen. Burkhalter entwickle die Strategie, der Vorstand des Zweckverbandes bewillige und überwache das und setze Jahresziele. «Vor zwei Jahren wurde der Mandatsvertrag mit der Firma von Daniel Burkhalter verlängert. Er geht noch bis Ende 2023», erklärte Müller.

Die Mehrheit des Vorstandes sei der Meinung, dass der Vertrag nochmals bis Ende 2025 verlängert werden solle. Dann wolle Daniel Burkhalter sich zur Ruhe setzen und übergebe seine Firma an seine Tochter. «Sie übernimmt bereits heute die Stellvertretung des Geschäftsleiters im Alterssitz in Lüterswil und hat auch andere Aufgaben von ihrem Vater übernommen», so Müller. Der Vorstand möchte darum auch nach 2025 mit der Firma «Danielsburg Seniorenprojekte» weiterarbeiten. «Wir sind überzeugt, dass wir damit den Anforderungen der Zukunft gewachsen sind.»

Der Mandatsträger ist selbst bereits im Pensionsalter

Die Gemeindepräsidentinnen und Präsidenten bezweifelten nicht, dass der Alterssitz erfolgreich geführt wird und dass das Heim mit seinen Dépendancen in der Region anerkannt und beliebt sei. «Ich finde es aber unglücklich, dass wir Gemeinden ein Mandat an eine Person vergeben, die bereits im Pensionsalter ist», so Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil). Immerhin würden hier Steuergelder eingesetzt. Siegenthaler regte zudem an, dass das Mandat spätestens Ende 2025, wenn Daniel Burkhalter abgeben möchte, ausgeschrieben wird.

Dies unterstützten Markus Menth (Unterramsern) und Rita Mosimann (Biezwil). Bernhard Jöhr (Messen) drückte sich etwas pointierter aus: «Ich störe mich weniger daran, dass Herr Burkhalter im Pensionsalter ist, als an den nordkoreanischen Verhältnissen und der Tatsache, dass der Vorstand das Mandat einfach so an die Tochter weitergeben will.» Das sei sicher gut eingefädelt, aber nicht richtig. «Ich finde es ebenfalls nötig, dass das Mandat beim Wechsel ausgeschrieben wird», so Verena Meyer (Buchegg). Und Silvia Stöckli (Lüterswil-Gächliwil) ergänzte: «Es muss ja auch nicht weiterhin ein Mandat sein. Wir können ja auch wieder einen Heimleiter einstellen, so wie das früher der Fall war.»

Franz Müller versprach, die Anliegen und Gedanken der Gemeindepräsidenten mitzunehmen und das Thema im Vorstand erneut zu diskutieren.

Auch Familienberatung vom Lockdown betroffen

Nicole Stuber (Brunnenthal) informierte über die Familienberatung Bucheggberg-Wasseramt. Stuber war Präsidentin des Bucheggberger Verbandes und ist jetzt noch Verbindungsglied zu den Gemeinden. Seit dem 15. Januar sind die beiden Organisationen aus dem Bucheggberg und dem Wasseramt offiziell fusioniert. «Wir haben uns im Zweckverband neu organisiert», so Stuber.

Die Arbeit lief weiter wie schon in den letzten Jahren. Denn der Bucheggberg und das Wasseramt arbeiten in der Familienberatung schon seit vielen Jahren eng zusammen. Allerdings musste auch die Familienberatung während des Lockdowns schliessen. Mühe machte dabei vor allem, dass die Schulhäuser geschlossen wurden. Noch habe man nicht überall Ersatzräume gefunden für die Beratungsgespräche.

Die Bucheggberger Schulkinder fahren wieder mit dem ÖV

Verena Meyer (Präsidenten Schulverband Bucheggberg) informierte ihre Kolleginnen und Kollegen über das Thema Schülertransport. «Vor den Sommerferien gab es für rund acht Wochen ein spezielles Konzept mit Zusatzbussen», so Meyer. Dies war nötig, damit die Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Das Corona-Regime kostete zusätzlich 25000 Franken pro Woche. «Die Kosten werden vom Kanton voll übernommen.» Seit den Sommerferien fahren die Bussen aber wieder wie vorher. Mit kleinen Ausnahmen. Nach Schnottwil fährt zurzeit ein Zusatzbus. Und ein kleiner Zusatzbus fährt bis Unterramsern. «Die Anzahl der Kinder hat sich verändert.» Die Kosten für die beiden zusätzlichen Fahrzeuge werden vom Kanton übernommen. Es geht um 106000 Franken bis zu den Weihnachtsferien. «Der Kanton hat signalisiert,dass wir auch im Januar so weiterfahren können.» Ab 1. Januar 2022 gebe es ein neues Gesetz für den öffentlichen Verkehr und dann werde auch ein neues Konzept innerhalb des Schulverbandes umgesetzt.

Nach wie vor gebe es die IG Schülertransport und Eltern, die einen speziellen Schülertransport für den Bucheggberg fordern. «Wenn wir das umsetzen würden, müssten wir den Transport selbst bezahlen. Wenn wir den öffentlichen Verkehr nützen, dann übernimmt der Kanton die Kosten», so Meyer. Darum sei man bisher bei der ÖV-Lösung geblieben.