Gemeinderat

Nachbar Luterbach macht sich Sorgen um Attisholz-Nord – Riedholz will mit offenen Karten spielen

Die Ausbaupläne für das Areal Attisholz-Nord in Riedholz werden in der Nachbargemeinde Luterbach mit Argusaugen verfolgt. Nun stehen vertrauensbildende Massnahmen an.

Gundi Klemm
Drucken
Teilen
Welche Wege nutzen dereinst die Menschen auf dem Areal, die nach Riedholz oder die nach Luterbach?

Welche Wege nutzen dereinst die Menschen auf dem Areal, die nach Riedholz oder die nach Luterbach?

Thomas Ulrich

«Wir wollen unsere Planungen für unseren Ortsteil Attisholz-Nord so transparent wie möglich machen. Je mehr Leute eingebunden sind, desto besser fliessen Informationen», regte Gemeinderat Michel Aebi, Ressortleiter Bau und Werke, an. Offenbar macht sich der Gemeinderat im benachbarten Luterbach Sorgen über den Ausbau.

Denn er liess durch ein Ingenieurbüro einen eigenen Beurteilungsbericht zu Mobilität und Fassungsvermögen des 520'000 Quadratmeter grossen Areals auf Riedholzer Boden nördlich der Aare erarbeiten, der angeblich Kommentare in hohem Detaillierungsgrad enthält.

Transparenz für die Nachbargemeinde

Im «Sinne guter Nachbarschaft» werde Riedholz, um mit offenen Karten zu spielen, zu zweistufigen Treffen im August einladen. Zur Vorbereitung soll eine Zusammenkunft im kleineren Kreis dienen, an der beide Gemeindepräsidien, eine Vertretung der Ortsplanungskommissionen beider Gemeinden sowie der involvierten Planungsbüros teilnehmen sollen.

Die vertrauensbildenden Massnahmen würden fortgesetzt im grossen Kreis, zu dem neben dem Kanton dann Vertretungen aller Gemeinden ringsum, die Teilnehmenden der ersten Runde und alle, die sich an der Mitwirkung beteiligt haben, gebeten werden. Gemeindepräsidentin ad interim Sandra Morstein wird einladen und den Treffpunkt (vermutlich «Weitblick» im Attisholz-Nord) bestimmen.

Vorgängig zur Sitzung hatte der Gemeinderat Riedholz die Ergebnisse der Nutzungsplanung Attisholz-Nord und die dazu eingegangenen Mitwirkungsbeiträge von vier Gemeinden und sechs Privatpersonen diskutiert. Pia Ringenbach, Präsidentin der Riedholzer Ortsplanungskommission, und der verantwortliche Planer Thomas Ledermann (BSB) legten in einzelnen Punkten den möglichen Handlungsbedarf dar. Der Gemeinderat verabschiedete den angepassten Mitwirkungsbericht zur Nutzungsplanung einstimmig. Damit findet die Weiterleitung zur kantonalen Vorprüfung statt.

2200 bis 2600 zusätzliche Einwohner bis 2043

Bei Ausbau und Belebung des ehemaligen Industriegebiets Attisholz-Nord zu einem eigenständigen, charaktervollen Ortsteil «mit viel Platz für unterschiedliche Bedürfnisse» in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Gastronomie, Kultur und Sport handelt es sich um ein Projekt, das langen Atem erfordere. Die Vision erstreckt sich dabei bis ins Jahr 2043. Dann könnten auf dem gesamten Areal in Wohnbauten vielleicht 2200 bis 2600 Personen leben.

Weil die üblicherweise im Sommer stattfindende Rechnungsgemeindeversammlung wegen der Coronakrise nicht stattfindet, wird der Gemeinderat die Bevölkerung mittels Flyer noch in dieser Woche informieren. Ratsmitglied Martin Reber, Ressort Finanzen und soziale Wohlfahrt, legte den Ratsmitgliedern seinen Entwurf vor, dem das Gremium zustimmte.

Vorab erwähnte er in Übereinstimmung mit Gemeindeverwalterin Susanne Meister-Millonig, dass im Finanz- und Rechnungswesen mit Budgetdisziplin «gut gearbeitet worden sei» und Einsparungen in Höhe von rund 200'000 Franken erzielt wurden. Im Flyer gleichfalls erwähnt werden soll die bevorstehende Wahl fürs Gemeindepräsidium von Riedholz.

Das Klubhaus des FC Riedholz platzt aus allen Nähten

Drei Mitglieder aus der Führung des Fussballclubs Riedholz stellten ein Projekt zum Erweiterungsbau des 30 Jahre alten Klubhauses vor. Dringend nötig sei ein Ausbau der Umkleidekabinen für den auf 219 Mitglieder angewachsenen Verein. Mit Mannschaften in der 3. und 5. Liga sowie 13 Jugendmannschaften stosse der Trainings- und Spielbetrieb an Kapazitätsgrenzen, hiess es. Besonders stark engagiert ist der Club in der Nachwuchsförderung, was auch regional bekannt und geschätzt werde. In der ersten Phase ist ein Holzbau mit Erd- und Obergeschoss geplant, bei dem viel Eigenleistung zum Zuge komme, wie Patrick Emmenegger, Pascal Gygax und Patrick Badertscher versicherten: «Wir planen nicht utopisch.»

Erst danach soll das bisherige Klubhaus wieder saniert werden. Ausführlich gestaltete sich der Überblick über die geplante Finanzierung der Gesamtausgaben von etwa 900'000 Franken. Neben Eigenmitteln, bereits zugesprochenen Sponsorengelder, einer Hypothek, Unterstützung aus dem Kantonalen Sportfonds soll auch ein Beitrag der Gemeinde mithelfen, die Kosten zu decken. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, dass der FC Riedholz einen Antrag mit Nennung einer konkreten Beitrags zur Ratssitzung am 18. August einreicht und sich darauf vorbereitet, die Weiterentwicklung von Klubhaus und Gelände demnächst öffentlich aufzuzeigen, weil der Stimmbürger ja das letzte Wort über die Vergabe der Gemeindegelder hat. (gku)