Zuchwil

Mit ein bisschen Fantasie ist alles möglich: Primarschüler erforschen die Theaterwelt

Die Kindertheaterwoche in Zuchwil war ein Highlight in den Herbstferien. Dieses Jahr ging es fast wissenschaftlich zu und her.

Tanja Graziano
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Kindertheaterwoche in Zuchwil 2020
14 Bilder
In der Gruppe von Manuela Glanzmann gibt es Wissenschaftler und einen Trank mit spezieller Wirkung
In der Gruppe Joseph Nicolet wollen alle einen Hunnd spielen. Aber es gibt auch Schmetterlinge
Kindertheaterwoche Zuchwil
In der Gruppe von Carina Bührer wird Zeitung gelesen, aber es werden auch Raketen gezündet

Kindertheaterwoche in Zuchwil 2020

Hanspeter Bärtschi

Im einen Klassenzimmer lassen Primarschüler eine Weltraumrakete starten. In einem anderen wälzen sich junge Schauspieler lachend auf dem Boden. Auf der Bühne in der Aula spielen die kleinsten Darsteller Hunde, Spaziergänger und Schmetterlinge.

«Entdecken und erforschen» lautet das Thema der diesjährigen Kindertheaterwoche in Zuchwil. In drei Altersgruppen aufgeteilt erforschen 37 Primarschüler ihr eigenes Schauspiel. Das herausfordernde Ziel der Theaterwoche ist es, die vielen Ideen der jungen Künstler in einzelnen Theaterszenen zusammenzubringen. Dabei greifen die Theaterpädagogen die Einfälle der Schüler auf und helfen ihnen dabei, diese in ein bühnenreifes Theaterstück einfliessen zu lassen.

Die jungen Schauspieler lernen zu improvisieren

Ob Wissenschafter, Archäologe oder Höhlenforscher, mit ein bisschen Fantasie ist alles möglich. Und genau daran scheint es im Unterfeld nicht zu fehlen. Täglich heisst es von acht bis fünf improvisieren, Szenen erfinden und üben. Das alles, um die Gruppe auf das Highlight am Ende der Woche – die Schlussaufführung – vorzubereiten.

«Jetzt wird aber geforscht!» Die Theaterpädagogin Manuela Glanzmann ist begeistert von einer Improvisationsszene, welche drei Jungen ihrer Gruppe aufführen. Ein Primarschüler wird von einer exotischen Spinne gebissen und kann plötzlich fliegen. Nach der kurzen Darbietung wird konstruktiv kritisiert und danach gilt es, sich die tollen Ideen zu merken. Dabei ist die Meinung des ganzen Teams gefragt. Und diese fällt positiv aus, denn sie alle finden die Szene amüsant. «Von euren Ideen können wir sicherlich einen Teil gebrauchen», sagt Glanzmann zuversichtlich.

Es soll vor allem Spass machen

So einfach ist es aber nicht immer. Einige Erst- bis Sechstklässler brauchen etwas mehr Zeit, um sich auf das Schauspielern einzulassen – eine grosse Herausforderung in Anbetracht der hohen Teilnehmerzahl in diesem Jahr. «Man muss stets mit allen Sinnen dabei sein. Das braucht vor allem geistig sehr viel Energie», so Glanzmann. Aber auch wenn mal etwas schief gehe, sei es wichtig, der gesamten Gruppe ein positives Gefühl zu geben.

Die Theaterwoche sollte den Kindern vor allem Spass machen. Und diesen spürt man, als sie mit ihrer Gruppe das Lachen übe. «Ihr müsst euch etwas Lustiges vorstellen, so wirkt es viel natürlicher», erklärt sie der Gruppe. So schaffen es auch diejenigen, die zuvor unsicher sind, sich vor Lachen zu krümmen. «Theater ist ein Gegenstück zum leistungsorientierten Schulalltag», findet Glanzmann.

Dieses Jahr wird die ehemalige Primarschullehrerin von Joseph Nicolet und Carina Bührer unterstützt. Abwechslungsweise arbeitet jeder der drei Theaterpädagogen mit einer Gruppe. Dabei agiert jeder auf seine eigene Art, weshalb die Kinder es kaum erwarten können, bei jedem einzelnen Theaterpädagogen Theaterluft zu schnuppern. «Schon am Montag fragte mich meine Gruppe, wann sie endlich zu Joseph gehen dürften», so Glanzmann.

«Eine wertvolle Woche für die Schüler und für uns»

Bis zu einer Dreiviertelstunde lang soll das Theaterstück schlussendlich dauern. Dieses findet am Freitagabend als krönender Abschluss der Woche in der Aula des Schulhauses Unterfeld statt. Bei der Werkaufführung geht es den Theaterpädagogen jedoch nicht darum, dass alles perfekt ist.

Umso wichtiger sei es, dass die Kinder zeigen können, was sie während des Workshops selbst auf die Beine gestellt haben. «Es ist stets eine sehr wertvolle Woche für die Schülerinnen und Schüler sowie auch für uns», sagt Glanzmann abschliessend.