Budget

In Deitingen sollen Steuern um 5 Prozentpunkte erhöht werden

Auch in der zweiten Budgetlesung war der Aufwandüberschuss der Gemeinde Deitingen nicht auszumerzen. An der Gemeindeversammlung schlägt der Rat nun eine Steuererhöhung vor.

Gundi Klemm
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Statt einer erwarteten Verringerung des Aufwands kamen weitere Aufgaben dazu.

Statt einer erwarteten Verringerung des Aufwands kamen weitere Aufgaben dazu.

Hansjörg Sahli

War im ersten Budgetentwurf für 2018 noch die Rede von einem Aufwandüberschuss von 78'000 Franken, so erhöhte sich dieses Minus vor der zweiten Lesung bei prognostizierten Einnahmen von 10,86 Mio. auf 314'000 Franken. Finanzressort-Chef Michael Tüfer, der seine Ratskollegenschaft in der Septembersitzung gebeten hatte, alle Kosten nochmals auf den Prüfstand zu heben, um ein allseits befriedigendes Ergebnis zu erzielen, beantragte zur Deckung des Haushaltsdefizits die Anhebung des Steuerfusses von jetzt 120 auf 125 Prozent. Statt der erwarteten Verringerung des Aufwands waren in den Ressortberatungen nämlich weitere Aufgaben dazugekommen.

Gemeindepräsident Bruno Eberhard und Finanzverwalter Christoph Lütolf sprachen sich aber dafür aus, nochmals in der Sitzung alle Funktionsbereiche des Budgets intensiv auf Sparpotenziale zu durchleuchten. Nicht vorschnell sollte sich der Rat von seinem Ziel verabschieden, eine Steuererhöhung unbedingt zu vermeiden. Doch alles Durchforsten und Diskutieren half nichts: Am Ende stand fest, dass der Rat der Gemeindeversammlung am 23. November diese Steuerfussanhebung vorschlagen muss. Denn zwischenzeitlich war natürlich auch mit Gesprächen bei juristischen Personen abgeklärt worden, ob mit höheren Steuereingängen zu rechnen sei. Bezüglich der natürlichen Personen bestätigte Lütolf nochmals die Erkenntnis der letzten Wochen, dass auch hier weniger als in Vorjahren zu erwarten sei.

Im Weiteren hat der Gemeinderat:

- sich für den Beitritt zur künftigen Zivilschutzorganisation Aare-Süd ausgesprochen; der Po-Kopf Jahresbeitrag dürfte von 17.20 auf 14.46 Franken sinken. Genehmigt wurde die Übernahme der anteiligen Kosten für den Aufbau der Organisation im Umfang von 3281 Franken;

- der Fusion der beiden Spitexvereine Derendingen und Deitingen zugestimmt;

- einen Zusammenarbeitsvertrag mit Derendingen beschlossen, um sich am Projekt «Start.integration» zu beteiligen. Um den lokalen Bezug sicher zu stellen, wurde Franziska Sterchi als Beauftragte gewählt;

- Sibylle Sieboth in die Planungskommission gewählt und für rund 42'000 Franken die Belagssanierung Kirchgasse beschlossen. (gku)

Offenbar nutzen viele der Deitinger Eigenheim-Besitzer Liegenschaftssanierungen als Mittel zur Steuerersparnis. «Da wir in den letzten beiden Perioden schon schlecht mit einem Aufwandüberschuss abgeschlossen haben, wäre es unseriös, bei auf 200 000 Franken vermindertem Eigenkapital wieder ein defizitäres Budget zu präsentieren», betonte Tüfer. Der Rat schloss sich an, zumal trotz Steuererhöhung immer noch ein Minus in der Erfolgsrechnung von 15 000 Franken bleibt. Wegen der gegenwärtig rückläufigen Teuerung wird analog Kanton kein Teuerungsausgleich für das Gemeindepersonal gewährt.

Nur Abwasser günstiger

Als Erleichterung für die Bevölkerung sprach sich der Rat für die Verringerung der Abwassergebühren aus, da die Spezialfinanzierung mit einem Vermögen von 1,34 Mio. Franken ausgestattet ist. Pro Kubikmeter Frischwasser sinkt die Benützungsgebühr für Abwasserbeseitigungsanlagen von 1.50 auf 1.20 Franken; in der Niederdruckversorgung wird eine um 30 Franken reduzierte Pauschale von 300 Franken fällig ebenso wie bei Landwirtschaftsbetrieben.

Da das Vermögen in der Frischwasserversorgung durch Sanierungen deutlich vermindert ist, steigen die Kosten pro Kubikmeter um 30 Rappen auf 2.10 innerhalb des Gemeindegebietes und 2.55 Franken ausserhalb des Gemeindegebietes.

Abschied vom Kinderheim

Längst sind die Zeiten vorbei, als im Kinderheim St. Ursula Kinder betreut wurden. In den nächsten Wochen wird das Haus abgerissen, um Platz für Mehrfamilienhäuser zu machen. Im Sinne eines würdigen Abschieds von der früher wichtigen Institution laden Schulklassen am Freitag, 3. November ab 18 Uhr zur grossen Erzählnacht ein.

Am Samstag, 4. November, sind öffentliche Besichtigungen und ein Treffen ehemaliger Mitarbeitender vorgesehen. Während beider Tage ist eine Fotoausstellung der Archivkommission der Bürgergemeinde zu sehen. Vorgestellt wird auch das künftige Projekt.