Horriwil
Attila Lardori bringt Beständigkeit in die Gemeinde

Die Gemeindeversammlung genehmigt ein Budget mit einem Aufwandüberschuss. Das Strafverfahren mit dem früheren Gemeindepräsidenten läuft noch.

Urs Byland
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Attila Lardori am 26. September, als er die Wahl zum Gemeindepräsidenten haushoch gewonnen hat.

Attila Lardori am 26. September, als er die Wahl zum Gemeindepräsidenten haushoch gewonnen hat.

Urs Byland

Die Hoffnung bestand, dass mit der Wahl von Attila Lardori zum Gemeindepräsidenten Ruhe und Beständigkeit im politischen Leben von Horriwil einkehren würde. Beständigkeit darf man feststellen. Der Gemeinderat hat die Ressorts neu strukturiert und vereinfacht, was später noch in der Dienst- und Gehaltsordnung gespiegelt werden soll. Die von 35 Stimmberechtigten besuchte Gemeindeversammlung hat diese Ressorts einstimmig bestätigt. Man hat Legislaturziele definiert, die, so der Wunsch des Gemeinderates, ebenfalls von der Gemeindeversammlung genehmigt wurden. Einstimmig unterstützte diese die Zielsetzungen des Gemeinderates, die aber eher allgemein in fünf "K" umschrieben wurden: Kooperation, Kompetenz, Kommunikation, Klima und Kosten.

Auf Beständigkeit setzte der Gemeindepräsident mit der Ehrung der abtretenden Behördenmitglieder, die er bereits am Anfang der Versammlung durchführte, sowie mit dem Hinweis auf das Milizsystem, das im Dorfleben eine entscheidende Rolle spiele. Zum Bild der Beständigkeit passt, dass er in seiner Eröffnung auf die erste Demokratie ähnliche Versammlung vor 2600 Jahren in Griechenland hinwies.

Einigermassen beständig präsentiert sich das Budget 2022. In Abwesenheit des Finanzverwalters führte Gemeinderat Adrian Läng durch das Budget, das einen Aufwandüberschuss von 145'000 Franken vorsieht. Dies sei verkraftbar bei einem Nettovermögen von gegen 5000 Franken pro Horriwilerin und Horriwiler. Die Versammlung genehmigte zwei neue Investitionen, einerseits 50'000 Franken für die Wasserleitung Grabacker, andererseits 200'000 Franken für die Sanierung der Wohnung im ersten Stock des Schulhauses. Die Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen in der Höhe von 321'000 Franken vor. Neben den genannten Vorhaben belasten insbesondere die Planung der Schulhaussanierung sowie die Ortsplanungsrevision die Rechnung.

Auseinandersetzung mit Rüfenacht ist noch nicht beendet

Ruhe ist aber noch nicht wirklich eingekehrt. Nach wie vor brodelt es unter der Oberfläche. Die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Gemeindepräsident Martin Rüfenacht ist noch nicht erledigt. Das Strafverfahren laufe nach wie vor, beantwortete Lardori eine Frage aus der Versammlung, weshalb Rüfenacht auch nicht anfangs geehrt wurde für seine Tätigkeit für die Gemeinde.

Lardori hatte aber auch in eigener Sache etwas zu verkünden. So verzichtet er auf einen Teil der Lohns als Gemeindepräsident. Statt 20'000 Franken plus Ressortentschädigung von 3500 Franken genügen ihm 12'000 Franken. Der Unterschied zwischen der Entschädigung des Gemeindepräsidenten und der Gemeinderäte sei zu gross. Er fühle sich als Primus inter pares. «Alle Gemeinderäte leisten viel.» Er erwähnte aber auch, dass der Bund, sein Arbeitgeber, ihm maximal 15 Arbeitstage pro Jahr bezahlten Urlaub gewähre für die Ausübung eines öffentlichen Amtes.

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