Oekingen

Gemeindeversammlung: Bei weiterem Rückgang der Steuereinnahmen besteht Handlungsbedarf

Am Mittwochabend hat in Oekingen die Gemeindeversammlung stattgefunden. Statt dem beliebten Apéro gab es eine Tafel Ovo.

Hans Peter Schläfli
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Die Steuereinnahmen gehen seit 2017 stetig zurück.

Die Steuereinnahmen gehen seit 2017 stetig zurück.

Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Die 53 stimmberechtigten Oekinger Frauen und Männer wurden am Mittwochabend für ihr Kommen an die Gemeindeversammlung mit einer Tafel Ovomaltine-Schokolade belohnt. «Leider müssen wir auf das beliebte Apéro verzichten, stattdessen gibt es heute etwas Süsses», erklärte Gemeindepräsident Etienne Gasche in der Begrüssung. Um es vorwegzunehmen: Alle Anträge des Gemeinderats wurden einstimmig genehmigt.

Steuereinnahmen gehen stetig zurück

Priska Gasche, Ressortleiterin Finanzen, präsentierte Rechnung des Jahres 2019, die bei Ausgaben von rund 3,2 Millionen Franken mit einem Defizit von 143000 Franken abschloss. Im Budget wurde noch mit einem Minus von 250000 Franken gerechnet. Die Gemeinderätin lobte die Budgetdisziplin, aber sie warnte: «Seit 2017, als eine Senkung des Steuerfusses auf 114 Prozent erfolgte, sind die Steuereinnahmen stetig auf noch 2,25 Millionen zurückgegangen. Wenn das so weitergeht, haben wir Handlungsbedarf.»

Das Nettovermögen je Einwohner beträgt aber immer noch 2746 Franken. Die Nettoinvestitionen von 154000 Franken sind für eine Gemeinde mit 875 Einwohnern klein ausgefallen. Der grösste Posten war die Bestuhlung der Turnhalle mit 52000 Franken.

Neue Strukturen wurden genehmigt

«Die Gemeindestrukturen müssen den Veränderungen der Gesellschaft und der Politik angepasst werden», begann der Gemeindepräsident die Erläuterungen zur revidierten Gemeindeorganisation und der neuen Gehaltsordnung. «Wenn wir eine eigenständige, ländliche Gemeinde bleiben wollen, müssen wir etwas unternehmen.»

Der wichtigste Punkt: Die Gemeindeschreiber-Stelle wird von 40 auf 60 Prozent aufgestockt und ein Bausekretariat darin integriert. Die Bau- und Planungskommission wird mit der Werk- und Umweltkommission zusammengelegt.

Die Revision der Statuten des Zweckverbandes Schulkreis Wasseramt Ost wurde durch die Ressortleiterin Andrea Schenker vorgestellt. «Dabei handelt es sich um Vereinfachungen, die keine grossen Auswirkungen auf unsere Gemeinde haben», erklärte die Ressortleiterin Bildung. «Der Primarschulkreis Hoek möchte Tagesstrukturen mit Mittagstisch und schulergänzender Betreuung einführen, weil dies ein Standortvorteil ist und von der Bevölkerung gewünscht wird. Mit der Teilrevision der Statuten schaffen wir die Grundlage, damit wir ein Projekt ausarbeiten dürfen.» Auch diese Anträge wurden einstimmig und ohne Diskussionen genehmigt.

Wasserversorgung neu organisiert

Die Neustrukturierung der Wasserversorgung präsentierte Gemeinderat Jakob Baumgartner. Die Wasserfassung Ruchaker, die auch Oekingen versorgt, liegt auf Luterbacher Boden und wird durch die Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen betrieben. Neu soll die EWD das gesamte Primärnetz der bisherigen Wasserversorgung des äusseren Wasseramts übernehmen, während das Sekundärnetz bei der Gemeinde Oekingen bleiben wird.

Von der neu zu gründenden Wasserversorgung Wasseramt AG (WaWa) muss Oekingen deshalb 100 Aktien zeichnen, was fünf Prozent des Aktienkapitals entspricht. Andreas Gasche wollte wissen, warum für die Reorganisation der Wasserversorgung eine AG gegründet wird, denn Wasser sei ein Allgemeingut, während eine AG grundsätzlich gewinnorientiert ist. Jakob Baumgartner erklärte, dass es einen Passus gebe, der die AG verpflichtet, zwar kostendeckend aber nicht gewinnorientiert zu arbeiten.

Ein bisschen Emotionen zum Abschluss

Unter «Diverses» teilte der Gemeindepräsident mit, dass der «Roadmovie» am 19. November mit dem Film «Moskau Einfach» das Dorf besuchen wird und dass die Gruppe 60+ aktiv trotz Coronakrise weiterhin den Mittagstisch betreibe. Danach rief er Rita Cammisar nach vorne, die nach 14 Jahren als Gemeindeschreiberin pensioniert wurde.

Zum Abschied erhält Rita Cammisar Wanderverpflegung von Gemeindepräsident Etienne Gasche.

Zum Abschied erhält Rita Cammisar Wanderverpflegung von Gemeindepräsident Etienne Gasche.

Hanspeter Schläfli

In seiner Laudatio lobte Etienne Gasche ihre Fröhlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Menschlichkeit, die sie «zur Mutter der Gemeinde Oekingen» gemacht habe. Rita Cammisar bedankte sich für das Lob: «Das entgegengebrachte Vertrauen ist unbezahlbar und ich habe mit euch allen eine sehr schöne Zeit erlebt.»