Gemeinderatssitzung
Gerlafinger Dreifachturnhalle: Ja zur Machbarkeitsstudie, vorläufig aber nein zum Qualitätsverfahren

Der Gemeinderat Gerlafingen kippt in der ersten Lesung des Budgets 2023 den Kredit für das Qualitätsverfahren für den Bau der Dreifachturnhalle im «Gländ».

Gundi Klemm
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Für die Primarschülerinnen und -schüler steht nur die alte Turnhalle im «Gländ» zur Verfügung.

Für die Primarschülerinnen und -schüler steht nur die alte Turnhalle im «Gländ» zur Verfügung.

Rahel Meier

Mit der «Rochade» fand vor Jahren der allseits bewunderte Wechsel der Kreisschule Gerlafingen aus den zu klein gewordenen Schulhäusern im «Gländ» ins ausgebaute «Kirchacker»-Schulzentrum statt. Ab sofort hatte die Oberstufe für ihren Sportbetrieb die Dreifachturnhalle Kirchacker zur Verfügung.

Die vielen Primarschulklassen und zwei Kindergärten teilten sich indes im «Gländ» die Nutzung der vorhandenen Alten Einfach-Turnhalle. Dies war und ist zeitlich kaum zu bewältigen. Deshalb entstand der Wunsch, im Gländ eine neue Dreifach-Sporthalle zu errichten. Und gleichzeitig den lang gehegten Wunsch zu realisieren, die Alte Turnhalle als Kulturhalle einzubinden. Als Idee könnte dies mittels eines gemeinsamen Foyers geschehen.

Noch sind viele ungeklärte Fragen offen

Zu allem gebe es aber noch zahlreiche ungeklärte Fragen, wie Gemeindepräsident Philipp Heri im Rat berichtete. Gemeinderat Thomas Stulz beunruhigte, dass so wenig Information aus der Arbeitsgruppe Sport- und Kulturhalle und bestenfalls eine Kosten-Nutzen-Rechnung zum Projekt vorliege. «Neue Erkenntnisse sind leider nicht vorhanden, denn unser Problem liegt im bestehenden Schulhauswäldli, das wir als möglichen Bauplatz ins Auge gefasst haben.»

Ob die Gemeinde mit einer ersatzweisen Neuaufforstung an anderer Stelle die gesetzlichen Vorgaben erfüllen könnte, sei noch offen. Philipp Heri:

«Deshalb ist jetzt im nächsten Schritt eine Machbarkeitsstudie vorgesehen, mit der sich entscheidet, wo die Halle gebaut werden könnte.»

Dafür stehen bereits 40'000 Franken aus dem Haushalt 2022 zur Verfügung. Thomas Wenger stellte aber den Antrag, den Betrag von 350'000 Franken für ein Qualitätsverfahren für die Halle aus der Investitionsrechnung zu streichen. Der Gemeinderat folgte ihm mit 6:5 Stimmen.

Stattdessen soll diese Finanzierung über einen Nachtragskredit sichergestellt werden. Damit reduziert sich das Investitionsbudget auf 3,55 Mio. Franken. Es enthält Strassensanierungen und die für 400'000 Franken angedachte Sanierung des ehemaligen, von der Gemeinde gekauften Altersheims Pergola, in dem künftig die Kinder- und Jugendbetreuung konzentriert werden soll.

Mehr Steuereinnahmen

Gemeindeverwalterin Marlise Tüscher kommentierte die 1. Lesung des Budgets, das zuvor schon von der Finanzkommission unter die Lupe genommen wurde. Deren Präsident Stephan Baschung begrüsste die Steigerung des Investitionshaushalts, der 13 Prozent der Investitionskraft der Gemeinde entspreche.

In der Erfolgsrechnung über 32,23 Mio. Franken gebe es verglichen mit Vorjahren wenig neue Ausgaben, was der Haushaltsstabilität zu Gute komme. «Vor allem haben wir auf der Einnahmenseite gepunktet», sprach Baschung einen Steuerzuwachs von mehr als 800'000 Franken bei den 19,6 Mio. Franken im Bereich Finanzen und Steuern an. Weiterhin erhält die Gemeinde 4,5 Mio. Franken aus dem Kantonalen Lastenausgleich.

Weniger Gebühren beim Abwasser

Marlise Tüscher zeigte auf, dass es für die Gerlafinger Einwohnerschaft auch etwas günstiger werde. Wegen des kräftigen Finanzpolsters im Umfang von 9 Mio. Franken verzichtet die Gemeinde beim spezialfinanzierten Abwasser auf Gebühren. Künftig kostet der Kubikmeter Abwasser nur noch 65 Rappen, und die zonengewichtete Fläche wird pro Quadratmeter mit 17 Rappen schon rückwirkend für das laufende Jahr berechnet. Im Wasser wurden die Gebühren schon im Vorjahr gesenkt.

Der Steuerfuss verbleibt auf 125 Prozent für natürliche und 105 Prozent für juristische Personen. Die definitive Verabschiedung des Budgets nimmt der Gemeinderat an seiner nächsten Sitzung vor. Laut Gemeindeverwalterin sind noch kleine Änderungen möglich.