Etziken
«Es ging ihm im Moment schlecht» – der Gemeindepräsident musste die Versammlung überstürzt verlassen

Die Gemeindeversammlung genehmigte das erste Budget der neuen Exekutive. Nicht anwesend war dabei der neue Gemeindepräsident Sven Schibler, er fiel aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig aus.

Hans Peter Schläfli
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Sven Schibler konnte seine erste Gemeindeversammlung als Gemeindepräsident nicht leiten.

Sven Schibler konnte seine erste Gemeindeversammlung als Gemeindepräsident nicht leiten.

Zvg

Dreissig Stimmberechtigte fanden sich in der Mehrzweckhalle Etziken ein, um über das Budget 2022 zu befinden. Erstmals begrüsste der neu gewählte Gemeindepräsident Sven Schibler zu einer Gemeindeversammlung. Doch dann verliess der Gemeindepräsident den Saal überstürzt nach nur wenigen Minuten wieder.

«Es ging ihm im Moment schlecht, es sind ernsthafte gesundheitliche Probleme aufgetreten», erklärte Gemeinderätin Claudia Ochsenbein Tags darauf auf Anfrage die Situation. Eine Corona-Infektion sei es aber definitiv nicht. Sven Schibler habe sich testen lassen und ihr das Testergebnis mitgeteilt.

Als Stellvertreter übernahm danach Thomas Linder die Leitung der Versammlung. In seiner Funktion als Finanzverwalter präsentierte Daniel Amacher von der Firma Profitass das Budget 2022, das bei einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 4,6 Millionen Franken einen Verlust von 57'000 Franken erwarten lässt.

Die letztjährige Steuersenkung hat sich bewährt Gestiegen sind die

Ausgaben für Bildung, weil mehr Schulkinder in Etziken leben würden, so Amacher. Auch der Bereich der Soziale Sicherheit sei ein konstant wachsender Posten, auf den die Gemeinde aber gar keinen Einfluss nehmen könne.

Mehr Einwohnerinnen und Einwohner bedeuten aber auch mehr Einnahmen, weshalb der Finanzverwalter den längerfristigen Finanzplan optimistisch einstuft: «Trotz der letztjährigen Steuersenkung von 130 auf die heute geltenden 125 Prozent sieht es gut aus», sagte Daniel Amacher. Etziken dürfe aber nicht übermütig werden und müsse die Ausgaben im Griff behalten.

Aus dem Plenum wurde der Antrag gestellt, die Position der Abwasserpauschale in der Höhe von 150 Franken pro Person und 75 Franken pro Kind aus dem Gebührenreglement zu streichen. Was dieser Gebührenposten aber genau bedeutet, konnte nur Bruno Meyer, der frühere Gemeindepräsident von Etziken, erklären. «Das betrifft die nur wenigen Haushaltungen in der Landwirtschaft, bei denen der Verbrauch nicht gemessen wird», sagte Meyer.

Daraufhin wurde der Antrag zurückgezogen, allerdings mit der Aufforderung, die Gemeinde möge die Informationspolitik verbessern und die Homepage sei dringend zu modernisieren. Das Budget und der gleichbleibende Steuersatz von 125 Prozent wurden ohne Gegenstimme genehmigt.

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