Etziken
Bürger haben entschieden: Das Aus für die Schulraumerweiterung

Hauchdünn bodigt das Etziker Stimmvolk die Erweiterung des Schulraums.

Marlene Sedlacek
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So sieht das Schulhaus in Etziken aus.

So sieht das Schulhaus in Etziken aus.

Hanspeter Bärtschi

Mit 16 zu 15 Stimmen beschlossen die 39 an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Nichteintreten auf das Projekt der Schulraumerweiterung. Geplant war, mit dem Bau eines Doppelkindergartens mehr Raum für die Schule zu schaffen. Damit sollte dem enormen Wachstum der Bevölkerung Rechnung getragen werden. In den letzten vier Jahren sei die Einwohnerzahl von 800 auf über 1000 und die Schülerzahl von 80 auf mehr als 100 angestiegen, führte Gemeindepräsident Bruno Meyer aus. Zudem erfordern neue Lehrformen nach dem Lehrplan 21 zusätzlichen Raum.

Im Untergeschoss des Neubaus war der Einbau einer Garage geplant. Dort hätten die Gerätschaften der Gemeinde wie Wischmaschine oder Schneepflüge untergebracht werden können. Seit dem Verkauf des alten Feuerwehrmagazins stehen diese in der Zivilschutzanlage und im Aussengeräteraum der Mehrzweckhalle herum. Eine grobe Projektstudie der Firma Kontextplan ergab für den Bau Kosten von 1,8 Mio. Franken, wofür das Volk einen Kredit hätte genehmigen sollen.

Entscheid des Volkes muss man respektieren

Bruno Meyer ist enttäuscht über den Entscheid. Gerne hätte er zum Abschluss seiner Amtszeit dieses aus seiner Sicht dringende Geschäft aufgegleist.

«So was kann halt passieren»,

meinte er ernüchtert. Man müsse den Entscheid akzeptieren, auch wenn nur eine einzige Stimme ausschlaggebend war. «Das ist Demokratie.» Nach den mutmasslichen Beweggründen des Souveräns gefragt, antwortete er, einige fänden dies nicht nötig. Andere hofften möglicherweise auf eine Steuersenkung, wenn man das Projekt nicht realisiert. Aufgrund der finanziellen Lage hätte man sich den Bau problemlos leisten können, war Meyer überzeugt.

Fast keine Investitionen wurden getätigt

Die Rechnung schliesst erfreulich ab. Bei einem Gesamtaufwand von gut 4 Mio. Franken ergab sich ein Ertragsüberschuss von 321'085 Franken. Budgetiert war ein Plus von 115'900 Franken. Hauptsächlich führten höhere Steuereinnahmen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung zu diesem Ergebnis, erklärte der Gemeindepräsident. Auch die Erwartungen bei den Steuereinnahmen bei den juristischen Personen seien bei weitem übertroffen worden. Meyer lobte zudem die Disziplin des Gemeinderates bei den Ausgaben. Viele Positionen konnten unter dem Budget abgerechnet werden. Mehrausgaben waren bei den Beiträgen an die regionale Schule äusseres Wasseramt und den Sonderschulen zu verzeichnen, da diese abhängig von der Anzahl Schüler sind. Auch die Pflegekosten und die Beiträge an die Sozialhilfe überschritten das Budget. Die Nettoinvestitionen betrugen nur rund 17'000 Franken, da fast 1 Mio. Franken an Erschliessungsbeiträgen und Anschlussgebühren verbucht werden konnten.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Etziken

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand3'8624'083
Gesamtertrag4'2294'404
Ertragsüberschuss367321
Steuereinnahmen nat- Pers.2'7802'922
Steuereinnahmen jur. Pers.87126
übrige Steuereinnahmen4731
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung)155177
Investitionsrechnung
Finanzierungsfehlbetrag397-
Finanzierungsüberschuss-604
Nettoinvestitionen1'05517
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers.130%130%
Steuerfuss jur. Pers.130%130%
Selbstfinanzierungsgrad62%3'654%
Eigenkapitaldeckungsgrad--
Netto-Vermögen pro Kopf
Netto-Schulden pro Kopf1'9291'191

Letzte Gemeindeversammlung für Meyer

Zwei Gemeinderäte verlassen das Gremium auf die neue Legislaturperiode. Dies sind Paul Stampfli mit vier Jahren und Beat Glutz mit zwölf Jahren Amtszeit. Auch für den Gemeindepräsidenten war dies die letzte Gemeindeversammlung. Er amtete 24 Jahre als Präsident und war zuvor acht Jahre Gemeinderat. Als Nachfolger wurde Sven Schibler gewählt.

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