Gerlafingen

Einsprachen zum Bauprojekt Sackzelgli-Sonnenfeld abgewiesen

Gestützt auf das Ergebnis einer Einspracheverhandlung und auf verschiedenste Beurteilungen der spezifischen Verhältnisse im Sonnenfeld-Sackzelgli beschloss der Gerlafinger Gemeinderat einstimmig, die Einsprachen der beiden Parteien abzuweisen.

Gundi Klemm
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Modell der projektierten Gesamtüberbauung Sonnenfeld/Sackzelgli

Modell der projektierten Gesamtüberbauung Sonnenfeld/Sackzelgli

www.gerlafingen.ch

In Vertretung von Gemeindepräsident Peter Jordi, der sich als Nachbar des Bauprojektes im Areal Sackzelgli-Sonnenfeld im Ausstand befand, führte Vizepräsident Christian Holderegger durch die Aussprache im Rat. «Wir erleben hier ein Schulbuchbeispiel, wie sich private und öffentliche Interessen gegenüberstehen können», umriss Holderegger die Lage. „Die verschiedenen, angedachten Lösungsversuche können aber nur in unbefriedigender Pfästerlipolitik bestehen.»

Bei den beiden Einsprachen ging es um die demnächst nach Realisierung der Neubauten befürchtete Verkehrszunahme und Lärmimmission, fehlendes Sonnenlicht durch Schattenwurf der Mehrfamilienhäuser, eine gestörte Privat- und Intimsphäre, die Entwertung der bestehenden Liegenschaften und die Änderung der Wohnzone von vorher W2 mit zwei Stockwerken in eine «theoretische» W4.

Dies bedeutet, dass das 4. Geschoss in der Ausführung als Attika nur 74 Prozent der vollen Geschossfläche umfasst. Zu allen Beanstandungen der Einsprecher hatte sich das planende Büro Punkt für Punkt im entkräftenden Sinne geäussert und auch Schattendiagramme erstellt. Der Gemeinderat folgte der Empfehlung von Bau- und Werkkommission sowie des Einsprachegremiums und stützte einstimmig den Antrag der Bauverwaltung, diese Einsprachen abzulehnen. Sie seien menschlich und emotional durchaus nachvollziehbar, würdigte der Rat die Einsprachen, wertete sie aber als Einzelinteressen.

Ewige Geschichte ums Mosimann-Areal

Seit mehr als 20 Jahren ist das einer Erbengemeinschaft gehörende Mosimann-Areal immer mal wieder Thema in Rat und Verwaltung. Beim Grundstück handelt es sich um ein Gelände (GB 279) in der Grösse von 2 048 Quadratmetern, das an die Schulhausstrasse sowie einseitig ans Schulareal Gländ stösst und der Zone für öffentliche Bauten und Nutzung zugeordnet ist. Die Gemeinde versuchte in der Vergangenheit mehrfach, das Grundstück zu kaufen, was aber wegen Preisvorstellungen nicht zustande kam.

Im Weitern hat der Rat:

- den Jahresbericht des Alters- und Pflegeheims Am Bach mit Freude gelesen und vermerkt, dass der Stiftungsrat mit der Uebernahme des benachbarten Kochschulhauses, das die Gemeinde verkauft, einverstanden ist. Mit diesem Verkaufserlös wird anteilig das Schulbauprojekt Rochade mitfinanziert

- die Auswertung zur Ueberprüfung des Kantonalen Richtplans zur Kenntnis genommen

- sich von OK-Präsident Christian Holderegger kurz über das vom 8. bis 14. Juni bevorstehende Dorffest informieren lassen. (gku)

Nun liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Anwältlich angeregt wird ein Grundstückstausch gegen das an der Gewerbestrasse neben dem Schulhauswäldli liegende Areal GB 304. Bauverwalter Ewald Kaiser machte den Rat zudem mit einem neuen Szenario bekannt. Durchaus denkbar wäre, dass GB 279 irgendwann einmal als geeigneter Bauplatz für eine Sport-/Mehrzweckhalle infrage kommen könnte. Kaiser. «Wir sollten dieses Land als Reserve behalten und jetzt keinen Hauruckentscheid treffen.»

Der Rat folgte dem Antrag Holderegger, dieses Traktandum lediglich als Information zu behandeln und demnächst erst eine Entscheidung zu treffen.