Halten

Ein finanzielles Polster ist noch vorhanden

Die Gemeinde Halten muss die finanzielle Situation gut im Auge behalten.

Marlene Sedlacek
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Die Sanierung der Mülimattbrücke wurde verschoben.

Die Sanierung der Mülimattbrücke wurde verschoben.

Hanspeter Bärtschi

Obwohl die Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 123'003 Franken abschliesst, ist der Finanzverantwortliche Christian Stephani nicht so richtig zufrieden. Der Gewinn rühre vor allem von der Auflösung der Vorfinanzierung Sanierung Hauptstrasse von 270'000 Franken her, da die Gemeinden keine Beiträge mehr an Instandstellungen von Kantonsstrassen leisten müssen. Ohne diese Auflösung hätte die Rechnung wie budgetiert mit einem Verlust von rund 127'000 Franken abgeschlossen. Sorgen macht Stephani vor allem, dass die Steuereinnahmen um etwa 80'000 Franken geringer ausfielen als budgetiert. Dies hänge unter anderem mit dem Rückgang der Einwohnerzahl zusammen, erklärte er.

Das Budget sah Investitionen von 413'000 Franken vor. Gebraucht wurden nur 73'544 Franken. Die Sanierung der Mülimattbrücke wurde verschoben und die besagten Kosten für die Kantonsstrasse entfielen. Trotz dieser geringen Investitionen ergibt sich ein Finanzierungsfehlbetrag von 65'000 Franken. «Zum dritten Mal in Folge reduziert sich das Eigenkapital», gab Stephani zu bedenken. Mit einem Pro-Kopf-Vermögen von 1500 Franken sei zwar noch ein Polster da. Trotzdem werde man die schwierige finanzielle Situation gut im Auge behalten. Gemeindepräsident Beat Gattlen fügte hinzu, dass der Beitrag vom Finanz- und Lastenausgleich tendenziell abnehme. Und wie stark sich Corona auf die Finanzen auswirke, wisse man auch nicht genau. «Dies könnte früher oder später nach einer Steuererhöhung riechen», prophezeite er.

Sich nach zeitgemässen Bedürfnissen richten

Die 26 an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigten die Statutenänderung der Kreisschule Hoek. Wenn die Gemeinden Oekingen und Kriegstetten die Änderung ebenfalls annehmen, wird die gesetzliche Grundlage gelegt, dass die Schule schulergänzende Tagesstrukturen anbieten darf. Ein Angebot von Tagesstrukturen sei ein grosser Standortvorteil für eine Gemeinde, betonte Gemeinderätin Patricia Kofmehl. Wie hoch die Kosten dafür seien und wer diese tragen würde, ist noch nicht geregelt. Ein Teil werde sicher von den Eltern übernommen, ein Teil von der Gemeinde, schätzte Kofmehl. «Gratis ist es sicher nicht», sagte der Gemeindepräsident. Es sei jedoch wichtig, dass sich die Schule nach zeitgemässen Bedürfnissen richte. Im Budget würden diese Beträge nicht ins Gewicht fallen.

Weiter nahm die Gemeindeversammlung die Statutenrevision der Oberstufe Wasseramt Ost an. Wichtigste Änderungen sind die Reduktion des Verbandsrats von zwölf auf sieben und des Rechnungsprüfungsorgans von fünf auf drei Mitglieder und ein Ersatzmitglied.

Ein Ja zur Gründung der neuen Wasserversorgung

Zustimmung fand auch die Gründung der Wasserversorgung Wasseramt AG und in Konsequenz die Auflösung des bisherigen Zweckverbandes Wasserversorgung äusseres Wasseramt. Christoph Moser vom Ressort Bau und Unterhalt hob hervor, dass die neue Gesellschaft die bewährte Zusammenarbeit zwischen den zwölf beteiligten Gemeinden festigen würde und Synergien genutzt werden können. Für die Endverbraucher werde sich nichts ändern. Der Aktienanteil der Gemeinde Halten wird fünf Prozent betragen.