Recherswil

Die Gemeinde wurde umfassend reorganisiert

Die Gemeindeversammlung Recherswil verlief kurz und schmerzlos. Man hat Vertrauen in die Arbeit der Behörden.

Gundi Klemm
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In der Totalrevision sind die Aufgaben, Rechte und Finanzkompetenzen aller kommunalen Ebenen und Strukturen festgehalten.

In der Totalrevision sind die Aufgaben, Rechte und Finanzkompetenzen aller kommunalen Ebenen und Strukturen festgehalten.

Rahel Meier

Eigentlich eine lange Geschäftsliste mit Stoff für temperamentvolle Diskussionen. Doch nichts davon: die Genehmigung von fünf Reglementen verlief kurz und schmerzlos, mehrheitlich einstimmig und mit nur einer einmaligen Enthaltung.

Gemeindepräsident Hardy Jäggi gab jeweils zur Einführung in die erfolgte Revision einen kurzen Überblick über die Änderungen gegenüber dem bisherigen Reglement. Die Reorganisation der Gemeindestrukturen, die umfassend auch gemeinsam mit der Bevölkerung vorbereitet wurde, erfolgte als «Totalrevision» der Gemeindeordnung. Damit ist Recherswil inwändig umfassend reorganisiert.

In der Totalrevision sind die Aufgaben, Rechte und Finanzkompetenzen aller kommunalen Ebenen und Strukturen festgehalten. Neu ist, dass in der Ratsarbeit auf Zirkularbeschlüsse zu verzichten ist. «Wer die Gemeindeordnung ändert, muss sich auch der Dienst- und Gehaltsordnung (DGO) widmen», unterstrich Jäggi.

Grosszügiger als bisher sind Urlaubslösungen während der Arbeitszeit, und neu ist das auf 65 Jahre für beide Geschlechter festgelegte Pensionsalter geregelt. Im Spesen- und Entschädigungsreglement wird beispielsweise präzisiert, dass das Pauschalgehalt von Funktionären auch deren Delegiertentätigkeit umfasst. Eine Büroentschädigung entfällt. Spesen werden erst nach Freigabe durch den Gemeindepräsidenten ausbezahlt.

Einige Anpassungen hat auch das Gebührenreglement erfahren, in dem Inseratkosten fürs Dorfblatt ebenso wie Kanzlei- und Mahngebühren spezifiziert sind. Dokumentbeglaubigungen, die Auswärtige offenbar gern in Recherswil einholten, kosten jetzt 80 Franken. Die Teilrevision des Grundeigentümerbeitrags- und Verbrauchsgebührenreglement gibt einen finanziellen Rahmen für die Spezialfinanzierungen vor.

Ersatz Wasserleitung Gerlafingenstrasse

Das Traktandum «Benützungsgebühren» erläuterte Gemeinde-Vizepräsident Christian Erzer, der auch den Ersatz der Wasserleitung auf der Gerlafingenstrasse vertrat. Für 470'000 Franken soll hier der Leitungsquerschnitt von 125 auf 150 mm vergrössert werden. Gleichzeitig wird die Regio Energie Solothurn die Gasleitung erneuern. Alle Baumassnahmen sollen vor der vom Kanton für 2022 geplanten Strassensanierung erfolgen. Mit einer Subvention durch die Gebäudeversicherung kann gerechnet werden.

Das erfreuliche Ergebnis der Jahresrechnung 2019 war im Dorf längst bekannt. So konnte sich Finanzressortchef Peter Christen in seinem Kommentar auf Wesentliches beschränken. Einem Aufwand von 10,1 Mio. steht ein Ertrag von 11,3 Mio. Franken gegenüber.

Mehr Einwohner, der Verkauf eines Grundstücks für rund 550'000 Franken , die Ausgabendisziplin mit wenig Abweichungen gegenüber dem Budget und ein leicht vermehrtes Steuervolumen sind Gründe für das Resultat. Um gewappnet zu sein für kommende Jahre war der Souverän mit zusätzlichen Abschreibungen in Höhe von 692'000 Franken einverstanden.

Damit verringerte sich der Rechnungsüberschuss von 1,3 Mio. auf 440'000 Franken, die dem Eigenkapital von jetzt 3,22 Mio. Franken zugewiesen wurden. Investiert wurde nur für 1,3 Mio. Franken, was sich auf verschobene Projekte und Arbeiten im Schulhaus zurückführen lässt.