Elektromobilität

Deitingen fährt auf der grünen Schiene: Der Gemeinderat spricht sich über E-Parkplätze aus — wo ist noch unklar

Gemeinderat macht sich Gedanken über eine Ladestation für E-Fahrzeuge.

Drucken
Teilen
Der Gemeinderat Deitingen diskutiert über Parkplätze mit einer Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. (Symbolbild)

Der Gemeinderat Deitingen diskutiert über Parkplätze mit einer Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. (Symbolbild)

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Der Gemeinderat will mit der Zeit gehen und der Nachfrage nach Elektromobilität gerecht werden. Die Regio Energie Solothurn bot an, auf dem Baschiparkplatz vis-à-vis der katholischen Kirche zwei Parkplätze mit Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge einzurichten. Kosten würde dies die Gemeinde nichts.

Die Regio Energie würde die Säulen zur Verfügung stellen, in Betrieb nehmen und die Parkfelder bemalen. Ebenfalls ist der Unterhalt der Station im Angebot inbegriffen. Die Gemeinde müsste lediglich die Parkplätze für zehn Jahren zur Verfügung stellen. Gemeindepräsident Bruno Eberhard begrüsst diesen Schritt in Richtung Zukunftstechnologie. Er sieht darin einen hohen Nutzen, ohne selbst investieren zu müssen und denkt, damit zu einem positiven Image der Gemeinde beizutragen. Doch der Gemeinderat will den Entscheid nicht alleine fällen. Die Plätze liegen zwar auf dem Boden der Einwohnergemeinde. Finanziert hat sie damals jedoch die Kirchgemeinde mit einem Betrag von 50'000 Franken.

Die Kirchgemeinde sei nicht so begeistert von der Idee, habe sie doch selber immer zu wenig Parkplätze. Die Kirche soll ein Mitspracherecht haben, forderte Jürg Schärli. «Wir haben ein gutes Einvernehmen und wir wollen die Kirchgemeinde nicht verärgern.» Benedikt Meier schlug vor, einen anderen Standort zu wählen. Zum Beispiel im Dorfzentrum, wo man während des Aufladens des Fahrzeugs einen Kaffee trinken könnte.

Der Gemeinderat beschloss, ein Signal zu setzen und sprach sich einstimmig für eine Ladestation aus, jedoch ohne den Standort festzulegen. Die Kirchgemeinde solle ihrerseits darüber abstimmen. Sollte sie sich gegen die E-Parkplätze aussprechen, wird der Gemeinderat das Projekt weiterverfolgen, aber einen anderen Standort suchen.

Stromkosten gespart mit der PV-Anlage

Deitingen verfügt über weitere CO2-neutrale Einrichtungen. Nämlich eine PV-Anlage und den Nahwärmeverbund. Jan Binzegger präsentierte eine Wirtschaftlichkeitsrechnung der PV-Anlage. «Wir konnten 13'650 Franken an Stromkosten sparen», freute er sich. Zudem habe man für 4'000 Franken Strom verkaufen können. Er schätzt, dass die Anlage in neun bis zehn Jahren amortisiert sein wird.

Die Abrechnung des Wärmeverbunds ergab einen Preis pro kWh von 15 Rappen, anstatt der anfänglich angenommenen 18 Rappen. Auch auf die Schiene Biodiversität will die Gemeinde aufspringen. Die Planungskommission ist daran, ein Naturkonzept auszuarbeiten.

Das Bauprojekt, die Aufbahrungshalle hindernisfrei umzubauen, ist fast abgeschlossen. Für 48'700 Franken wurde unter anderem ein hindernisfreies WC erstellt, Rampen erstellt und Briefkästen tiefer gesetzt, damit man vom Rollstuhl aus Briefe einwerfen kann. (msg)

«Eine gute Sache»

Das Agglomerationsprogramm, das strategische Raum- und Verkehrsplanungsinstrument sei eine gute Sache, findet Bruno Eberhard. Es biete eine Chance, auf die Anliegen der Gemeinde hinzuweisen. So könnte man zum Beispiel den Wunsch nach einem erweiterten Velowegnetz anbringen. Auch der ÖV-Anschluss an das Busnetz Wasseramt ist ein Thema, das unter den Nägeln brennt. (msg)