Luterbach

«Das bringt uns alles weiter, denn wir wollen attraktiv bleiben»

Das Projekt Aarepark-Süd stiess in Luterbach an der Gemeindeversammlung auf grosses Interesse.

Gundi Klemm
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Auf der Südseite der Aare soll ein Uferpark für die allgemeine Nutzung entstehen.

Auf der Südseite der Aare soll ein Uferpark für die allgemeine Nutzung entstehen.

Thomas Ulrich

Schon im übernächsten Jahr soll das Gelände an der Aare rund um die alte Kläranlage der Öffentlichkeit in Luterbach und Region zugänglich sein. Der Kanton als Bauherr lässt hier in Fortsetzung des bestehenden Uferparks ein vielfältig nutzbares Freizeitgelände entstehen, das in den früheren Klärbecken «wartungsarm», wie Gemeinderat Jürg Nussbaumer festhielt, vielfältige Spielfelder und –plätze nebst Klettermöglichkeiten ansiedelt.

Die ehemalige Kantine wird saniert und in einen Gastrobetrieb mit genügend Parkierungsmöglichkeiten umgebaut. Weiter in die Zukunft hinaus blickt das in der Versammlung genehmigte Räumliche Leitbild. Es skizziert die Entwicklung für die kommenden rund 15 Jahre, in denen Luterbach auf eine rund 4000-köpfige Bevölkerung anwachsen könnte. Nussbaumer erläuterte an einzelnen Beispielen die behördenverbindlichen «Leitplanken» als Start zur bevorstehenden Ortsplanungsrevision. «Das bringt uns alles weiter, denn wir wollen attraktiv bleiben», bekräftigte er.

Visualisierungen des Uferparks von Biogen in Luterbach: Ein grüner Streifen belebt das Aareufer.
4 Bilder
Der 56'000 Quadratmeter grosse Park zieht sich vom Emmenspitz bis zur alten Kläranlage mit den Schwimmteichen. Das Biogen-Betriebsgelände bleibt frei zugänglich.
Uferpark Biogen
Der öffentliche Platz neben der ehemaligen Attisholz-Kantine.

Visualisierungen des Uferparks von Biogen in Luterbach: Ein grüner Streifen belebt das Aareufer.

zvg

Systemwechsel vorgenommen

Vorgängig stellte Pascal Jacomet, neuer Ressortleiter Tiefbau, Investitionsvorhaben der Gemeinde vor, die einer Kreditbewilligung bedürfen. Dies betraf die Käserei- und Deitingerstrasse mit Sanierung der Elektrizität (200'000 Franken), die Dr. Probst-Strasse (255'000 Franken) und die Erneuerung der Schluchtbachstrasse mit einem Gesamtkredit von 610'000 Franken.

Im Weiteren wurde

- dem Beitritt zum Zweckverband Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd zugestimmt;

- das überarbeitete Musikschulreglement gutgeheissen. Künftig sind auch Erwachsene im Unterricht willkommen. Allerdings müssen sie einen kostendeckenden Tarif entrichten. (gku)

Aufgenommen ins Investitionsbudget wird nur eine erste Tranche von 55'000 Franken. «Wir nehmen hier einen Systemwechsel vor, indem wir nur die Beträge im Budget aufführen, die tatsächlich im Jahreshaushalt auch ausgelöst werden», erklärten Finanzressortleiter Kurt Hediger und Finanzverwalter Reto Frischknecht. Die Bruttokosten im Investitionsbudget 2018 von 810'400 Franken werden durch erwartete Einnahmen im Umfang von 668'500 Franken aus Anschlussgebühren im Wasser/Abwasserbereich auf Nettoausgaben von 141'900 Franken gesenkt.

Biogen schenkt bereits ein

Die Erfolgsrechnung sieht bei einem Aufwand von 17,02 Mio. einen Ertrag von 16,9 Mio. und damit ein Rechnungsminus von 116 540 Franken vor. «Mit diesem Budget dürfen wir sehr zufrieden sein», unterstrich Hediger. Im Bereich Steuern ergeben sich Mehreinnahmen im Umfang von 3,4 Prozent bei den natürlichen Personen und bei den Quellensteuern. Durch Mitarbeitende an der Baustelle Biogen wurden bis in den Herbst 2017 Fiskalabgaben in Höhe von bald einer halben Million Franken gezahlt.

Versammlungsbeteiligte interessierten die Beiträge ans Sportzentrum Zuchwil von 20'000 Franken und die 70'000 Franken zur Sanierung des Freibades und zum Bau der Traglufthalle. «Wir alle sind Profiteure dieser Einrichtungen», bekräftigte Gemeindepräsident Michael Ochsenbein den Sinn dieser Zahlungen. «Höchste Zeit», so Frischknecht, sei eine Überprüfung der Gebrauchsgebühren mit dem Ziel Senkung ab dem Jahr 2019 bei den Spezialfinanzierungen für Wasser/Abwasser und Abfall. Die 59 anwesenden Stimmberechtigten hörten das gerne.

Noch kein Handlungsbedarf

Angesprochen wurde auch das Thema AEK und die publizierten Energiepreiserhöhungen. Luterbach zählt zu den acht Partnergemeinden mit eigenem Stromnetz. Laut Ochsenbein sieht der Gemeinderat noch keinen Handlungsbedarf, den Vertrag durch Kündigung sofort aufzulösen.

Man lasse sich gegenwärtig im Kreis der Partner neutral beraten und halte auch die für 2020/22 vorgesehene Strommarktliberalisierung im Blick. «So bleiben wir beim Status quo – sicher noch für ein halbes Jahr.»