Kriegstetten

Boom bei den Inlineskatern: «Mittelland rollt» war trotz schlechtem Wetter ein Erfolg

Trotz schlechtem Wetter und Schutzkonzept verlief der Event «Mittelland rollt» am vergangen Sonntag in Kriegstetten reibungslos. Der Inline Club Mittelland erfährt einen grossen Ansturm während der Coronakrise und kann die Mitgliederzahl fast verdoppeln.

Tanja Graziano
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Inlineskater
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Spezielle Rollen verhindern, dass die Inlineskater zu sehr rutschen auf der nassen Oberfläche.
Hingegen der 200 bis 250 erwarteten Teilnehmer, starteten am vergangenem Sonntag in Kriegstetten 125 Inlineskater.
Trainer Benjamin Feer ist stolz auf die Leistung der Kids und Junioren.

Inlineskater

Hansjörg Sahli

Was sportliche Aktivitäten angeht, mussten viele dieses Jahr umdenken. Fitnessstudios waren lange geschlossen und Flussballfelder blieben leer. So ist es nicht überraschend, dass die Leute nach Alternativen suchten, um sich an der frischen Luft zu bewegen. Das bekam auch der Inline Club Mittelland zu spüren. «Unser Verein hat in dieser Zeit grossen Zuwachs bekommen», so Trainer Benjamin Feer. Seit Ende Frühling zählt der Inline Club einige Newcomer. Nebst den anderen zwölf bis fünfzehn Vereinen ist er momentan mit seinen 70 Mitgliedern der grösste Inline Club in der Schweiz.

«Im Frühling mussten wir eine Zeitlang mit Schutzkonzept und in Fünfergruppen fahren», erklärt der 24-jährige Kaufmann. Als sie das Schutzkonzept auflösten, wurde das Training immer beliebter. «Dienstags treffen wir uns in Freizeitkleidern und machen eine Rundfahrt, bei welcher auch Nicht-Vereinsmitglieder teilnehmen können», so Feer. Überraschend sei vor allem der Ansturm im ersten Rollertreff ohne Schutzkonzept gewesen. «An diesem Tag hatten wir plötzlich 39 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Platz», sagt Feer. Vor Corona besuchten um die 15 Kinder das Training in Niederbipp. «Nun sind es bis zu 25 Kids und Junioren».

Vor allem den Breitensport ankurbeln

Dem Verein tue der Ansturm gut. «In der Schweiz ist das Inlineskaten vor allem ein Randsport», sagt Feer. Positiv also, dass sich in der Coronazeit mehr für den Sport begeistern konnten. «Wir wollen vor allem unsere Fun- und Breitensportabteilung ankurbeln». Je mehr am Dienstag bei der Ausfahrt dabei seien, desto schöner. Am Donnerstag sei dann eher Vereinstraining. Verantwortlich für die Kids und Junioren ist er selbst. Die Trainings der Erwachsenen leitet Tomas Ruegge. «Er hat die Hauptleitung des Klubs. Meine ganze Ausbildung habe ich ihm zu verdanken», erklärt er.

Feer selbst hat seit seinem zehnten Lebensjahr den Sport leistungsmässig verfolgt und auch an zwei Europameisterschaften teilgenommen. Seine Erfahrungen teilt er nun mit den Kids und Junioren. Je nach Altersstufe ist das Training anders. Bei den Kids stehe das Spielen im Vordergrund. Bei den Junioren falle das Training eher leistungsorientiert aus. An sie hatte man am Sonntag bei «Mittelland rollt» grosse Erwartungen. «Es hat zwar von A-Z durchgeregnet. Der Event war aber trotzdem ein Erfolg», meint Feer.

Trotz schlechten Wetters lief «Mittelland rollt» gut

Die Kälte und der Regen hätten es den Sportlern am Sonntag nicht gerade leicht gemacht. «Technisch ist es einiges anspruchsvoller als bei gutem Wetter», erklärt Feer. Wer die Technik jedoch gut beherrsche, sei auch bei starkem Niederschlag sicher unterwegs. «Für Läufe im Regen gibt es spezielle Rollen, die mehr Grip haben», verrät Feer. In den Wettkämpfen starteten statt der erwarteten 200 bis 250 Teilnehmer nur 125. «Einige sagten aufgrund des Wetters ab. Das OK war froh, dass trotz des Schutzkonzepts und den Wetterbedingungen alles rund lief», meint Feer.

Besonders stolz sei er auf seine Junioren. Den ersten Platz der Juniorinnen im Sprint gewann Nadia Sprugeon. Sie bot damit Nina Auer, einer Konkurrentin aus Frankreich, die Stirn. Bei den Erwachsenen war die Spitze zu stark. In der Langdistanz siegte bei den Frauen Chloé Geoffroy aus Frankreich. Bei den Männern siegte überragend der aktuelle Weltmeister im Marathon, Nolan Beddiaf, ebenfalls aus Frankreich.