Biberist
Kilbi ist zum zweiten Mal abgesagt – Aufwand für die Durchführung wäre zu gross

Die Kilbikommission hat sich schweren Herzens dazu entschieden, die Kilbi Biberist erneut abzusagen. Eine Kilbi in eingezäunter und bewachter «Bubble» ist nicht der Geist der Sache, nennt die Kommission einen der Gründe.

Rahel Meier
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Das Enten-Rennen gehört zur Kilbi Biberist wie der Lunapark.

Das Enten-Rennen gehört zur Kilbi Biberist wie der Lunapark.

Rahel Meier

«Mit den aktuell geltenden Corona-Massnahmen könnten wir die Kilbi Biberist dieses Jahr nur mit Sicherheitskonzept, das heisst in einem abgesperrtem Bereich und mit gültigem Covid-Zertifikat aller Personen durchführen», schreibt die Kilbikommission in einem offiziellen Brief, der an alle Vereine und Beteiligten der Biberister Kilbi gerichtet ist. Und weiter: «Dies verursacht massive Mehrkosten und Mehraufwand für Absperrung und Zutrittskontrolle, welche für diesen Anlass unverhältnismässig werden.»

Gemeinsam nach Lösungen gesucht

Die Kilbi sei nicht leichtfertig abgesagt worden, meint Konrad Gisler (Präsident Kilbikommission) auf Anfrage.

«Wir haben uns gemeinsam mit den kantonalen Behörden bemüht, eine gangbare Lösung zu finden.»

Ein Gesuch könne aber nur nach den geltenden Regeln behandelt werden. Und diese seien klar. Das Kilbigelände müsste eingezäunt werden. «Das wären Zusatzkosten von rund 10'000 Franken. Ausserdem braucht ein Zaunbauer zwei Tage für den Aufbau und zwei weitere Tage für den Abbau», so Gisler.

Weiter müssten die Eingänge kontrolliert werden. Einlass hätte nur, wer ein Covid-Zertifikat vorweisen kann. «Das gilt nicht nur für die Besucherinnen und Besucher, sondern auch für die Standbetreiber und Helfer», so Gisler weiter. Auch die direkten Anwohner des Kilbigeländes wären von der Regelung betroffen. Der Aufwand wäre immens.

Gemeinde signalisierte Hilfsbereitschaft

Die zusätzlichen Massnahmen würden das Budget für die Kilbi sprengen. Vonseiten der Gemeinde sei signalisiert worden, dass man bereit wäre bei einer Durchführung einen Nachtragskredit zu sprechen, so Gisler. Die Finanzen seien aber nur einer der Aspekte für die Absage.

Die Kilbi sei ein geselliger Anlass, ein Treffpunkt. Mit einem Zaun und Vorschriften für den Einlass würde dieser Festcharakter zerstört, ist sich Gisler sicher. Schwierig wäre es wohl auch, wenn eine Familie oder eine Gruppe gemeinsam vor dem Eingang stehen würde, und nicht alle eingelassen würden.

«Für unsere Detailplanung und die Vorbereitungen der meisten Beteiligten kommen allfällige weitere Öffnungsschritte von Mitte August leider zu spät», meint Gisler weiter. «Die Vereine müssen ihre Waren bestellen.» Würde die Kilbi erst im August abgesagt, dann hätte dies finanzielle Konsequenzen für die beteiligten Vereine. Dabei ist die Kilbi sonst eigentlich ein Anlass, an dem diese Geld verdienen könnten.

«In anderen Kantonen kann man eine Kilbi durchführen»

Schausteller Willi Marti nimmt den Entschied der Kilbikommission mit Bedauern entgegen.

«Meiner Meinung nach wurde der Entschied zu früh gefällt»,

erklärt er. In anderen Kantonen würde ähnliche Anlässe durchgeführt. Marti weiss dies, weil er in den letzten Wochen an einigen Orten endlich wieder arbeiten konnte. Ausserdem ist er im September an einer Dorf-Kilbi im Kanton Zürich engagiert. «Eine Umzäunung ist dort nicht geplant,» meint er. Möglicherweise wird Marti am Biberister Kilbi-Datum einen Lunapark aufstellen. «Damit wenigstens die Kinder noch etwas haben.»

Auch der Verein Kinderfest hat in der Folge beschlossen das Kinderfest – das am Kilbisonntag stattfindet – abzusagen. Die nächste Kilbi in Biberist ist vom 9. bis 11. September 2022 geplant.

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