Bistum Basel

Wiederaufnahme der Gottesdienste: Noch kaum Gesang, keine Kommunion

Wie man sich im Bistum Basel auf die Wiederaufnahme der Gottesdienste vorbereitet.

Raphael Karpf
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Ein derartiges Bild, wie dieses einer Kommunion, wird so bald nicht anzutreffen sein. (Symbolbild)

Ein derartiges Bild, wie dieses einer Kommunion, wird so bald nicht anzutreffen sein. (Symbolbild)

Thomas Ulrich

Wochenlang war es ruhig in den Kirchen. Keine Gesänge, keine Gebete. Gottesdienste fanden, wenn überhaupt, nur online statt. Das ändert sich nun. Am Pfingstsonntag werden sich die Kirchenbänke erstmals wieder füllen. So wohl auch in den meisten römisch-katholischen Kirchen im Kanton.

Um Gottesdienste wieder durchführen zu dürfen, muss eine ganze Reihe von Schutzmassnahmen eingehalten werden. So umfasst das Schutzkonzept des Bistums Basel, welches von den einzelnen Kirchgemeinden umgesetzt wird, über drei Seiten. Es befasst sich, unter anderem, mit dem Weihwasserbecken (welches leer bleiben muss), mit Desinfektionsmittel (das am Eingang der Kirche bereitstehen muss) und der Reinigung (vor und nach jedem Gottesdienst). Zentraler Punkt während des Gottesdiensts selbst ist der Zwei-Meter-Abstand zwischen den Teilnehmern.

Für kleine Kirchen Anmeldeverfahren empfohlen

Für die konkrete Umsetzung dieser Massnahmen sind die einzelnen Kirchgemeinden selbst verantwortlich. Dadurch können die örtlichen Begebenheiten berücksichtigt werden. Und wenn die Schutzkonzepte nicht oder noch nicht umgesetzt werden konnten, wird der Gottesdienst auch weiterhin nicht stattfinden.
Doch die Kirchen sind bereit, sagt Hans-Ruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums. Er rechnet allerdings auch nicht damit, dass die Kirchen gleich mit Gottesdienstbesuchern überrannt werden. «Nach dieser langen Pause wollen dennoch vielleicht wieder etwas mehr Menschen als sonst in die Kirche», meint er. Aber an der Tatsache, dass Gottesdienste in der Regel selten ganze Kirchen füllen, dürfte sich nichts geändert haben. Das habe in diesem Fall jetzt den positiven Effekt, dass sich die Abstandsregeln wohl einfacher einhalten lassen. Zumindest in den grossen Kirchen. Findet der Gottesdienst in kleinen Kapellen statt, könnte es schon eher schwierig werden. In diesen Fällen empfiehlt das Bistum den Kirchgemeinden, Anmeldeverfahren einzuführen, sodass am Sonntag möglichst keine Besucher vor dem Gottesdienst abgewiesen werden müssen.

Die Schutzkonzepte sind sehr umfangreich und gehen zum Teil auch über das hinaus, was vom Bund verlangt wird. Doch der Schutz der Besucher stehe an erste Stelle, sagt Huber. Insbesondere auch deshalb, weil viele Menschen, die die Gottesdienste besuchen, schon älter sind und zur Risikogruppe gehören. «Solidarität mit der Risikogruppe verstehen wir als Verpflichtung durch die Nächstenliebe.» Dazu kommt, dass vor kurzem ein Fall in Frankfurt für Aufsehen sorgte: Bei einem Gottesdienst haben sich über 100 Personen mit dem Coronavirus angesteckt.

Der Gottesdienst wird ein anderer als normalerweise sein. Nicht nur wegen der leeren Bankreihen, die den Abstand sicherstellen sollen. Es dürfte kaum noch gesungen werden. Am besten gar nicht, so Huber, auch wenn ein Gottesdienst ohne Gesang nicht dasselbe sei. Und auch die Mundkommunion fällt momentan weg. Doch trotz dieser Auflagen: Die Freude, endlich wieder Gottesdienste durchführen zu können, sei riesig, so Huber.