SP auf der Suche nach Gomm-Nachfolge: «Wir haben Leute, die wollen»

Die SP Kanton Solothurn muss nach dem angekündigten Rücktritt von Peter Gomm bald Weichen stellen. Mögliche Kandidaten halten sich bedeckt.

Lucien Fluri
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Susanne Schaffner, Philipp Hadorn und Franziska Roth sind mögliche Kandidaten.

Susanne Schaffner, Philipp Hadorn und Franziska Roth sind mögliche Kandidaten.

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Am Mittwochabend hat er die Katze aus dem Sack gelassen: Peter Gomm, der Oltner Sozialdemokrat, will 2017 nicht mehr zu den Regierungsratswahlen antreten. Damit hat er auch in seiner Partei einige überrascht: Erst 57, und mit Gestaltungswille versehen – nicht jeder hätte damit gerechnet, dass Gomm von der Macht lässt.

Nur wenige Monate hat seine Partei jetzt Zeit, um die entscheidenden Weichen für die Wahlen im März 2017 zu stellen: Will sie ihren einzigen Sitz mit zwei Kandidaturen oder nur einer verteidigen? Ist es an der Zeit für eine SP-Frau in der Regierung? Wer ist bekannt genug und wer hat über die Parteigrenzen hinaus Chancen? Und welche Region dürfen Ansprüche melden?

Zwei bis drei mal «leer geschluckt», hat SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth, als Gomms Entscheid feststand. «Mit einem bisherigen Kandidaten antreten zu können, wäre einfacher gewesen», sagt sie. Völlig überraschend komme Gomms Entscheid für die Parteileitung aber nicht. «Er hat immer gesagt, dass er 12 Jahre für die richtige Frist hält.» Spätestens seit Februar sei parteiintern klar gewesen, dass Peter Gomm eine erneute Kandidatur sehr ernsthaft abwägt.

Frauen machen sich Gedanken

Wie geht es jetzt weiter? Zuerst einmal wird sich die SP auf die Kandidatensuche machen und Nominationen aus den Amteiparteien abwarten. «Wir haben Leute, die wollen», weiss Roth bereits. Ob es eine Einer- oder Zweierkandidatur gebe, werde erst später entschieden. Und noch gar nichts sagen will Roth zu allfälligen Personalien.

Zu ihren eigenen Ambitionen hält sie auf Nachfrage fest: «Es wäre ja absolut nicht in Ordnung, wenn ich mir in meiner Position nicht Gedanken dazu machen würde und müsste». Was das konkret heisst, will sie «zu gegebener Zeit» mitteilen.

Wo auch immer über mögliche SP-Kandidaten für Gomms Nachfolge diskutiert wird: Meist fällt der Name der Oltner SP-Kantonsrätin Susanne Schaffner. Doch die Juristin ist von Peter Gomms Entscheid überrascht worden. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass er nicht mehr antritt», versichert sie. Wäre sie – als Frau und als Vertreterin des unteren Kantonsteils – nicht prädestiniert anzutreten? Schaffner lässt sich nicht auf die Äste hinaus. Zu solch strategischen Fragen müsse die Parteileitung Stellung nehmen. Schaffner sagt aber auch: «Ich werde mir Gedanken über eine Kandidatur machen.»

Hadorn: «Es ist zu früh»

Und wäre da in Bern nicht auch noch SP-Mann Philipp Hadorn? Nach seinem Interesse gefragt, windet sich der Gerlafinger Nationalrat um eine konkrete Antwort. Will er die Karten nicht zu früh auf den Tisch legen? «Jetzt ist erst der Rücktritt bekannt. Im Moment nehmen wir mit Bedauern zur Kenntnis, dass Peter Gomm nicht mehr antritt», sagt der Gewerkschafter.

Doch was heisst das nun für Sie persönlich, Philipp Hadorn? «Jetzt muss zuerst eine Auslegeordnung gemacht werden. Es ist zu früh», sagt er. Nochmals, Herr Hadorn, werden Sie sich eine Kandidatur zumindest überlegen? Ganz am Schluss des kurzen Gesprächs lässt sich Philipp Hadorn entlocken: «In einer Exekutive kann man mitgestalten. Regierungsrat ist immer eine spannende Aufgabe.»

Persönlichkeit im Vordergrund

Parteipräsidentin Franziska Roth kann keinen Ordner mit dem idealen Profil eines SP-Regierungsrats aus dem Regal ziehen. Wer auch immer antrete, müsse jedoch über die Parteigrenzen hinaus respektiert werden, betont sie. «Es geht in erster Linie um die Wahl einer Persönlichkeit und nicht nur um die Parteizugehörigkeit.»

Doch auch mit einer guten Persönlichkeit brauche es einen Effort, um einen der beiden freien Sitze zu halten, auf die auch FDP und SVP Anspruch erheben. Wen auch immer es trifft: Eine gute Nachricht hat Roth - zumindest aus sozialdemokratischer Perspektive. Peter Gomm hinterlasse zwar «grosse Fussstapfen». «Er hat sie aber so präpariert, dass ein neuer sicheren Tritt hat.»