Solothurn

Solodaris-Gärtnerei geht neue Wege als Vollknospenbetrieb

Die Gärtnerei der Solodaris-Stiftung in Solothurn, dem solothurnischen Kompetenzzentrum für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, ist seit diesem Jahr biozertifiziert. Dadurch kann die Gärtnerei ihre Produkte mit dem Vollknospen-Label von Bio Suisse vermarkten.

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Aprikosen werden von Hand für den Trocknungsvorgang vorbereitet.

Aprikosen werden von Hand für den Trocknungsvorgang vorbereitet.

zvg

Der Anerkennung als Vollknospenbetrieb ging ein mehrjähriger Prozess voraus. Im Frühling 2017 hat die Solodaris-Gärtnerei die Anmeldung zur Umstellung zum Biobetrieb eingereicht. Danach erfolgten Schritt für Schritt die nötigen Anpassungen und Umstellungen innerhalb der bisherigen Produktionsabläufe. Es mussten Abklärungen bei der Beschaffung von Biosaatgut getroffen werden, die Böden wurden ökologisch bearbeitet. Daneben wurden Kurse besucht und auch die Infrastruktur der Gärtnerei musste optimiert werden. Im Frühling 2018 gelangten die ersten Biosetzlinge in den Verkauf. Es folgten zahlreiche Tests, aber auch Kontrollen von Bio-inspecta.

Schliesslich wurden die Anstrengungen belohnt und die Solodaris-Gärtnerei hat die Vollknospen-Anerkennung erhalten. Die Umstellung auf biologische Produktion entspreche einem Kundenbedürfnis und schliesse eine Lücke in der Gärtnereienlandschaft in der Region, zeigt man sich bei Solodaris überzeugt. Von Gemüsesetzlingen über Kräuter, Wildstauden, Sommerflor bis hin zu einem breiten Angebot von ProSpecie-Rara-Arten bietet die Gärtnerei eine grosse Palette an sozial und ökologisch nachhaltig angebauter Pflanzen. Die eigens angebauten Schnittblumen werden in floristischen Kreationen verarbeitet. Zu den Kunden zählen auch Firmen und Institutionen in der näheren Umgebung. Durch die überschaubare Grösse kann auf individuelle Kundenwünsche eingegangen werden.

Zudem wurde im Juni eine professionelle Trocknungsanlage für Lebensmittel in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage können Früchte, aber auch Kräuter und Blumen in grossen Mengen getrocknet werden. Bei einer Temperatur von rund 38 Grad Celsius dauert ein Dörrvorgang bei Kräutern und Blüten bis zu zwei, bei Früchten und Gemüsen bis zu fünf Tagen.

Durch die schonende Bearbeitung behalten die Dörrprodukte ihr volles Aroma oder der Duft wird sogar noch verstärkt. Zugaben von Hilfsmitteln oder Chemikalien sind nicht notwendig – und für einen biozertifizierten Betrieb wie die Solodaris-Gärtnerei auch nicht angebracht. Die fertigen Produkte werden in die Gastronomie geliefert, aber auch auf Märkten und in Hofläden in der Region verkauft. (szr)

Gruppenleiterin Rita Müller vor der neuen Trocknungsanlage mit Lindenblüten im Ofen und getrockneten Erdbeeren.

Gruppenleiterin Rita Müller vor der neuen Trocknungsanlage mit Lindenblüten im Ofen und getrockneten Erdbeeren.

zvg