Öffentliche Auflage
Weichen für Schwerverkehrs-Kontrollzentrum auf dem «Filetstück» der Gemeinde Oensingen sind gestellt

Die Pläne für das neue Schwerverkehrskontrollzentrum liegen öffentlich auf. Wenn keine Einsprachen erhoben werden, soll es im kommenden Juni mit dem Bau losgehen können.

Hans Peter Schläfli
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Schwerverkehrskontrollzentrum Oensingen Auf dem Gewerbegebiet Unter der Gass, hier der Blick von der Grabenackerstrasse, sind imposante Gebäudevolumen mit einer Maximalhöhe von 30 Metern ausgesteckt worden.

Schwerverkehrskontrollzentrum Oensingen Auf dem Gewerbegebiet Unter der Gass, hier der Blick von der Grabenackerstrasse, sind imposante Gebäudevolumen mit einer Maximalhöhe von 30 Metern ausgesteckt worden.

Hans Peter Schläfli

Es sind gewaltige Bauvolumen, die auf der Wiese abgesteckt sind, die auf dem Oensinger Erschliessungs- und Gestaltungsplan als Gewerbegebiet «Unter der Gass» ausgezeichnet sind. Die kleinen Kreuze ganz oben auf den Pfosten verschwinden fast im Herbsthimmel. Hier sollen schon bald ein Schwerverkehrskontrollzentrum und in absehbarer Zeit auch eine neue Basis für die Kantonspolizei entstehen.

Der grössere Teil der Fläche ist aber noch nicht vergeben und Gemeindepräsident Fabian Gloor nennt diese Parzelle «das Filetstück in der Oensinger Industriezone», weil es sowohl durch den nahen Bahnhof als die Autobahneinfahrt bestens erschlossen ist. Bis 30 Meter über Grund darf hier schon bald gebaut werden, das ist deutlich höher als zum Beispiel die Halle der alteingesessenen Bourquin SA gleich daneben. Bis zum 23. November dauert die Einsprachefrist und die Pläne mit den Sonderbauvorschriften und dem Raumplanungsbericht können auf der Gemeindeverwaltung oder im Internet eingesehen werden.

Nur hochwertige Ansiedlungen

«Hier werden Fachleute arbeiten und es entstehen interessante Arbeitsplätze», findet Oensingens Gemeindepräsident Fabian Gloor. Das gelte auch für die neue Basis der Kantonspolizei, die gleich daneben gebaut werde. Für das noch freie «Filetstück» kämen nur «hochwertige, wertschöpfungsintensive Ansiedlungen» in Frage. Im Zonenplan wurde bereits definiert, dass ein Investor hier pro 150 Quadratmeter mindestens einen Arbeitsplatz schaffen muss. «Das Land gehört dem Kanton und man darf sagen, dass die Gemeinde Oensingen dieselben Interessen verfolgt, damit hier möglichst viele Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung entstehen», sagt Gloor. Einzig die Werkleitung müsse noch unter die Grabenackerstrasse verlegt werden.

«Wir sind bereit, aber wir haben auch Geduld, um auf einen Investor zu warten, der wirklich gut zu uns passt.» Das Schwerverkehrskon­trollzentrum wird rund 19,2 Millionen Franken kosten. «Der Kanton Solothurn beteiligt sich mit rund 5,9 Millionen an den Projektkosten für die Nutzung von Räumlichkeiten durch die Abteilung Verkehrstechnik. Im Gegenzug werden keine Kosten für die Einmietung dieser kantonalen Abteilung entstehen», sagt Simon Hool vom Bundesamt für Strassen (Astra) zu den Investitionen. Sollten nun keine bedeutenden Einsprachen folgen, dürfte es im kommenden Juni mit den Bauarbeiten losgehen.

Aktuell werden die Schwerverkehrs­kontrollen auf dem Werkhofareal der NSNW AG ausgeführt, einem Zusammenschluss der Nordwestschweizer Kantone. Dieser Werkhof soll aber ­um­gebaut werden, weshalb ganz in der Nähe ein Provi­sorium ­eingerichtet werden muss, bis voraussichtlich Ende 2023 der Neubau bezugsbereit sein wird.

Bau der Umfahrung wird trotzdem dauern

Die Autobahnausfahrt in Oensingen ist für grosse Lastwagen alles andere als ideal gestaltet, vor allem, wenn diese auf der Brücke links in Richtung Schwerverkehrskontrollzentrum abbiegen müssen. Die Hoffnungen, dass das Astra-Projekt nun auch die Entlastungstrassenpläne beschleunigen könnte, werden aber enttäuscht. Das Astra teile die Bedenken nicht, es werde kein Verkehrsproblem entstehen, sagt Samuel Hool. Durchschnittlich sei nur mit rund 20 Fahrzeugen pro Tag zu rechnen. «Zudem werden die Lastwagen durch die Kantonspolizei begleitet und auf dem kürzesten Weg ins Schwerverkehrskontrollzentrum gelotst.» Weder der Ausbau der A1 auf sechs Spuren noch das Oensinger Entlastungstrassen-Projekt hätten deshalb Einfluss auf die Planung des Schwerverkehrskontrollzentrums gehabt.

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