Verlockendes Angebot

Mit Fake-Airlines in den Kosovo: Jetzt warnt die Solothurner Polizei vor Flugticket-Betrügern

Eine Betrugsmasche mit gefälschten Flugtickets macht zurzeit auch im Kanton Solothurn die Runde: Die Täter machen verlockende Reiseangebote in den Kosovo. Nach erfolgter Bezahlung sind die Anbieter nicht mehr erreichbar und die Tickets ungültig.

Drucken
Teilen
Die bronzene Bill-Clinton-Statue am 'Boulevardi Bill Klinton' in Pristina. Die Betrüger haben es auf Schweizer-Kosovaren abgesehen.

Die bronzene Bill-Clinton-Statue am 'Boulevardi Bill Klinton' in Pristina. Die Betrüger haben es auf Schweizer-Kosovaren abgesehen.

Samuel Schumacher

Über die Festtage noch spontan zur Familie in den Kosovo fliegen? Betrüger machen sich den Wunsch nach einer gemeinsamen Weihnachtszeit zu Nutze. Sie bieten Flugtickets zu unschlagbaren Preisen an. Nur: Die Tickets sind ungültig. Die Fluggesellschaften gibt es gar nicht.

Aus dem Kanton Solothurn hätten sich innerhalb kurzer Zeit zwei Geschädigte bei der Kantonspolizei Solothurn gemeldet, teilt diese mit. Die bekannte Betrugsmasche spielt sich immer im ähnlichen Rahmen ab: Die mutmasslichen Täter kontaktieren ihre Opfer telefonisch, via Internetplattformen, per SMS oder Viber und machen ihnen ein verlockendes Angebot für Flugtickets, in der Regel nach Pristina in den Kosovo.

Mit solchen SMS wird für die Flüge Werbung gemacht. (Archiv)

Mit solchen SMS wird für die Flüge Werbung gemacht. (Archiv)

Die Geschädigten, welche darauf eingegangen sind, bezahlten laut Polizei jeweils mehrere Tausend Franken auf ein Konto ein. Im Anschluss erhielten sie entweder Flugtickets die ungültig waren oder gar keine Gegenleistung. Die entsprechenden Anbieter waren nach erfolgter Zahlung nicht mehr erreichbar.

Die Kantonspolizei Solothurn warnt vor Flugticket-Betrügern und rät, Tickets ausschliesslich bei vertrauenswürdigen Reiseunternehmen oder direkt bei den bekannten Fluggesellschaften zu kaufen.

Neu ist die Masche nicht. In den letzten Jahren gab es immer wieder entsprechende Meldungen. Air Prishtina warnte diesen Monat bereits von solchen Aktionen. Im Aargau sind in diesem Jahr bereits über 70 Fälle bekannt. (kps/ldu)

Impressionen aus dem Kosovo:

Der Blick über das Tal von Zubin Potok. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Mittelland, wär da nicht die von Saudi-Arabien finanzierte Moschee.
12 Bilder
Auf dem Friedhof im westkosovarischen Dorf Gllogjan, der Heimat von Premierminister Ramush Haradinaj, liegen viele gefallene UCK-Kämpfer begraben.
Das offizielle 10-Jahres-Feier-Plakat auf einem Feld ausserhalb der südostkosovarischen Stadt Gjilan.
Vorbereitungen auf die 10-Jahres-Feier in der Mutter-Theresa-Fussgängerzone in Pristina.
Luzerner Nummernschilder vor dem luxuriösen Hotel der Vali Ranch im Südosten Kosovos.
Diese 'Kulla' (so heissen die für den Kosovo typischen, festungsartigen Steinhäuser) liess sich die Familie von Premierminister Ramush Haradinaj in ihrem Heimatdorf Gllogjan nach dem Krieg bauen.
Die bronzene Bill-Clinton-Statue am 'Boulevardi Bill Klinton' in Pristina.
Der Kodak-Film-Laden in der nordkosovarischen Gemeinde Zubin Potok ist seit Monaten geschlossen.
Der Gazivodastausee im Norden Kosovos versorgt 600'000 Kosovaren mit Trinkwasser.
Am Rande des nordkosovarischen Dorfes Cabra hat sich ein 'Schatzi' eine schöne Bleibe eingerichtet.
Eigentlich idyllisch, dieser Blick hinunter auf den Gazivodastausee. Das Ruderboot hat aber ein Leck. Über den See rudern lässt sich damit nicht mehr.
Im Süden Pristinas schiessen die Hochhäuser wie Pilze in die versmogte Luft.

Der Blick über das Tal von Zubin Potok. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Mittelland, wär da nicht die von Saudi-Arabien finanzierte Moschee.

Samuel Schumacher