Bellach

Kurt starb beim Russisch Roulette – nun wird ein Bekannter angeklagt

Im November 2017 starb in Bellach ein Mann durch einen Schuss. Die Staatsanwaltschaft hat nun die Strafuntersuchung gegen den zweiten in der Wohnung anwesenden Mann abgeschlossen. Ihm wird vorgeworfen, dem Kollegen die Waffe und Munition überlassen zu haben.

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Beim russischen Roulette löste sich eine Kugel – diese war tödlich. (Symbolbild)

Beim russischen Roulette löste sich eine Kugel – diese war tödlich. (Symbolbild)

Keystone

Eine Nachbarin hatte in der Nacht auf den 27.November 2017 einen Schuss gehört und die Polizei um 1.30 Uhr verständigt. Die Polizei Kanton Solothurn fand daraufhin einen toten Mann in seiner Wohnung auf. Es handelte sich um den 54-jährigen IV-Bezüger Kurt. In der Wohnung im obersten Stock eines Blocks an der Grederstrasse wurde zudem eine zweite Person angetroffen. Dieser wurde vorübergehend in Haft genommen. Es war unklar, was vorgefallen war. War es Suizid oder handelte es sich um ein Tötungsdelikt? Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung.

Nach ersten Ermittlungsergebnissen wurde der Mann jedoch wieder aus der Haft entlassen, weil sich herausstellte, dass der Verstorbene selber den Schuss abgegeben hatte.

Die Staatsanwaltschaft untersuchte, ob sich der Mann im Zusammenhang mit dem Todesfall in anderer Weise strafbar gemacht hat. Diese Strafuntersuchung ist nun abgeschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. «Der in der Wohnung anwesende Mann, ein 54-jähriger Schweizer, wird sich insbesondere wegen fahrlässiger Tötung in einem selbstverschuldeten Zustand der Unzurechnungsfähigkeit vor Gericht zu verantworten haben», heisst es von Seiten der Staatsanwaltschaft.

Konkret wirft sie dem Beschuldigten vor, unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss stehend, dem Verstorbenen eine Waffe und Munition abgegeben zu haben, obwohl er wusste, dass dieser russisches Roulette spielen wollte. Beim Spielen feuerte Kurt dann einen Schuss ab. Er starb.

Der Beschuldigte war während der Schussabgabe in einem anderen Raum in der Wohnung anwesend.

Der Termin der Hauptverhandlung vor dem Richteramt Solothurn-Lebern steht noch nicht fest.

«Alkoholabhängiger Junkie»

Kurz nach der Tat äusserte sich ein Bekannter des nun Angeklagten. Roland Schweizer beschrieb den damals 53-Jährigen als «ungepflegten, aggressiven und alkoholabhängigen Junkie». Er sei ein obdachloser IV-Bezüger und schon aus mehreren Wohnungen geflogen – auch im begleiteten Wohnen. Kurt soll ihn für ein paar Tage bei ihm in der Wohnung aufgenommen, ihm aber offenbar ein Ultimatum gestellt haben, die Wohnung wieder zu verlassen.

Der Mann soll laut Schweizer auch herum erzählt haben, dass er eine Waffe besitzen würde. (ldu)