Regierungsratswahlen

Kein Bündnis: Grüne und SP ziehen getrennt in den zweiten Wahlgang

«Jede Partei fährt ihren Zug», sagt SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth. Und trotzdem hoffen die beiden Parteien gegenseitig darauf, dass sowohl Brigit Wyss wie auch Susanne Schaffner den Sprung in den Regierungsrat schafft.

Lucien Fluri
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Brigit Wyss (Grüne) und Susanne Schaffner (SP)

Brigit Wyss (Grüne) und Susanne Schaffner (SP)

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Auf dem Papier gibt es auf den ersten Blick nur wenige Unterschiede zwischen der SP und Grünen. Trotzdem ziehen beide Parteien nun alleine in den Wahlkampf um die beiden noch offenen Regierungsratssitze. Die SP mit der Oltner Kantonsrätin Susanne Schaffner, die Grünen mit der Stadtsolothurner alt Nationalrätin Brigit Wyss. Beide Parteien hoffen, ihre Kandidatin am 23. April in die Exekutive zu bringen. Mit im Rennen ist auch die Bürgerliche Marianne Meister (FDP, Messen).

«Eine Wahlempfehlung für Brigit Wyss ist nicht geplant», sagt Franziska Roth, SP-Kantonalpräsidentin. «Jede Partei fährt ihren Zug.» Sie hoffe zwar, dass es beide Kandidatinnen schaffen, so Roth. Die Partei müsse beim jetzigen Ausgangsszenario aber alle Ressourcen für die eigene Kandidatin einsetzen. «Wir werden alles daran setzen, dass unsere Kandidatin reinkommt.» Klar sei aber: «Es gibt sicher SP-Wähler, die auch Brigit Wyss wählen.»

Auch die Grünen ziehen alleine in den Wahlkampf. «Wir empfehlen nur Brigit Wyss für den zweiten Wahlgang», sagt Grünen-Präsident Felix Wettstein. «Wir kämpfen für unsere Kandidatin.» Ein Grüner Regierungsratssitz sei etwa für den Kampf gegen die Zersiedelung nötig. «Der Regierungsrat ist mutlos. Dabei hat das Stoppen der Zersiedelung einen hohen Zuspruch im Volk.» Offenbar rechnet man bei den Grünen auch damit, für parteiungebundene Wähler ohne linkes Päckli attraktiver zu sein.

Impressionen vom ersten Wahlgang

Brigit Wyss in der Parteizentrale der Grünen im «Kreuz»
36 Bilder
Am Beamer verfolgen die Grünen die Wahlen
Brigit Wyss in der Parteizentrale der Grünen im «Kreuz»
Parteizentrale der Grünen im «Kreuz»
Die SVP-Parteizentrale im Hotel Ambassador
Die SVPler verfolgen die Ergebnisse der Kantons- und Regierungsratswahlen
Rémy Wyssmann (SVP)
SVP-Kantonsratskandidatin Marisol Fürst-Riviera
Die GLP-Parteizentrale während der Wahlen im Hotel Ambassador
Nicole Hirt in der GLP-Parteizentrale
Georg Aemissegger, Präsident der glp Kanton Solothurn
Susanne Schaffner in der Parteizentrale der SP im Volkshaus
Susanne Schaffner im Schuss in der SP-Zentrale im «Volkshaus»
SP-Parteisekretär Niklaus Wepfer am Telefon
Susanne Schaffner freut sich
Auf dem Tablet und am kleinen Radio verfolgten SP-Mitglieder die Resultate. Sie hatten Grund zur Freude.
Die BDP traf sich in der «Wirthen»
Die BDP traf sich in der «Wirthen»
Die BDP traf sich in der «Wirthen»
Die BDP traf sich in der «Wirthen»
Die BDP traf sich in der «Wirthen»
Die BDP traf sich in der «Wirthen»
Die FDP versammelte sich im Palais Besenval
Die Regierungsratskandiden Marianne Meister und Remo Ankli
Parteisekretär Charlie Schmid hochkonzentriert
Wie stehts? Auch Parteipräsident Christian Scheuermeyer (mitte) verfolgt genau, wie sich die Lage verändert.
In der Parteizentrale der CVP im «Roten Turm»
In der Parteizentrale der CVP im «Roten Turm»
In der Parteizentrale der CVP im «Roten Turm»
In der Parteizentrale der CVP im «Roten Turm»

Brigit Wyss in der Parteizentrale der Grünen im «Kreuz»

Thomas Ulrich

Haben die beiden Parteien nicht einfach Angst, dass sie bei einer Wahlempfehlung am Ende der zweiten linken Kandidatin genau die Stimmen bringen, damit sie über die eigene Kandidatin siegt? Von «Angst» wollen beide Parteipräsidenten nichts wissen. Überhaupt werden die Worte so gewählt, dass der «Gegner» keinesfalls verärgert wird. Klar ist für beide Parteipräsidenten so oder so: Für einen Grossteil der Wähler spielt die offizielle Parteiempfehlung keine allzu grosse Rolle.

Grundsätzlich wehrt sich Grünen-Präsident Felix Wettstein aber, SP und Grüne zu sehr gleichzusetzen. Zwar habe man ähnliche Programme. Die Hauptgründe, warum sich jemand mit einer der beiden Parteien identifiziere, seien sehr unterschiedlich. Wie wichtig diese unterschiedlichen Identifikationspunkte seien, zeige sich bei Wahlen: So profitiere nicht automatisch die SP, wenn die Grünen irgendwo nicht mehr zur Wahl antreten würden.