Sofortmassnahmen KMU

«Es gibt noch Lücken bei den Hilfsmassnahmen»: Präsidentin der KMU-Frauen erfragt Hilfe

Pia Stebler, Präsidentin der KMU-Frauen Solothurn, bittet Regierungsrätin Brigit Wyss um Unterstützung.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Gemäss Stebler sind (noch) nicht alle Selbständigerwerbenden, die durch das Coronavirus verursachte Folgen zu Schaden kommen, abgedeckt.

Gemäss Stebler sind (noch) nicht alle Selbständigerwerbenden, die durch das Coronavirus verursachte Folgen zu Schaden kommen, abgedeckt.

Zur Verfügung gestellt

«Die vom Bundesrat beschlossenen Sofort-Massnahmen für Selbstständige und Kleinstunternehmen sind für unsere Mitglieder von existenzieller Bedeutung. Besonders hilfreich und zielführend ist dabei das Anrecht auf Erwerbsausfall-Entschädigung für Teile der Selbständigerwerbenden». Das schreibt die Präsidentin der KMU-Frauen Solothurn, Pia Stebler, in einem Brief an ihre Mitglieder.

Doch sie sagt auch: «Gleichzeitig stellen wir aber fest, dass damit (noch) nicht alle Selbständigerwerbenden, die durch das Coronavirus verursachte Folgen zu Schaden kommen, abgedeckt sind.» Stebler führt aus: «Selbständigerwerbende ohne Kinder unter 12 Jahren, die nicht in Quarantäne sind und die ihr Geschäft nicht von Amtes wegen schliessen müssen, haben derzeit keinen Anspruch auf Erwerbsausfall-Entschädigung und fallen somit durch die Maschen.» Dazu gehörten zum Beispiel Dolmetscher- und Beratungsbüros aller Art, freischaffende Erwachsenenbildnerinnen und viele mehr. «Für die meisten dieser Selbständigerwerbenden steht das Geschäftsleben auch still», stellt sie fest. «Es gibt in unserem Kreis der Mitglieder Frauen, die seit 10, 20 Jahren erfolgreich selbstständig sind, nun aber riskieren, in eine unverschuldete finanzielle Notlage zu geraten.»

Mit der Bitte, die letzte Lücke zu schliessen

Daher richtete Stebler einen Brief an Regierungsrätin Brigit Wyss mit der Bitte: «Auch für diese Gruppe von Selbständigerwerbenden eine gute, schnelle und unbürokratische Unterstützung in diesen ausserordentlichen Zeiten in die Wege zu leiten. Ideal wäre natürlich auch hier, wenn es eine schweizweit einheitliche Lösung gäbe. Stand heute haben wir den Eindruck, dass dies die letzte Lücke ist, die noch zu schliessen wäre.» Brigit Wyss habe sie daraufhin gleich kontaktiert, sagt Stebler. Sie habe gemeint, dass das Anliegen berechtigt sei. «Sie hat diesbezüglich nun schon Abklärungsaufträge innerhalb ihres Departements erteilt und wollte sofort das SECO informieren. So wie ich Brigit Wyss kenne, ist wirklich alles am Laufen».

Stebler hofft auf eine schweizweite Lösung, so dass auch solche, die jetzt noch durch die Maschen fallen, Erwerbsausfallsentschädigung beantragen können. «Es gibt sehr viele Kleinstbetriebe, die massive Umsatzeinbussen haben, obschon sie ihr Geschäft nicht von Amtes wegen schliessen müssen. «Am lautesten bemerkbar gemacht haben sich bisher wohl die Taxifahrerinnen und Taxifahrer. Aber eben, es gibt auch noch andere Branchen.»