Coronavirus

Die Maskenpflicht in Solothurner Einkaufsläden und -zentren kommt

Im Kanton Solothurn gilt ab nächstem Donnerstag, 3. September 2020, die Maskenpflicht auch in Einkaufsläden und -zentren. Der Kanton reagiert damit auf die steigenden Neuansteckungen.

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21 neue Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden meldete der Kanton am Freitagvormittag. In der Schweiz und Lichtenstein waren es 340 neue positiv getestete Erkrankungsfälle. «Unter Berücksichtigung der epidemiologischen Entwicklung und nach einer sorgfältigen Interessenabwägung (beispielsweise auch wirtschaftlicher Aspekte) hat sich auch der Kanton Solothurn deshalb entschieden, die Maskenpflicht auszudehnen», teilt der Kanton Solothurn am Freitag mit. Solothurn ist der neunte Kanton, der eine Maskentragepflicht einführt.

Die Regierung habe schon länger über eine Maskentragepflicht diskutiert, so die Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner im Gespräch mit dieser Zeitung. Man habe sich in dieser Frage regelmässig mit den Nachbarkantonen ausgetauscht, um eine gemeinsame Strategie in der Maskenfrage zu finden. Nachdem der Kanton Basel-Stadt schon vor einigen Tagen eine Maskentragepflicht in den Läden angeordnet hat, zieht Solothurn nun nach, ohne auf den Aargau oder auf den Kanton Basel-Landschaft zu warten. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir die epidemiologische Lage anders gewichten», so Schaffner dazu.

Am meisten Bedenken zu einer Maskentragepflicht in den Läden hätten dem Kanton gegenüber Vertreterinnen und Vertreter des regionalen Gewerbes geäussert. «Unter anderem deshalb, weil Solothurn an mehrere andere Kantone grenzt und die Befürchtung besteht, dass die Bevölkerung dann in anderen Kantonen einkaufen geht», sagt die Gesundheitsdirektorin. Aufgrund der Rückmeldung aus der Bevölkerung gehe sie aber davon aus, dass eine Maskentragepflicht akzeptiert werde. «Zum Beispiel zeigt das Verhalten der Reisenden im öffentlichen Verkehr, dass diese Schutzmassnahme auf Verständnis stösst», so Schaffner.

Hier ist die Maskenpflicht obligatorisch:

  • In öffentlich zugänglichen Innenräumen von Einkaufsläden und -zentren ist das Tragen einer Gesichtsmaske für sämtliche Personen obligatorisch.
  • In den allgemeinen Besucherpassagen von Einkaufszentren, die nicht zu einem bestimmten Einkaufsladen oder Dienstleistungsbetrieb gehören, müssen ebenfalls sämtliche Personen stets eine Maske tragen.

Diese Shops gelten als Einkaufsläden:

  • Lebensmittelläden (inklusive Bäckereien, Metzgereien, Weinhändler etc.)
  • Schuh- und Kleiderläden, Sportartikelläden, Blumenläden, Buchhandlungen, Bau- und Gartenfachmärkte sowie Möbelgeschäfte.
  • Apotheken, Drogerien und Läden für medizinische Hilfsmittel (z.B. Brillen und Linsen, Hörgeräte).
  • Tankstellenshops und Verkaufsstellen von Telekommunikationsanbietenden.

Hier gilt keine Maskenpflicht:

  • Einkaufsläden, bei denen sich die Kundinnen und Kunden ausschliesslich im Freien aufhalten sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Unter diese Kategorie fallen beispielsweise Wochenmärkte und Kioske.
  • Ebenfalls ausgenommen sind Dienstleistungsbetriebe (z.B. Poststellen, Banken, Reisebüros).

Von der Maskenpflicht ausgenommen sind:

  • Kinder vor ihrem 12. Geburtstag,
  • Personen, die aus besonderen Gründen, insbesondere medizinischen, keine Gesichtsmasken tragen können. Dabei ist ein Arztzeugnis zwingend.
  • Mitarbeitende bzw. in Kontakt mit Kundinnen und Kunden tretende Ladenbesitzerinnen und -besitzer, sofern diese durch eine Trennscheibe (z.B. Plexiglas) oder eine gleichwertige Schutzvorrichtung geschützt sind.

(rba/sks)