Solothurn
Das Museum Altes Zeughaus ist heute viel mehr als eine grosse Ansammlung alter Kriegsgeräte

Am Montag präsentierten die Macher die neuen Ausstellungsräume im Museum Altes Zeughaus in Solothurn. Das 400 Jahre alte Haus von nationaler Bedeutung bietet jetzt viel neue technische und sicherheitsrelevante Infrastruktur.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Eingangsbereich des renovierten Museums Altes Zeughaus. Hier wird wenige Tage vor der Eröffnung noch geputzt.
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Der Züghuusjoggeli begrüsst die Besucher beim Eingang. Er wird noch in letzter Minute fertig angezogen.
Auch der Helm für den Züghuusjoggeli liegt schon bereit.
Der Empfangs- und Kassenbereich
Auf der linken Seite im Parterre wurde ein erster Teil des Schaudepots geschaffen
Im Erdgeschoss steht auch diese Kanone
Das Museum altes Zeughaus kurz vor der Eröffnung
Im 1.Stock des Museums können sich Besucher interaktiv über «Krieg», «Frieden» und Diplomatie» informieren
Gewehre sind ebenfalls im 1.Stock ausgestellt
Eine alte Pistole
Dolch
Die Verzierungen sind teilweise äusserst filigran
Im 2.Stock wird die berühmte Harnischsammlung präsentiert.
Die Rüstungen stehen in Reih und Glied
Auch eine passende Trommel ist zu begutachten
Eine prunkvolle Rüstung
Ausgestelltes Harnisch
Löwenkopf an einer der Rüstungen
Auch das Thema Sold wird behandelt
Ein Kettenhemd
Verzierter Helm
Instrumente für den Arzt
Die Tagsatzungsgruppe befindet sich im 2.Stock
Wendeltreppe
Büroräumlichkeiten im 4.Stock
Antike Bücher
Der Sitzungsraum

Eingangsbereich des renovierten Museums Altes Zeughaus. Hier wird wenige Tage vor der Eröffnung noch geputzt.

Michel Lüthi

Gut zwei Jahre dauerte die Sanierung und Instandstellung des Museums Altes Zeughaus in Solothurn. Am Montag konnten sich Medienvertreter bereits einen ersten Eindruck vom neu restaurierten Haus und seinen Museumsinhalten verschaffen.

Am kommenden Wochenende, den 18. und 19. Juni (siehe Kasten unten) ist das Haus für Alle geöffnet. Der Eintritt ist gratis und die Macher sind gespannt zu erfahren, wie das Publikum das neue Museum aufnimmt.

Blick ins Museum Altes Zeughaus vor der Renovation Die berühmte Harnischsammlung
20 Bilder
Über 400 Harnische gehören zur Sammlung des Museums
Die Sammlung ist international bekannt
Die Harnische datieren aus der Zeit des 15. bis 17. Jahrhunderts
Ebenso die Helme
Die Rüstungen stammen vorwiegend aus dem süddeutschen Raum
Bei 39 Stücken ist ein Bezug zu Solothurn nachweisbar
Der berühmte «Züghus-Joggeli»
Zur Sammlung gehören auch reichverzierte, repräsentative Exemplare
Die Sammlung «Hieb- und Stichwaffen» umfasst zirka 1’800 Objekte aus dem In- und Auslan
Briquetsäbel aus der Sammlung von Wolfgang Kroker aus Kellinhusen
Ausstellung der Jagdwaffen am Coburger Hof
Ausstellung Jagdwaffen am Coburger Hof

Blick ins Museum Altes Zeughaus vor der Renovation Die berühmte Harnischsammlung

Oliver Menge

Einiges im 400 Jahre alten Zeughaus ist fast genauso, wie es immer war. So wird im Erdgeschoss, wo es jetzt einen grosszügigen Eingangsbereich mit Garderobe und Cafeteria gibt, der Blick der Besucher auf das Bild von Niklaus Wengi gerichtet. Es hängt dort wo immer, jetzt aber in viel besserem Licht und von zwei Geschützreihen mit verschiedenen Kanonenarten gesäumt.

Neu beginnt schon hier im Erdgeschoss das sogenannte Schaulager, eine Aufreihung der verschiedenen Waffen aller Jahrhunderte. Von Hieb- und Stichwaffen aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu Faustfeuerwaffen von 1874 (diese dann im 3. Stock).

Das Eröffnungswochenende

Abwechslung mit Rundgängen

Nach fast zweijähriger Umbau-, Sanierungs- und Erneuerungsphase öffnet das Museum Altes Zeughaus seine Türen wieder am Samstag, 18. und Sonntag 19. Juni. Für die Besucher werden thematisch unterschiedliche Kurzführungen (ca 20 Minuten Dauer) angeboten. Der Eintritt ist frei.

Samstag, 18. Juni

- 11 Uhr: Vom Schwert zum Zündnadelgewehr - das Schaudepot mit Claudia Moritzi

- 12 Uhr: Ein neues altes Gebäude mit Oliver Krell, Architekt über die Herausforderung, ein Denkmal zu modernisieren

- 13 Uhr: Blick hinter die Kulissen - über die Ausstellungsgestaltung

- 14 Uhr: Moderne Nutzung und Denkmalschutz - mit Urs Bertschinger

- 15 Uhr: Die grossen Namen -Aron Müller über Politiker und Soldunternehmer

- 16 Uhr: Die grosse Masse - über Harnische, Söldner und das städtische Wehrwesen mit Jonas Huggenberger

Sonntag, 19. Juni

- 11 Uhr: Von Kugeln, Rohren und Schwarzpulver mit Markus Brülisauer

- 12 Uhr: Ein nicht alltäglicher Umbau - Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli

- 13 Uhr: ein moderner Betrieb, mit Jürg Räz über den Museumsbetrieb

- 14 Uhr: Krieg, Konflikt, Frieden - mit Claudia Moritzi über die Eidgenossenschaft im Ancien Régime.

- 15 Uhr: Die Tagsatzungsgruppe – mit Markus Brülisauer über den Konfikt und dessen Darstellung

- 16 Uhr: Wertvolle Güter - Jonas Huggenberger über die Burgunderbeute.

Neu sind im Erdgeschoss Namen von Schweizerischen Friedensstiftern und Konfliktlösern zu entdecken. Dies ein erster Hinweis auf die neuen, ergänzenden Inhalte des Museums. Es soll nun eben im Museum Altes Zeughaus nicht mehr bloss um Waffen und deren Geschichte gehen. Thema ist heute die «Konflikte und deren Lösungsansätze» in der Stadt Solothurn, in der Eidgenossenschaft und International. So steht es im Museumskonzept, welches 2010 vom Solothurner Regierungsrat genehmigt wurde.

Doch sind die Tagsatzungsszene, die 280-teilige Harnischsammlung, der Züghusjoggeli, die Burgunderbeute und viele weitere alte vertraute Objekte wieder im Haus zu entdecken. Meist in neuem Kontext und mit ergänzenden Angaben versehen. Interaktion ist das Zauberwort der heutigen Museumsgestalter.

Kosten unterschritten

Der Lotteriefonds des Kantons Solothurn steuerte zur Ausstellung 2,5 Millionen Franken bei. Die ganze Ausstellung kostete 3,1 Millionen Franken. «Den Rest konnten wir durch Drittmittel, besonders bei diversen Stiftungen abholen», erklärte Co-Leiterin Claudia Moritzi an der Präsentation. Ihr Kollege, Co-Museumsleiter Jürg Räz erläuterte die neue Infrastruktur des Hauses, die jetzt modernen Museumsbauten nicht mehr nachsteht. Er äusserte sich zum jetzt ganz leeren dritten Stock. «Hier gibt es Platz für Wander- oder Sonderausstellungen. Wir wollen aber keine aussermusealen Events durchführen.»

Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli meinte: «Wir sind froh und erleichtert, denn diese Sanierung stellte eine ganz grosse Herausforderung an Planer, Techniker, Handwerker und Mitarbeiter des Museums. Und zum Schluss vermeldete er eine gute Botschaft. «Wir hatten Kosten in der Höhe von 12,9 Millionen Franken für den Bau budgetiert. Nun konnten wir mit 12,2 Millionen Franken abschliessen. Weniger Ausgaben in der Höhe von 700'000 Franken also.»

Stefan Blank, der kantonale Denkmalpfleger, ist auch zufrieden, obwohl er sich kompromissbereit zeigen musste, und ihm die Entfernung eines alten Fachwerkes im dritten Obergeschoss «weh» tat. «Doch wie man die rund 36'000 alten Tonplatten wieder verlegt hat, oder das gesamte Tragwerk ertüchtigt hat, das macht schon stolz.» Fazit: «Aus denkmalpflegerischer Sicht konnte trotz Sanierung und Neubau von moderner Infrastruktur der Charakter und die Autentizität des Hauses gewährleistet bleiben.»

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