Kanton Solothurn

Anzahl Intensivbetten für Corona-Patienten wird erhöht – das hat Einfluss auf die Operationen

Um die Intensivstationen zu schützen, passen die Spitäler ihren Betrieb an – so auch im Kanton Solothurn. Strengere Regeln sollen das System zusätzlich entlasten.

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Die Spitaleinweisungen wegen schwerer Covid-19-Erkrankungen bringen viele Spitäler an den Anschlag. (Archivbild)

Die Spitaleinweisungen wegen schwerer Covid-19-Erkrankungen bringen viele Spitäler an den Anschlag. (Archivbild)

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen im Solothurnischen steigt weiter, auch die Zahl der hospitalisierten Personen nimmt zu. Am Donnerstag gab das Gesundheitsamt 152 laborbestätigte Neuinfektionen bekannt, die Zahl der Personen, die im Spital behandelt werden müssen, hat ebenfalls zugenommen: Am Mittwoch mussten 33 Personen im Spital behandelt werden, am Donnerstag waren es 39.

Neben steigenden Zahlen musste das Gesundheitsamt auch einen neuen Todesfall bekannt geben. Verstorben ist laut Angaben des Kantonsarztes eine 89-jährige Frau mit Vorerkrankungen. Anlässlich dieser Entwicklungen hat der Kanton Solothurn in verschiedenen Bereichen noch einmal neue Massnahmen bekannt gegeben, um die Zahl der Neuinfektionen wieder zu senken, Angehörige von Risikogruppen zu schützen und die Spitäler zu entlasten.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

1. Die Zahl der Intensivbetten wird erhöht

Aufgrund der steigenden Zahl von Personen, die im Spital behandelt werden müssen, wird der Kanton Solothurn die Zahl der Intensivbetten erhöhen. Statt aktuell 14 sollen 25 Intensivpflegeplätze mit Beatmungsmöglichkeiten betrieben werden. Die Spitäler stellen damit von Normalbetrieb auf die erste Eskalationsstufe um. Dies ist in der «Allgemeinverfügung betreffend Anordnungen an sämtliche Spitäler des Kantons Solothurn» so vorgesehen.

Zu dem Schritt habe man sich entschieden, weil die Intensivpflegestationen der soH in Olten und in Solothurn ihre Kapazitätsgrenzen teilweise erreicht haben, so der Kanton. Die zusätzlichen Intensivbetten sollen sicherstellen, dass alle Personen, die in der Region eine Notfallbehandlung auf der Intensivstation brauchen, einen Platz erhalten. Die Bettenstationen sollen laut Angaben der Behörden in den nächsten fünf Tagen ausgebaut werden. Dies bedeutet auch, dass die Spitäler ihren Normalbetrieb teilweise einschränken und nicht-notfallmässige Operationen verschieben müssen.

Personalengpässe aufgrund von Isolations- und Quarantänemassnahmen gibt es laut Angaben der soH bisher keine. Während im Aargau Pflegekräfte und Ärzte, die Kontakt zu positiv auf Covid-19 getesteten Personen hatten, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen weiterarbeiten können, begeben sich die Angestellten der soH aktuell in Quarantäne. Dies könnte sich dann ändern, wenn es an Personal fehlt, so die soH. Einsätze von positiv getesteten Personen ohne Symptome oder Personen, die mit Erkrankten in Kontakt waren, müsste der Kantonsarzt bewilligen.

2. An den Sekundarschulen gilt eine Maskenpflicht

Bisher galt für die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen keine generelle Maskenpflicht, das ändert sich ab nächstem Montag. Ausserdem werden bis zum 31. Januar keine Schullager mehr durchgeführt. Für die Maskenpflicht habe man sich in Koordination mit den Nachbarkantonen entschieden, so Andreas Walter, der Leiter des Volksschulamtes.

Eine generelle Maskenpflicht für Kinder der Primarstufe sei aktuell nicht geplant: «Wenn möglich, wollen wir eine Maskenpflicht für die jüngeren Kinder vermeiden. Durch die Masken geht sehr viel Gestik und Mimik verloren», erklärt Andreas Walter. Punktuell könnten die Masken aber auch auf der Primarstufe eingesetzt werden.

Falls Lehrpersonen erkranken oder sich in Quarantäne begeben müssen, sei es an den Schulen, «kreative» Lösungen zu suchen. «Andere Lehrpersonen können für die Zeit der Quarantäne einspringen, und je nach Gesundheitszustand können die Lehrpersonen von daheim aus weiterarbeiten», so Walter. Bisher sei es aber nicht vorgekommen, dass an einer Schule viele Lehrpersonen auf einmal erkrankt seien.

Auch für Jugendliche der Sekundarstufe II gelten ab Montag neue Regeln: Sie können den Sportunterricht nicht wie gewohnt besuchen, sondern müssen sich auf Turnen ohne Kontakt im Freien oder auf theoretischen Unterricht im Zimmer einstellen.

3. Strengere Regeln für Besucher in Alters- und Pflegeheimen

In den Alters- und Pflegeheimen werden die Besuchsreglemente wieder strenger, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ansteckungen zu schützen. Gemeinsam mit dem Amt für Soziale Sicherheit hat die Gemeinschaft der Solothurnischen Alters- und Pflegeheime neue Regeln ausgearbeitet.

Bis auf Weiteres sind keine Besuche auf den Zimmern der Bewohnerinnen und Bewohner mehr möglich, und die Bistros und Cafeterias sind für externe Besucherinnen und Besucher geschlossen. Besuche in den Heimen sind nach wie vor möglich, allerdings nur in bestimmten Sektoren. Dabei müssen «strenge Schutzmassnahmen» eingehalten werden.

Für die Umsetzungen der Vorgaben sind die Alters- und Pflegeheime zuständig, damit sie die Regeln an ihre Räumlichkeiten anpassen können. Patientinnen und Patienten im Spital dürfen pro Tag eine Person empfangen, Ausnahmen gibt es für Angehörige von schwer kranken Personen.

Auch für Frauen gelten spezielle Regeln: Sie dürfen bei der Geburt von einer Person begleitet und anschliessend von ihrem Partner zwischen 14 und 20 Uhr unbeschränkt besucht werden. Die Geschwister dürfen bei den Besuchen dabei sein.

4 Schnelltests werden eingeführt

Die vom Bund empfohlenen Schnelltests werden in das kantonale Testkonzept integriert. Das Testkonzept wird momentan noch erarbeitet. Unter anderem muss noch geklärt werden, wer Schnelltests durchführen darf.