Vernehmlassung

Änderungen in der Jagdverordnung: Regierung hat nur wenige Vorbehalte

Falls das Jagdgesetz am 27. September 2020 angenommen wird, sind damit auch Änderungen in der Jagdverordnung verbunden. Mit wenigen Vorbehalten ist der Regierungsrat mit diesen Änderungen einverstanden.

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Die Regierung ist sich bewusst, dass der Aufwand z.b. wegen Biberschäden zunimmt.

Die Regierung ist sich bewusst, dass der Aufwand z.b. wegen Biberschäden zunimmt.

zvg / Philip Taxböck

Die Jagdgesetzgebung des Bundes stellt als Rahmengesetzgebung für die Kantone eine wichtige Grundlage für die Gestaltung des Arten- und Lebensraum­schutzes sowie für die Jagd dar. Für den Kanton Solothurn sei es wichtig, dass die Regelungen praxisnah seien und für die Kantone genügend Spielraum bestehe, individuelle und zielführende Regelungen zu finden, teilt die Regierung mit. Der Aufwand mit sogenannten Konfliktarten wie Grossraubtieren, dem Biber oder dem Höckerschwan nehme in einigen Kantonen zu. «Die in der revidierten Jagdverordnung vorgesehenen zusätzlichen Finanzmittel für den Zusatzaufwand mit einzelnen Arten sind für den Kanton Solothurn deshalb wichtig.»

Für die Mittellandkantone zeige sich immer mehr, dass die Bau- und Grabaktivitä­ten der Biber und die damit verbundenen Schäden ein grosses Konfliktpotenzial bergen. «Der Aufwand für den Umgang mit den Schäden steigt nicht nur für den Kanton, sondern auch für die Grund- und Infrastrukturbesitzer deutlich an.» Der Regierungsrat begrüsst daher die umfangreich bereit gestellten Fördergelder zur Verhütung von Schäden durch den Biber.

Die Detailregelungen in der Jagdverordnung zu den möglichen Massnahmen gegen einzelne geschützte Wildtiere oder zur Regulation dieser Arten würden zeigen, dass strenge Auflagen erfüllt werden müssten, damit überhaupt Massnahmen ergriffen werden dürfen. Diese Vorgehensweise wird vom Kanton ebenso unterstützt wie die Verpflichtung der Kantone, auf der Jagd Tierschutzanliegen zu berücksichtigen.

Vorbehalte hat der Regierungsrat unter anderem bei den fachlichen Anforderungen für das Erlegen von Wildtieren bei Selbsthilfemassnahmen: «Es wäre unverhältnismässig, von Landwirten dafür eine Jagdprüfung zu verlangen», so die Regierung. Auch bei der Regulation von Wölfen soll das Kriterium des Schadens klar definiert werden. Vorgesehen ist dies in der vorliegenden Fassung nur bei Massnahmen gegen einzelne Wölfe. Die Finanzhilfe des Bundes soll beim Umgang mit dem Biber sowohl bei Präventionsmassnahmen als auch beim Wildschaden 80 Prozent betragen. (sks)