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Alphornistin Eliana Burki kommt beim «Supertalent» nicht weiter

Am Samstagabend war die Alphornistin Eliana Burki in der Unterhaltungsshow «Das Supertalent» auf RTL zu Gast. Für einen Platz in der Final-Sendung reichte es nicht – das hatte die Solothurnerin aber auch gar nie im Sinn.

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Eliana Burki performt auf der Bühne der Samstagabendshow «Das Supertalent».

Eliana Burki performt auf der Bühne der Samstagabendshow «Das Supertalent».

RTL / Stefan Gregorowius

Sie ist die Alphornistin, die dem «Schweizer Nationalinstrument» neuen Atem eingehaucht hat, es aus der vielleicht etwas verstaubten «Volksmusik-Ecke» herausgeholt und bewiesen hat, das damit auch ganz andere, neue, ungewöhnliche, und durchaus auch mal exotische Töne gespielt werden können.

Die 33-jährige Prix Walo-Gewinnerin füllt weltweit Konzerthäuser, ist laufend auf Tour und in verschiedenen Projekten involviert. 2017 steht ein grösseres Projekt an, wovon jedoch noch nichts verraten werden kann. Am 12. Dezember geht es noch kurz nach Südafrika und am 30. Dezember wird sie anlässlich des Kleinkunsttages in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn zu sehen sein.

Warum Alphorn statt Saxophon?

Am Samstagabend wurde erst einmal im TV ausgestrahlt, wie Burki auf der Bühne einer der grössten Casting-Shows Deutschlands steht. In der Sendung performte sie mit dem Schlagzeuger Andi Pupato (45) «Sonnentanz», des österreichischen Elektronik-Produzenten-Duos Klangkarussel. Ein Stück, das sie neu in ihrem Repertoire hat.

Schon nach den ersten Takten schauen sich die Jurymitglieder von «Das Supertalent» mit wenig begeisterten Blick an. «Das zieht einem Ja echt die Schuhe aus», meint Dieter Bohlen und drückt den roten Buzzer nach nur wenigen Takten. Kurz später geben auch Victoria Swarovski und Bruce Darnell ihr Nein zu Burkis Auftritt ab.

«Weshalb machst du dir das Leben so schwer?», fragt Bohlen die Solothurnerin. Mit dem Saxophon hätte sie doch die Nummer viel besser spielen können. «Das klingt ja alles schräg und krumm. Du triffts ja keinen Ton mit dem Ding.»

Victoria Swarovski bedenkt zumindest, dass ein Alphorn viel schwieriger zu spielen ist als andere Blasinstrumente – jede Tonänderung geschieht über die Blastechnik.

Ein Selbstversuch muss dann noch sein: Darnell schafft es überhaupt nicht, das Alphorn zum Klingen zu bringen. Er pustet nur Luft durchs Horn. Bohlen ist auf Anhieb besser. Das Alphorn trötet.

«Vielen Dank, dass du da warst, aber leider gibts drei Mal Nein», so Bohlen.

Eingeladen zur Show

Eliana Burki wollte aber auch gar nie ins Finale des «Supertalents». Sie bewarb sich nicht einmal, sie wurde eingeladen. Für die 33-Jährige war von Anfang an klar, nur in einer Sendung Teil der Show zu sein. «Werbung ist Werbung», erklärt sie lachend auf die Frage, weshalb sie die Einladung annahm.

Burki sieht ihren Auftritt in der Show gelassen. Sie betrachtet die Sendung jedoch eher als eine «Plattform für Leute, die noch keine grosse Bühnenerfahrung haben». Auch seien die Jury-Mitglieder zwar nett gewesen, «sie hatten aber keine grosse Ahnung von meinem Instrument und konnten dementsprechend auch keine wirklich konstruktive Kritik anbringen».

Stellt sich am Ende die Frage warum RTL und «Das Supertalent» Profimusiker und wahrscheinlich auch andere Künstler auf die Bühne bittet, um sie dann mit fadenscheinigen Begründungen doch nicht weiterzulassen. Dass nicht jeder ins Finale einziehen kann, ist klar. Weshalb den Zuschauern jedoch ein solches Theater vorgespielt wird und Künstler eingeladen werden, die die Chance auf ein Weiterkommen nicht in Betracht ziehen und auch gar nie wirklich erhalten, ist nicht nachvollziehbar. (coh/ldu)